Gedichte: App für iPhone im Test auf apps-news.de
Gedichte-Freaks aufgepasst! Mit der Gedichte-App holt ihr euch klassische bis moderne Texte deutscher Dichter auf euer iPhone, iPod touch oder iPad. …
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Kompatibel mit iPhone, iPod touch und iPad. Erfordert iOS 4.0 oder neuer.
Matthias Kehle teilt die Schließung seines Blogs mit:
Neue Medien haben ihre Zeit. Ich lade alle meine zahlreichen Leser auf meine Facebook-Seite ein:
Matthias KehleDieses Blog ist geschlossen.
Im November 1950 wurden in Leningrad, dem heutigen Sankt-Petersburg, zwei Männer Anfang zwanzig zu jeweils fünf Jahren Lagerhaft verurteilt. Sie wurden in westsibirische Wälder abtransportiert, Holz fällen. Boris Pawlinow und Ruslan Bogoslowski hatten laut Anklage versucht, ‚die sowjetische Jugend moralisch zu verderben‘. Sie hatten verpönte Musik aus dem Westen unters Volk gebracht. ‚Boogie Woogie Bugle Boy‘ von Andrews Sisters, ‚It Ain’t Good For Me‘ von Asa Harris, ‚When It’s Sleepy Time Down South‘ von Louis Armstrong.
Die beiden betrieben ein geheimes Tonstudio für verbotene Musik, und mangels geeigneter Tonträger erfanden sie einen Weg, ihre Musik auf ausgedienten Röntgenbildern zu verbreiten.
Die weichen, nicht immer ganz runden Scheiben, auf denen meistens noch lädierte Schädel, Rippen, Handgelenke oder Kniescheiben zu erkennen waren, ließen sich leicht zusammenrollen und im Ärmel verstecken. ‚Musik auf den Knochen‘, wie der Schwarzmarkt bald hieß, wurde zum Tonträger einer Generation…
Nach Stalins Tod kamen die beiden vorzeitig frei. Pawlinow wurde unter dem Namen Taigin ein Samisdat-Autor, -Erfinder und -Verleger:
Taigin, geboren 1928, starb vor fünf Jahren in Sankt Petersburg und ließ seine Asche über der Newa zerstreuen. Seine jüngeren Freunde erinnern sich vor allem an den Dichter und Verleger Taigin, denn ab den sechziger Jahren widmete er sich mehr der verbotenen Literatur als der Musik. Mit seinem Hausverlag ‚Be-Ta‘ begründete er die Samisdat-Tradition in der Sowjetunion. Doch wer Ende der vierziger Jahre jung war, erinnert sich an Taigin als einen Pionier der Knochen-Musik.
/ Tim Neshitov, Süddeutsche Zeitung 19.1.
Erst dieser Aufstieg Berlins brachte, historisch ähnlich verspätet, in der deutschen Literatur die Großstadtlyrik hervor, die es in anderen Ländern, vor allem in England und Frankreich, längst gab. Der Berliner Tucholsky hat zu diesem Genre einige Gedichte beigetragen; „Augen in der Großstadt“ (Gedichttext im Kasten unten) ist das bekannteste von ihnen.
Obwohl 1930 in der „Arbeiter Illustrierten Zeitung“ erschienen, unter dem Pseudonym Theobald Tiger, gehört es nicht zu der meist sozialistischen, proletarisch kämpferischen Großstadtlyrik, die in den zwanziger Jahren Konjunktur hatte. Das Wort „Genosse“ wird am Ende nur fast beiläufig erwähnt. Auch über die oft beklagte Architektur der Großstadt verliert Tucholsky nur wenige Worte: „asphaltglatt“ ist das einprägsamste. „Augen in der Großstadt“ ist vor allem ein Gedicht über die Gefühle des Großstädters. / Dieter Lamping, FAZ (Frankfurter Anthologie)
Auf Umwegen nähert sich Calasso der Welt Baudelaires, um so in ihr Zentrum zu stossen. Er beginnt mit einem Brief Baudelaires, der seine Mutter einlädt, sich mit ihm im Louvre zu treffen. In der einfach-komplizierten Faktur dieses ganz persönlichen Briefs entdeckt Calasso das ganze Geheimnis von Baudelaires Stil. Für Calasso ist die Prosa, von den Gemäldekritiken seiner «Salons» bis zu den Briefen, Baudelaires eigentlicher Ruhm. Dass Baudelaire ein grosser Prosaist ist, der die Gabe memorabler Formulierung besitzt, ist eine Entdeckung Calassos, dem die Lyrik mit ihrer doch unvergleichlichen poetischen Energie ferner steht. Zwar findet er für sie immer wieder, wenngleich nicht vorbehaltlos, rühmende Worte, aber vor allem ist er ein Wünschelrutengänger für die geballte Intensität der beschreibenden und theoretischen Prosa, die oft noch kein Leser wahrgenommen hat und aus deren Erweckung ein neuer, bedrängend naher Baudelaire ersteht. (…)
Calassos Darstellung spiegelt Baudelaires Welt in all ihren Facetten. Dabei ist es kaum vermeidbar, dass auch manches keine Beachtung findet, was man für Baudelaires geistige Physiognomie als nicht unerheblich ansehen möchte. Dies gilt insbesondere für Baudelaires Erfahrung der Melancholie. In ihrer Mitte steht Dürers Kupferstich der Melencolia, der sich seinem Werk vielfältig eingeschrieben hat. Überraschend mag auch erscheinen, dass Calasso dem Komplex von Dichtung und psychischem Grenzzustand nicht nachgeht, wie er im Sonett «Auf Tasso im Gefängnis» («Sur le Tasse en prison») seinen Ausdruck findet, das sich seinerseits an Delacroix‘ gleichnamigem Bild inspiriert. Auch stand Baudelaire wohl dem subtilen Prosaisten und in die Dimension der lyrischen Dunkelheit vorstossenden Dichter Nerval näher, als es bei Calasso erscheinen mag. Dennoch: Nie wurde Baudelaires Welt, die Welt der Moderne, die im Paris des 19. Jahrhunderts ihre geistige Physiognomie fand, mit so treffender und leichter Hand beschworen wie in Calassos «Folie Baudelaire». / Karlheinz Stierle, NZZ
Es war Dichterlesung, die Lesung zur Nummer 69 der „Weilheimer Hefte zur Literatur“. Es trat auf die preisgekrönte Dichterin Nora Gomringer, bekannt auch als Leiterin des Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg. Es sang dazu, darüber, dazwischen das „Wortart Ensemble“ aus Dresden. Es war ein Abend von unglaublicher Sprachgewalt. Es war der Wahnsinn.
Gomringer machte manches klar an diesem Abend: Was Sprache ist, was Sprache kann, wie Sprache begeistert. Und wie arm diese Welt ist, wo Sprache auf das schrumpft, was sich per SMS mitteilen lässt. Bei Nora Gomringer sind Worte sinnliches Erlebnis, ja Urgewalt. Sie zu lesen macht erst wirklich Spaß, wenn man sie mal gehört hat: ihr Tempo, ihre vielen Stimmen, ihr genüssliches Zermalmen von Silben, ihre Besessenheit, ihr Dramatisieren. / merkur online
glum vorbei und Ollontität, zwischen Geschwätz und Theorie – sprechen wir in unserer Lage schon die richtige Sprache?
Hansjürgen Bulkowski
Dieses schmale Büchlein »Phantomkalender« von Kai Pohl, erschienen schon vor längerer Zeit bei distillery, bietet dem Leser amüsante Einsichten in die Gedankenwelt eines Autors, mit dem man gerne mal am Tresen ein Bier trinken würde. Man denkt bei der Lektüre: Dieser Mann scheint ein Mensch von nebenan zu sein, kein ausgesprochener Kneipenphilosoph, aber durchaus gewitzt. Auch so ein Versprengter! Irgendwie sympathisch. / Martin Rautenberg, junge Welt
Kai Pohl: Phantomkalender – Neunundzwanzig Gedichte. Destillery, Berlin 2011, 24 Seiten, 6 Euro
Wann: 26.01.2013 – 20:00 Uhr
Wo: E-Werk Freiburg
Eschholzstr. 77
79100 Freiburg
Die Sprechtheatergruppe „Laut & Lyrik“ präsentiert mit 14 Darstellern ihr neuestes lyrisch-musikalisches Programm „Weltsprache Poesie“ – Originaltexte und Übersetzungen von Gedichten der internationalen Moderne.
Deutsche Avantgarde und Expressionismus treffen auf dieser kleinen Weltreise die Lyrik Frankreichs und Spaniens, begegnen englischen und italienischen Gedichten ebenso wie den Werken amerikanischer, russischer, türkischer und anderer Autoren.
Poesie wird Weltsprache – es bleibt aber die Besonderheit jeder einzelnen Kultur und die Übersetzungen werden zu einem Abenteuer, das neue eigenständige Kunstwerke entstehen lässt. / Regiomusik
Verwunschene Orte sind die bevorzugten Schauplätze der Gedichte Uwe Kolbes. Vineta besonders, so auch der Titel eines seiner früheren Gedichtbände (1998). Kolbes Devise lautet: Zurückkehren in den «Raum der Gedichte», wobei ihm das Gedicht auch «Ausflug» ist, das «Queren eines Bergbaches», ein «Hüpfen von Stein zu Stein», wie es in Kolbes Text «Zehn poetologische Schattenspiele, die Tomas Tranströmer verstehen würde» (1991) heisst. Der Verweis auf den bedeutendsten Lyriker Schwedens war Programm und ist es geblieben; denn wie dieser pflegt Kolbe das Unaufgeregte im lyrischen Ausdruck, die sprachliche Genauigkeit und Eingängigkeit der Verse sowie ihre schiere Welthaltigkeit, die aber nie forciert wirkt.
In den «Lietzenliedern» nun nimmt Uwe Kolbe die «Fussspur von Rilke» auf, hat «John Cages japanische Gärten» verinnerlicht, weiss sich zwischen «Klopstocks Grab» und der Berggasse 19 in Wien. / Rüdiger Görner, NZZ
Uwe Kolbe: Lietzenlieder. Gedichte. S.-Fischer-Verlag, Frankfurt am Main 2012. 108 S., Fr. 27.90.
Rainer Schedlinski war einer der Herausgeber des essayistisch veranlagten Periodikums „ariadnefabrik“. (Der Name des zweiten Herausgebers soll an dieser Stelle ungenannt bleiben, da es als sicher gelten kann, daß er keinerlei Wert darauf legt, mit einer Hefte-Folge in Verbindung gebracht zu werden, deren Abonnent das Ministerium für Staatssicherheit war.)*
Über den Denunzianten Rainer Schedlinski zu sprechen bedeutet in der üblichen Weise, zumeist über den Dichter und Denker zu schweigen. Und dies meint wohl kaum die viel zitierte Trennung von Dichter und Werk, welche ohnehin nach Belieben aufgehoben ist, wenn es darum geht, die Gedichte und Essays als persönliche Verpflichtungserklärung oder als verspiegeltes Geständnis gegenzulesen. Rainer Schedlinski war ja nicht nur ein inoffizieller Mitarbeiter, sondern auch ein bekennender Struktualist. Seine Gedichte sind von einer kargen Sprache, deren Nüchternheit an Teilnahmslosigkeit grenzt. Die Worte sind nur das, was sie sagen, ihre Eindeutigkeit zielt auf eine unverstellte Sicht der Dinge. Auf den Irrsinn eines verrückten Systems weisend, denken seine Essays die Verhältnisse vom Kern ihres ganzheitlichen Irrtums her. Sie erkannten, was offensichtlich war und dennoch offensichtlich neben der Erkenntnis lag.
Man liegt nicht falsch, Rainer Schedlinski einen aufgeklärten Geist zu nennen, der Kritik an der Aufklärung übte. Die Aufklärung rotierte ihm um Denkfiguren, die nicht von der tatsächlichen Gestalt eines gesellschaftlichen Phänomens ausgingen, sondern von einem Ideal, welches sie postulierte und damit sozusagen zielgerichtet verfehlte. Die Einsichten Schedlinskis hatten durch ihre zirkuläre Verbreitung eine äußerst begrenzte Wirkung und absurderweise war er als Stasi-Zuträger auch noch subversiv gegen die eigene Subkultur, welche letztlich seine einzige, aber betrogene Leserschaft darstellte. Dennoch waren seine Aufsätze im Idealstaat DDR von einiger Brisanz, selbst wenn damals alles brisant war, was vom Staatsnarzismus abwich.
Die Brisanz seiner Essays machte jedoch vor dem Irrsinn der eigenen Person halt. Er predigte Einsicht in die Verhältnisse und agierte verdeckt in ihnen. Er analysierte den Wahnsinn und war Teil seiner Methoden. Dieser Konflikt ist sehr viel aufschlußreicher als die Akteneinsicht in die Protokolle seines Verrats. (…)
Rainer Schedlinski ist heute Betreiber einer Firma namens Thermalforce. Ihre Entstehung und ihr Erfolg gehen auf das Patent für einen thermoelektrischen Generator zurück, den er wohl im Eigenbau am Wohnzimmertisch konstruierte und im Keller der Geschäftsräume von Galrev zusammenschraubte. Was soll man dazu sagen? Vielleicht, daß Energie nicht verloren geht? Hier geht es ja nicht allein um die Umwandlung von Wärme in Energie, es ist die Wandlung von Poesie in ihr Gegenteil, in eine reine Funktionalität. Letztlich wird diese Entwicklung aber auch der Erkenntnis geschuldet sein, daß die eigene Sprache nicht länger imstande ist, Energien freizusetzen, indem sie z.B. Wärme oder Kälte erzeugt. Den Texten war es nicht länger möglich, durch eine runtergeregelte Empathie zu glänzen, mit der Rainer Schedlinski einmal sprach: „ernst sind die äcker & ernst / die häuser vor den äckern / die hecken sind / ernst und gezeichnet“.
Heute schreibt er: „thermalforce.de liefert thermoelektrische Generatoren, Zubehör für deren thermische und elektrische Montage, sowie einsatzbereite Generatorenmodule. Zudem finden Sie hier eine große Auswahl an Kühlkörpern, Wärmetauschern, Anschlüssen, Pumpen, Reglern, Wärmeleitmitteln, Meßgeräten und sonstigem Zubehör.“ Dies ist der Gebrauchstext für ein neutrales Sujet, die Lyrik einer kalten Funktionalität und daher die Fortsetzung der Poesie mit anderen Mitteln.
/ Henryk Gericke, Radio Utopie
*) Na, das kann man sich nicht aussuchen. Wer publiziert, wird auch bibliographiert. Von Andreas Koziol würd ich auch gern mal wieder was lesen!
Kein amerikanischer Lyriker des zwanzigsten Jahrhunderts hat seine Wiederentdeckung so verdient wie George Oppen (1908 bis 1984). In der Regel erweitert der übliche Anlass für das Erscheinen neuer primärer oder sekundärer Werke – ein runder Geburts- oder Todestag – den Stand der Kenntnis nur marginal und verändert den sichtbaren Rang eines Autors nicht. Im Falle Oppens jedoch hat die Flut von angelsächsischen Publikationen in den letzten Jahren viele Facetten freigelegt und den Dichter endlich als Zentralfigur der amerikanischen Poesie der Moderne etabliert.
Mit Gleichgesinnten wie Louis Zukofsky und Charles Reznikoff begründete er in den dreißiger Jahren den „Objektivismus“, eine Bewegung, die den Imagismus weiterentwickeln wollte und dem Gedicht Dingqualität zugestand: Verse, so die Objektivisten, existieren in sich und für sich. Gerade weil sie mitnichten die Gefühle und Meinungen des Verfassers transportierten, träfen sie gültige Aussagen über das, was uns umgibt. In den Vordergrund rückten Einfachheit, Klarheit und Kürze, indes formale Struktur, Reim, Metapher und Bild weniger wichtig wurden. (…)
Die erste Kollektion seiner während der sechziger und siebziger Jahre veröffentlichten Lyrik hieß „The Materials“. Unter dem Titel „Die Rohstoffe“ ist der Band nun zweisprachig im verdienstvollen Wiesbadener Verlag Luxbooks erschienen. Erstmals wird damit die neben „Primitive“ wichtigste Auslese Oppens auf Deutsch zugänglich. Norbert Lange hat einfühlsam übersetzt und wie auch Paul Auster ein erhellendes Nachwort geliefert; ferner hat Lange zu den rund vierzig, selten mehr als eine Seite umfassenden Poemen detailreiche Anmerkungen beigesteuert, die vertiefte Einblicke in seine eigene Werkstatt und in Oppens Schaffen bieten. (…)
Willkommen diesseits des Atlantiks, Mr Oppen! / Thomas Leuchtenmüller, FAZ 25.1.
George Oppen: „Die Rohstoffe“. Gedichte.
Aus dem Englischen von Norbert Lange. Nachwort von Paul Auster. Luxbooks, Wiesbaden 2012. 140 S., br., 22,– €.
Neuer Band der Edition ReJoyce
Friedhelm Rathjen:
Poets, Books & Rock’n’Roll
Literatur und Rockmusik: ein Alphabet querbeet
168 Seiten Paperback im Format A5, 17,- Euro
Der enzyklopädisch angelegte Band geht der Verzahnung zwischen Musik und Literatur über das letzte halbe Jahrhundert hinweg nach. Gesichtet und bewertet werden literarische Bezugnahmen auf Rock- und Popmusik und rockmusikalische Bezugnahmen auf die Literatur. Dem Blick aufs Detail anhand aufschlußreicher Beispielfälle wird dabei Vorrang eingeräumt vor der generalisierenden Proklamation übergreifender Entwicklungslinien, die die Leserschaft mit Hilfe der durchgängigen Querverweise hoffentlich selbst ermitteln kann.
Eine Liste aller Stichworte und Verweiseinträge des Bandes steht unten in dieser Mail; weitere Informationen sind außerdem im Internet zugreifbar auf den Booklooker-Seiten der Edition ReJoyce (http://tinyurl.com/22fybo).
Wer seine Bestellung entweder jetzt oder spätestens bis zum Ende der Vorbestellfrist am 2. Februar DIREKT AN MICH (rejoyce@gmx.de) schickt, bekommt das Buch umgehend nach Erscheinen portofrei geliefert. Zur portofreien Lieferung mitbestellt werden können bei dieser Gelegenheit wie stets auch alle anderen Bände der Edition ReJoyce
(http://tinyurl.com/22fybo) und ebenso die von mir zur Regalplatzschaffung zum Verkauf angebotenen sonstigen Bücher (http://tinyurl.com/m2upw) und
Tonträger (http://tinyurl.com/lownb).
Friedhelm Rathjen
INHALT
10,000 Maniacs
Abba
AC/DC
Die Ärzte
Aftershock
Akala
Aichinger, Ilse
Algren, Nelson
Allman Brothers Band
Allman, Duane
Almond, Marc
Amon Düül
Amon Düül II
Andrews, Julie
The Animals
Armatrading, Joan
Arp, Hans
Brasilholz ist eine Färberpflanze, die von den Portugiesen massenhaft aus der südamerikanischen Kolonie ausgeführt wurde und dem Land Brasilien seinen Namen gab. 1924 stellte der Dichter Oswald de Andrade die Forderung nach einer brasilianischen „Exportpoesie“ auf, die auf die Alte Welt kräftig abfärben sollte. Doch während wir einiges über die spanischsprachige lateinamerikanische Dichtung wissen, bleibt Brasilien für den deutschsprachigen Lyrikleser größtenteils immer noch ein weißer Fleck. In einer kleinen Jahresanthologie wird lyrikkritik.de monatlich ein brasilianisches Gedicht vorstellen. Wir fangen mit dem späten Aufbruch des 20. Jahrhunderts im Jahre 1922 an und werden am Ende des Jahres in der Gegenwart ankommen. Kommentare und Kritik zu Gedichten und ihrer Übersetzung sind willkommen. Die Redaktion der Gedichte innerhalb der Reihe Brasilien – Exportprodukt Poesie übernehmen Michael Kegler und Vera Kurlenina.
ALESSANDRA ERAMO (IT/Berlin) & SJ FOWLER (UK/London)
“Poetry, Sound, Voice, Object: A JOURNEY THROUGH OUR DAILY RITUALS”
Dienstag 19.02.2013 20:00 || Live Performance und Installation
Freitag 22.02.2013 19:00-23:00 || Ausstellung
Sonntag 24.02.2013 14:00-18:00 || Ausstellung
Kennengelernt haben sich die Berliner Klangkünstlerin und Vokalistin Alessandra Eramo und der in London ansässige Dichter SJ Fowler während der Liverpool Biennale 2012 auf Einladung von Mercy’s Electronic Voice Phenomena Symposium. Dort begann eine Zusammenarbeit in Form einer Korrespondenz von außergewöhnlicher Stärke und Form. Die beiden Künstler vereinen in den neuen kreativen Möglichkeiten ihrer Kunst, welche Peformance / Stimme / Text / Klang / Video zu einer ganzheitlichen künstlerischen Praxis vereint, ihre über Europa verteilten kulturellen Besonderheiten. In dieser Zusammenarbeit ist die volle Energie ihrer kollektiven Praktiken zu erleben, welche Elemente von performativem Ritual, martialer Körperlichkeit, persönlicher Historizität und kollaborativer Begrifflichkeit erforscht.
In der spezifischen Wortwedding-Schau wird neben kollaborativer Performance und interaktiver Skulptur eine Videoinstallation zu sehen sein, welche eine 16-Tage-Reise durch die simultan aufgezeichneten täglichen Rituale der beiden Künstler einfängt. Diese Filme werden präsentiert als das Herz eines völlig einzigartigen und intensiven Enjambements zwischen zwei Künstlern, deren Werk versucht gemeinsame Orte zu finden in der Barmherzigkeit der Körperlichkeit und der Vornehmheit der Gewalt.
Alessandra Eramo ist Klangkünstlerin, Sängerin und Performerin aus Berlin. Sie schafft Text-Klang-Kompositionen, Live-Performances, Videos und Installationen die in Europa, Kanada und den USA ausgestellt wurden, unter Anderem bei: 54. Venedig Biennale – Italienischer Pavillion, Sonic Circuits Festival Washington DC, Lyd & Literatur Festival Aarhus, Roulette New York, Festival Bandit‘ Mages Bourges, Harvestworks New York, Galerie Haus am Lützowplatz Berlin. 2010 ist sie Mitbegründerin der Vinyl & Klangkunst Produktionsfirma Corvo Records in Berlin. Zurzeit schreibt sie an ihrer Doktorarbeit an der Universität der Künste, Berlin. Außerdem ist sie aktiv in Bildungs-und Kulturprogrammen in Deutschland.
Der Dichter und Künstler SJ Fowler lebt und arbeitet in London. Er hat vier Gedichtbände veröffentlicht, seine Werke wurden in neun Sprachen übersetzt. Fowler wurde von der Tate Gallery (Tate Online), von Voiceworks Project, von London Sinfoniettas Blue Touch Projekt und von Mercy UK beauftragt Werke der Poesie, Klangkunst, Installationen und Performance-Kunst anzufertigen. Er hat auf Festivals und Bühnen in ganz Europa performt.
Er ist UK-Redakteur für Lyrikline.org und das VLAK Magazin sowie Poesie-Redakteur für 3am Magazin. Er bearbeitet die Maintenant Interview-Reihe und das Enemies Projekt in London. Derzeit schreibt er an seiner Promotion am Contemporary Poetics Research Centre an der University of London. SJ Fowler ist auch Mitarbeiter des British Museum und Kampfkunstlehrer.
Wortwedding. Raum für Interdisziplinäre und Interaktive Poesieprojekte | | Prinzenallee 59, 13359 Berlin
www.wortwedding.blogspot.de
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