Wenn, wie Robert Schumann schrieb, Musik die höhere Potenz der Poesie ist, dann ist dieses Buch Musik. Eine Sinfonie in sechs Sätzen und im austarierten Wechsel zwischen orchestraler Wucht und kammermusikalischer Feinheit. Ein Glanzstück literarischer Komposition und von jener intellektuellen und poetischen Eigensinnigkeit, die vom großteilig in Fadheit genormten Gedudel des Gegenwartsliteraturbetriebes mit fataler Zwangsläufigkeit auf den Außenseiterposten verbannt wird. Auf dem arbeitet sich der 1965 geborene Autor Thomas Kunst seit jeher ab. Woran weder euphorische Besprechungen von Deutschlandfunk bis FAZ noch das inzwischen 13 Bände umfassende Gesamtwerk etwas änderten.
Ob das jetzt mit „Die Arbeiterin auf dem Eis“ anders wird, bleibt abzuwarten. Mehr als nur verdient hätte es dieses Buch, das in sechs Kapiteln Gedichte und Briefe zu einem Kosmos verschmilzt, in dem die Wirklichkeit sich irrlichternd in Poesie komprimiert. Es geht um Liebe und Literatur, Ameisen in Palästina, Coyoten in Tucson haben große Auftritte, die Wut über „blutleere Gedichtattrappen“ bricht sich Bahn, Größenwahn zeigt sich als „verwildertes Selbstbewusstsein“, Venedig wird im Waschbecken erbaut oder sich frei jeglicher Folklore der grotesken Situation einer Schriftstellerexistenz in der DDR erinnert. All das: Sprachmusik, potenzierte Poesie – und der große literarische Wurf eines kleinen Verlages. / Steffen Georgi, in: REGJO. Das Magazin für Wirtschaft und Kultur aus Mitteldeutschland. 32. Ausgabe. Heft 1/2013
Die Arbeiterin auf dem Eis. Gedichte
und Briefe
edition Azur
Dresden 2013
136 Seiten
22,00 €
HONORARHOELLE VS. PARADIES DER PREISE
So ist denn die Denunziation von institutionell vergebenen und finanziell dotierten Literaturpreisen sowie der “blühende[n] Kultursubventionslandschaft” ( siehe : Autorenförderung ? Hungert sie aus ! / FAZ 2008 oder kürzlich Der Preis des Schreibens / taz 2013 ) mittlerweile ein mindestens so beliebter Topos wie die Klage über kärgliche Lebensumstände .
Dass es gut verdienende Autoren gibt , weiss Bernhard Kathan mindestens so gut wie auch die Leute vom Freischreiber , denen Dokumente von vergleichsweise luxuriösen Produktionsbedingungen vorliegen .
Die Perspektiven verschränken sich in Beobachtungen , wonach bereits bepreiste Autorinnen und Autoren eher mit weiteren Preisen bedacht werden als bislang weniger exponierte Kollegen . Gleicherweise tendieren Rezensionen ab einem gewissen Grad der Publizität zum Kaskadieren . Woran sich bekanntlich wiederum die Organisatoren & Redaktoren von Lesungen , Auftritten , Features orientieren .
Allerdings gibt es diese Resonanzkatastrophe durchaus auch negativ : Wer als kompliziert oder schwierig gilt , wird vielleicht von gewissen Zirkeln ästimiert und – wo dies möglich – hin und wieder mit ein paar Euro , bleibt bei aller Fertigkeit und allem Fleiss indes in einem Kreislauf des Schweigens . / Christiane Zintzen, in|ad|ae|qu|at
Mehr als 76 Jahre nach dem Tod von Federico García Lorca wird ein letzter Wille des spanischen Schriftstellers doch noch erfüllt. Der Gedichtband «Poeta en Nueva York» (Dichter in New York) wird genau so veröffentlicht, wie García Lorca (1898-1936) es sich vorgestellt hatte. Die von dem britischen Hispanisten Andrew A. Anderson betreute Ausgabe folgt nach spanischen Medienberichten vom Dienstag exakt dem Manuskript des Poeten. (…)
Das Originalmanuskript verschwand für mehrere Jahrzehnte und tauchte 1979 bei einer mexikanischen Schauspielerin auf. 2003 erstand die García Lorca-Stiftung das Original auf einer Versteigerung. / Europe online
Documentary about Afghan woman poet by Rahmat Haidari and Sajia Hussain
Hugo Ball (1886-1927) begründete während des Ersten Weltkriegs in Zürich den Dadaismus. (Hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?)
Anja Kampmann sprach im Deutschlandfunk über
Wiebke-Marie Stock: „Denkumsturz Hugo Ball. Eine intellektuelle Biografie“ Wallstein Verlag
Aber bereits im Juni 1916, in der Hochphase der Dada-Zeit, entdeckt Wiebke-Marie Stock eine Dimension der Klanggedichte, die Ball fortan beschäftigen wird. Während er in einem Bischofskostüm aus Glanzpapier ein Krippenspiel aufführt, fällt ihm plötzlich etwas auf. Seine Stimme
„verfällt bei der Aufführung in die uralte Kadenz der priesterlichen Lamentation, in ‚jenen Stil des Messgesangs, wie er durch die katholischen Kirchen des Morgen- und Abendlandes wehklagt. Ich weiß nicht, was mir diese Musik eingab.“
Ball erblickt inmitten seiner Wort- und Vokalalchemie eine plötzlich aufscheinende religiöse Dimension.
Poets‘ Picks feature for Poetry Month:
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Our free weekly e-mail newsletter alerts you to upcoming featured poets, news from the world of poetry, and special events like this one: again this year for Poetry Month and our annual April fund drive, we’ve asked 22 poets (including Jessica Greenbaum, Alpay Ulku, Tina Chang, and Lloyd Schwartz) to select poems to be delivered to you by e-mail Monday through Friday of each week in April — their favorites from among The Greats — along with their comments on the poems.
Sign up now (and tell your friends-in-poetry) before you miss our special April poems! (Note: if you already receive our weekly e-newsletter, you need not sign up again). / Poetry Daily
Im Japanischen kann man Gedichte nicht nur lesen und rezitieren, man kann sie auch anschauen und schönschreiben. Letzteres wird als Kunst so hoch geachtet wie das Dichten.Kurz nach der Katastrophe schrieb Yoko Ono während eines Vortrag über die Katastrophe das Zeichen für ‚Traum‘ auf eine Leinwand. Einer Kalligrafin beim Schönschreiben zuzuschauen, gilt as besonderes Kunsterlebnis. Japan hat seine Schriftzeichen von China übernommen, auch die Kalligrafie als Kunst. Trotz des Streits um einige Felsen im Meer, die zum Abbruch mancher Kulturkontakte führten, zeigt das Nationalmuseum zur Zeit Kalligrafien des chinesischen Meisters Wang Xizhi aus dem vierten Jahrhundert. / Süddeutsche Zeitung 16.3.
Nachrichten aus Japan von Christoph Neidhart, s.a. Hundert Tanka / Wiederaufbau- Lied
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
Mark Sanders, who lives in Texas, is not only a good poet, but he’s an old friend to the poetry of my home ground, working hard as teacher, editor, and publisher to bring Great Plains poetry to the attention of readers across the country. Here’s an example of one of his poems.
The Cranes, Texas January
I call my wife outdoors to have her listen,
to turn her ears upward, beyond the cloud-veiled
sky where the moon dances thin light,
to tell her, “Don’t hear the cars on the freeway—
it’s not the truck-rumble. It is and is not
the sirens.” She stands there, on deck
a rocking boat, wanting to please the captain
who would have her hear the inaudible.
Her eyes, so blue the day sky is envious,
fix blackly on me, her mouth poised on question
like a stone. But, she hears, after all.
…………………………………………… January on the Gulf,
warm wind washing over us,
we stand chilled in the winter of those voices.
American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2011 by Mark Sanders from his most recent book of poems, Conditions of Grace: New and Selected Poems, Stephen F. Austin State University Press, 2011. Poem reprinted by permission of Mark Sanders and the publisher. Introduction copyright © 2013 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.
Welcher Reichtum. Allein heute haben Geburtstag: A.E. Housman, Robert Frost, Tennessee Williams und Gregory Corso.
Hier ein Gedicht von Housman:
The Carpenter’s Son
„Here the hangman stops his cart:
Now the best of friends must part.
Fare you well, for ill fare I:
Live, lads, and I will die.
„Oh, at home had I but stayed
‚Prenticed to my father’s trade,
Had I stuck to plane and adze,
I had not been lost, my lads.
„Then I might have built perhaps
Gallows-trees for other chaps,
Never dangled on my own,
Had I left but ill alone.
„Now, you see, they hang me high,
And the people passing by
Stop to shake their fists and curse;
So ‚tis come from ill to worse.
„Here hang I, and right and left
Two poor fellows hang for theft:
All the same’s the luck we prove,
Though the midmost hangs for love.
„Comrades all, that stand and gaze,
Walk henceforth in other ways;
See my neck and save your own:
Comrades all, leave ill alone.
„Make some day a decent end,
Shrewder fellows than your friend.
Fare you well, for ill fare I:
Live lads, and I will die.“
Alfred Edward Housman
»Sogar dann, wenn jeder Himmel fehlt …«
Auf der Suche nach einem verlorenen (Griechen)Land
Zusammengestellt von Asteris und Ina Kutulas
die horen. Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik (Hg. von Jürgen Krätzer); Bd. 58. Jahrgang, 249
€ 14,00 (D) | € 14,40 (A) | SFr 19,50
Gedichte von Jazra Khaleed, Konstantin Kavafis (Unfertige Gedichte), Maria Poliduri, Kostas Karyotakis, Giorgis Seferis, Jannis Ritsos, Menelaos Ludemis, Tasos Livaditis, Takis Sinopoulos, Jakovos Kambanellis, Manolis Anagnostakis, Rena Chatzidaki, Titos Patrikios, Nikos Engonopoulos, Dionisis Karatzas, Sakis Serefas, Lefteris Poulios, Antonis Fostieris, Thanassis Lambrou, Kiki Dimoula
Prosa von Konstantin Kavafis (Reisetagebücher), Mikis Theodorakis, Odysseas Elytis
Eine Rose, die Poesie wird, kann dich brutaler niederstrecken als eine Faust, die niemals Poesie werden kann. Myriaden von Worten welken in rot eingebundenen Büchern, kaum dass ein Mädelchen einen Schuss abgibt.
Aris Fioretos, Amanda Michalopoulou u.a.
(fast alle Texte Erstübertragungen)
Early experimental poetry from (communist) Czechoslovakia:
The following set of „Non-Written“ poems includes an introduction to the process of creating this type of poetry:
Nebeský wonders if his early binary poems were ahead of their time. Certainly many circumstances of his life and in the world during the period after the creative upsurge of the 1960s were not conducive to their full development. The invasion of Chechoslovakia in 1968 suppressed some of the artistic flowering of the mid 1960s, but it’s not wise to see declines in creativity solely in political or other simplistic terms.
The world of the present may be more cordial, and Nebeský’s personal circumstances greatly improved. The world, after all, now depends completely on binary mediation, and much of society would collapse without the digital infrastructure that has grown since the 1960s. It is a pleasant irony to put binary poems on the world wide web, which is brought to you by binary systems. The dictatorships of the left and the right in the 1960s and 70s saw art forms such as Nebeský’s as self-indulgent, an affront to the „people“ and a decadent waste of time and energy by aesthetes. At present, binary communication is not only highly practical and engrained in the fabric of daily life for a large portion of the world’s population, the technology seems poised on the edge of bringing about a revolution that could empower many people or could become a tool of oppression. If it does the latter, the best way to resist it would include understanding it and finding it familiar.
Ladislav Nebeský was born in 1937, at Jilemnice, a small town about 100 km north-east of Prague. Begining in 1939, his father was a member of the underground anti-Nazi movement. In 1940, he was arrested by the Gestapo; in 1942, he was killed in Berlin. Ladislav Nebeský spent his first 18 years in Jilemnice. In the period 1955 – 1960 , he studied mathematics at Charles University in Prague. In 1962, he began working as a researcher at Charles University. This lead to full-time teaching at that school, where he became an Associate Professor in mathematics. The present academic year will be his last year there. He lives with his wife in Prague. They have one son, David.
The development of his poetry falls into two major periods: 1964 – 1972 and 1995 – … (Beginning in the seventies, he pursued mathematics more intensively). In the first period, he was a member of a free group of Czech authors of experimental poetry; he had many contacts with other poets. In the second period, the contacts with other writers became rather rare. In the earlier period, one of the high points for him and several other Czech poets was inclusion in the exhibition Poesía Concreta International in Mexico City, 1966. Another high point was the Konkrete Poesie exhibition, Stedelijk Museum, Amsterdam, 1970. Some of his early poetry was published in international magazines, and he is particularly pleased with one published in Ovum 10, Montevideo, Uruguay, in 1970.
Das ist selten geworden, seit auch die Übersetzer in deutschen Landen darauf schauen müssen, dass der übersetzte Autor sich auch verkauft. Einfach aus Spaß an der Freud‘ übersetzen, weil man ein Stück Literatur faszinierend findet, das ist nur noch den echten Exoten der Branche möglich. Einem wie Buchmann zum Beispiel.* (…)
Denn Marino war einer der bestechendsten Vertreter der artifiziellen Dichtung des italienischen Barock. „Schwülstig“, meint die deutsche Wikipedia, weil die deutschen Nachahmer schwülstig waren. Aber wer die Texte, die Buchmann ausgewählt hat, liest, findet nicht wirklich Schwulst, nur eine ausgefeilte Raffinesse, die das Spiel mit Wendungen und Bildern liebt, die den Gegner im Vergleich lächerlich macht, mit spitzen Sottisen durchbohrt und vor einem gebildeten Publikum mit fast teuflischer Lust beleidigt.
Das scheint nur halb funktioniert zu haben, auch wenn die „Murtoleide“ durchaus als Teil des sowieso schon scharfzüngigen Werkes von Marino gelesen wurde. Aber Dichterfehden haben ihre eigenen Gesetze. Und das Publikum dieser Zeit, in der es noch keine italienischen Talkshows und Telenovelas gab, hatte ganz gewiss auch ihren Spaß an den trivialen Versen Mùrtolas. Von denen Buchmann nicht ganz so viele übersetzt hat. Sie wirken auch heute primitiv. Da spielt keiner, da tanzt keiner einen spöttischen Maskenreigen – Mùrtola kommt gleich zur Sache, ruft seinen Widersacher auf den Kampfplatz und überschüttet ihn dann mit Beleidigungen aller Art. / Ralf Julke, Leipziger Internet-Zeitung
Episteln und Pistolen
Jürgen Buchmann; Giambattista Marino; Gaspare Mùrtola, Verlag Reinecke & Voß 2013, 9,00 Euro
*) Stimmt alles. Aber man soll auch darauf hinweisen, daß er einen Verleger dafür fand.
Free issues of Poetry, new educational resources, Record-a-Poem, and more
CHICAGO —The Poetry Foundation is pleased to announce an exciting array of literary programs and poetry events across the country in celebration of National Poetry Month, April 2013.
Poetry
Fifty thousand free copies of Poetry’s April 2013 issue will be distributed to individuals, classrooms, and reading groups around the world in celebration of National Poetry Month. In the April issue, readers find new poetry from Eavan Boland, Jane Hirshfield, Jamaal May, Dean Young, as well as poems by Adam Kirsch inspired by accompanying photographs. In a commemorative installment of “A Few More Don’ts”—one hundred years after Ezra Pound’s original “A Few Don’ts by an Imagiste” appeared in Poetry’s March 1913 issue—William Logan, Marjorie Perloff, and Sina Queyras offer their own guidelines for poets. Readers can find the entire April issue of Poetry online as of April 1, along with the accompanying discussion guide and the magazine podcast. A downloadable PDF of the April issue is also available, perfect for laptops, tablets, or e-readers.
Harriet Monroe Poetry Institute
The Poetry Foundation’s Harriet Monroe Poetry Institute has partnered with McSweeney’s to publish two new titles for readers, writers, teachers, and travelers. In an effort to bring the joy of poetry to students, Open the Door: How to Excite Young People About Poetry, edited by Dorothea Lasky, Dominic Luxford, and Jesse Nathan, offers essays, interviews, and lesson plans. The Strangest of Theatres: Poets Writing Across Borders, edited by Jared Hawkley, Susan Rich, and Brian Turner, explores how poets can serve as international envoys and revitalize American poetry in the process. These books will be released on April 9, 2013, and are currently available on the Harriet Monroe Poetry Institute website, along with a range of free educational resources.
Record-a-Poem
Anyone can record and share their favorite poems through the Poetry Foundation’s Record-a-Poem project. Participants choose poems from the more than 10,000 available through the Poetry Foundation, then record and post them to the Record-a-Poem group on Soundcloud. Learn more about the project.
Wider die rhetorische Verwilderung – mit Lyrik gegen die Krise in Ungarn
Es war ein Gedicht, das die Ungarn aufrüttelte: István Keménys „Abschiedsbrief“ aus dem Jahr 2011 bewegte Bevölkerung und literarische Szene gleichermaßen. Das Gedicht veränderte das Verhältnis von Dichtung und Politik: der politische Diskurs in Ungarn findet jetzt über und mit Poesie statt – ein in Europa wohl einzigartiges Phänomen. Am 9.6.2013 widmet sich das poesiefestival berlin in Lesung, Gespräch und Konzert der Krise in Ungarn und der Rolle der Poesie in ihr. Mit dabei in der Akademie der Künste sind u.a. die Autoren Szilárd Borbély, István Kemény, Petra Szőcs und Péter Závada, der Performance-Künstler Tibor Szemző und der Singer-Songwriter Zoltán Beck.
Die politische Rhetorik in Ungarn ist verhärtet, die Lyrik bietet einen Freiraum zur Debatte. Poesie-Lesungen sind politischer und radikaler geworden, bei Demonstrationen werden Gedichte auf Handzetteln verteilt, bissige Aphorismen und prägnante Couplets werden getwittert und gepostet.
In dem Gedicht „Abschiedsbrief“ nahm Kemény Abschied von einem Land, das nach dem Ende des Staatssozialismus keine demokratische Stabilität gefunden hat und stattdessen zunehmend autoritäre Züge annimmt. Immer wieder hinterfragt er die Rolle des Dichters in diesen Zeiten. Szilárd Borbély trauert in seiner Lyrik über die ermordeten Roma. Ein Politikum, denn die Pogrome der Neo-Nazis werden nach wie vor nicht öffentlich diskutiert. Der Singer-Songwriter Zoltán Beck verbindet Musik und Dichtkunst und eröffnet ihr so weitere Verbreitungskanäle – in Ungarn wird wieder erlebt, was das gedichtete Wort vermag.
Das poesiefestival berlin ist ein Projekt der Literaturwerkstatt Berlin in Kooperation mit der Akademie der Künste und wird gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.
7.- 15. Juni 2013
14. poesiefestival berlin
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
So 9.6.2013, 18.00 Uhr
Warum und wie ist die zeitgenössische Lyrik politisch?
Poesiegespräch mit Szilárd Borbély (Autor, Debrecen), Orsolya Kalász (Autorin, Berlin), Dóra Péczely (Lektorin, Budapest)
Moderation: Wilhelm Droste (Literaturwissenschaftler, Ungarn)
So 9.6.2013, 20.00 Uhr
„Die Ruinen sind genauso wie die Rose“
Zweisprachige Lyriklesung mit Szilárd Borbély, István Kemény, Petra Szőcs, Péter Závada und Singer-Songwriter Zoltán Beck
Moderation: Can Togay, Leiter des Collegium Hungaricum Berlin
So 9.6.2013, 22.00 Uhr
Multimedia-Performance: „Tractatus“
Eine Kammerkomposition zu Ludwig Wittgensteins „Tractatus Logico-Philosophicus“ von Tibor Szemző
So 9.6.2013, 23.00 Uhr
Konzert: Presszó Tangó Libidó
Die Literaturwerkstatt Berlin führt eine Kampagne zur Gründung eines Deutschen Zentrums für Poesie. Dieses Poesiezentrum wird Informations-, Arbeits-, Begegnungs- und Veranstaltungsstätte für Dichterinnen und Dichter sein, für die interessierte Öffentlichkeit aller Altersstufen, für Verleger, für Lernende und Lehrende, für Medien und Multiplikatoren aus dem In- und Ausland. Weitere Informationen unter www.poesiezentrum.de
Für Rückfragen und Informationen:
Boris Nitzsche & Jutta Büchter Presse/ÖA,
Literaturwerkstatt Berlin, Tel: 030. 48 52 45 25
www.literaturwerkstatt.org
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