35. Keine Überraschung

Daß Jan Wagner mit seinem jüngsten Werk “Regentonnenvariationen” auf der Shortlist steht, ist wahrscheinlich keine große Überraschung. Leipzig hat den großen Vorteil, alle literarischen Formen berücksichtigen zu dürfen. Anders als der Frankfurter Platzhirsch, der irreführenderweise “Buchpreis” heißt, aber, ein elementarer Geburtsfehler, nur Romane meint. Und diese Nominierung ist konsequent, denn Wagner vollzieht mit der Poesie einen Perspektiv- und Gesprächswechsel auf unsere Welt. Er ist ein Lyriker, der es wie kaum ein anderer versteht, sich die klassischen Gedichtformen und -traditionen zu eigen zu machen. Wagner steht in der Tradition der Naturlyrik, deren Zentralmotive Naturerscheinungen  wie die Landschaft, das Wetter und die Pflanzenwelt sind und die auf dem Erlebnis der Klimaveränderung aufbauen. Bereits die ersten namhaften Dichter bedienten sich der Natur als Projektionsraum und sprachen ihr nicht selten menschliche Attribute zu. Im Barock wurde die Natur religiös aufgeladen und heilsgeschichtlich gedeutet, während sie selbst eher im Hintergrund stand. Innerhalb der deutschen Lyrik erfolgte eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Natur seit dem 18. Jahrhundert. Die Gedichte in diesem Band sind voller Beobachtungen und Beschreibungen, überbordend von Sprachlust. Man bewegt sich in ihnen gleichsam als Botaniker durch Flora und Fauna, Stadt und Garten, Ereignisse und Biographien. Eine Entdeckungsreise.

KUNO hofft, dass er nicht noch einmal zehn Jahre dauert, bis ein Lyriker nominiert wird. / Matthias Hagedorn, Kuno

Regentonnenvariationen, Gedichte von Jan Wagner. Hanser Berlin, Berlin 2014

34. Boris Pasternak

Am 10. Februar 1890 (nach dem damals in Rußland geltenden julianischen Kalender wars ein 29. Januar), heute vor 125 Jahren, wurde der Dichter Boris Pasternak geboren. DLR schreibt:

… der vielfältig begabte Künstler geht 1912 nach Marburg, um Philosophie zu studieren, bevor ihn die Begegnung mit moderner Lyrik zu seiner wahren Berufung führt, wie Susanne Frank, Professorin für Ostslawische Literaturen an der Berliner Humboldt-Universität, erklärt:

„Der Futurismus war eigentlich eine erste ganz wichtige Etappe, er war sehr, sehr inspiriert von Majakowski in den 10er-Jahren, und hat versucht, dann angeregt durch die futuristischen Gedichte, selbst zu schreiben. Aber so richtig futuristisch wurde das eigentlich nicht, weil es zu wenig experimentell, zu wenig krass experimentell war.“

Einen ganz eigenen Ton findet er mit dem Band „Meine Schwester, das Leben“. Die Sammlung entsteht im Sommer 1917 zwischen Februaraufstand und Oktoberrevolution, kann jedoch erst 1922 nach den Wirren des Bürgerkriegs veröffentlicht werden. Diese Gedichte voller kühner Bilder treffen bei Kritik und Publikum auf begeisterte Zustimmung:

„Eine schwüle Nacht

Es tröpfelte, doch standen stille
Die Gräser im Gewittersack,
Der Staub nur schluckte es zu Pillen,
Eisen in sachtem Pulver nackt.

Nicht hoffte da sein Heil zu finden
Das Dorf, Mohn war wie Ohnmacht tief.
Der Roggen brannte in Entzündung,
Gott schwoll im Ausschlag, fieberte.“

In den Jahren des stalinistischen Terrors lebt Pasternak von Übersetzungen fremdsprachiger Literaturen. So bemüht er sich um Dichtung aus dem Kaukasus, jener beinahe mythischen Gegend, die in der klassischen russischen Literatur des 19. Jahrhunderts eine so wichtige Rolle gespielt hat … / Florian Ehrich

Pasternaks Gedicht „Der Nobelpreis“ im Original und zwei deutschen Fassungen bei Textkette

33. Jan Wagners Gedichte

Jan Wagners Gedichte sind Sehstücke, Beobachtungsepiphanien von Gegenständen, die eine genaue poetische Betrachtung einfordern. Um sich auf diese häufig alltäglichen Dinge einzulassen, braucht es handwerkliche Übung, Geduld, Zeit und Ruhe. (…)

Aber sind Gedichte über Tiere und Pflanzen, die Gedichtformen wie Oden, Sonette oder wie im Fall der titelgebenden „Regentonnenvariationen“ japanische Haikus pflegen, vor lauter Gegenwartsscheu überhaupt auszuhalten? Wagner hat eben eine eigene Art, die Gegenwart zu erkunden. Seine Lyrik bedient sich weder bei neuesten Phänomenen noch am aktuellen Sprachgebrauch; kein Vokabular der Digitalisierung, der politischen Situation, der Neurobiologie oder Hirnforschung, nicht einmal die großen Namen der Weltöffentlichkeit. Immerhin setzt das Gedicht „die tennisbälle“ mit der treffenden Erinnerung an „die ära von borg und mäckenroh“ ein. / Christian Metz, FAZ

Jan Wagner: „Regentonnenvariationen“. Gedichte. Hanser Berlin Verlag, München 2014. 102 S., geb., 15,90 Euro.

32. How Abu Nuwas (757-815) used sex jokes to critique Islamic society

One of the most influential and lauded (though not uncontroversial) Arabic poets of all time, Abu Nuwas, regularly employed sexually graphic and borderline blasphemous imagery in his own brand of “Islamic satire” that resonates to this day.

Writing from Baghdad during the zenith of the Abbassid period — the Islamic empire that lasted from roughly the mid-8th to mid-13th centuries — Abu Nuwas drew on profane and offensive imagery as a way to subvert the authority of the caliph and mock the excesses of the court. Despite his critique of those in power, he himself was a court poet, providing him with an elite audience.

Often, his words directly targeted the institutions of Islam. In one colorful verse, for example, he calls sodomy the “true jihad.” Playing on the meaning of the word “Islam” as submission (to God), he draws on the word’s sexual connotations to suggest that Muslims should get non-Muslims to “submit” through sex.

In another of his verses, two young boys fall in love, and in lieu of praying five times, they fornicate five times a day when the Muslim call to prayer.  / Marya Hannun, Washington Post

Gedichte mit homoerotischen Themen von Abu Nuwas hier, hier und hier (englisch)

31. Storm bei Max Reger und Alban Berg

Max Regers Gestaltung zeugt weniger von einer genauen gefühlsmäßigen Sinninterpretation der Storm-Gedichte, sondern viel mehr von der eigenen phantasiegeleiteten Klangentfaltung, die (erstaunlicherweise?) durch die eigentlich eher karge gebundene Sprache des Husumer Dichters ausgelöst wird. Alban Berg übrigens, der sonst ein besonderes Faible für Baudelaires Lyrik hatte, entwickelte nach der ersten Version des Gedichts Schließe mir die Augen beide von 1900 25 Jahre später eine zweite auf der Basis derselben Zwölftonreihe, die seiner Lyrischen Suite zugrunde liegt. Das Besondere an dieser Reihe liegt darin, dass sie – aufsteigend gespielt – alle Intervalle und somit den vom Komponisten so genannten “Mutterakkord” enthält. /  Hanns-Peter Mederer, amusio

30. Costa Book Awards

Der Costa Book Award ehrt in jedem Januar „einige der herausragenden“ Bücher des Vorjahrs von Autoren aus dem UK und Irland. Er wird in den 5 Kategorien Debütroman, Roman, Biografie, Lyrik und Kinderbuch vergeben. Die Preissumme beträgt jeweils £5000. Zusätzlich wird aus den 5 Preisträgern das Buch des Jahres ausgewählt und mit £30.000 prämiert. Die Preise für 2014 wurden Ende Januar in London vergeben. Sieger in den Einzelkategorien:

  • Debütroman:  Emma Healey, «Elizabeth Is Missing»
  • Roman: Ali Smith, «How To Be Both»
  • Biografie: Helen Macdonald, «H Is for Hawk»
  • Lyrik: Jonathan Edwards, «My Family and Other Superheroes»
  • Kinderbuch: Kate Saunders, «Five Children on the Western Front»

(Nach einem Bericht der Neuen Zürcher Zeitung auch Kurzgeschichte: Zoe Gilbert, wofür ich bei den von mir eingesehenen britischen Zeitungen keine Bestätigung fand).

Buch des Jahres wurde nicht der favorisierte Roman, sondern die Autobiografie «H Is for Hawk».

Der Juryvorsitzende Robert Harris nutzte die Preisverleihung für eine Kritik an der BBC. In den 70er Jahren habe es 2 Büchersendungen im britischen Fernsehen gegeben, jetzt keines mehr. So viele Bücher dienten späteren TV-Produktionen zur Vorlage, der öffentlich finanzierte Sender habe die Pflicht, dem Buch auch etwas zurückzugeben. Er sagte auch, der Costa-Preis zeichne Bücher aus, die die Leute lesen wollen, der Man Booker-Preis solche, die sie lesen sollten.

Der ausgezeichnete Gedichtband ist das Debüt des Autors Jonathan Edwards.

Mehr: Independent | Guardian

29. Poetopie

Karneval fällt aus – Zeit, uns ernst zu nehmen

Hansjürgen Bulkowski

28. Engel sind heikel

«Ein jeder Engel ist schrecklich.» Diese Erkenntnis aus den «Duineser Elegien» Rainer Maria Rilkes hat der Dichter Gerhard Falkner zu einem grossen Misstrauensvotum gegenüber den Konfigurationen des Erhabenen ausgebaut. «Engel sind heikel»: So beginnt Falkner eine seiner insgesamt zwanzig «Ignatien», die sich als «Elegien am Rande des Nervenzusammenbruchs» verstehen. In diesen Gedichten hat Falkner eine prägnante poetische Signatur für die Dissoziationen des lyrischen Ichs im 21. Jahrhundert erschaffen. Sie lesen sich wie Abgesänge auf eine digital ausgehöhlte Spezies, die sich einmal als «Krone der Schöpfung» begriffen hat: «Die Engel liegen als Punks mit gepiercten Augen / vor den Portalen von Facebook.» / Michael Braun, NZZ

Gerhard Falkner / Yves Netzhammer: Ignatien. Elegien am Rande des Nervenzusammenbruchs. Deutsch/Englisch. Übersetzung: Ann Cotten. Starfruit Publications, Fürth 2014. 128 S., Fr. 29.90.

27. Ukraine: Der Krieg hat das Land verändert

Der ukrainische Lyriker Serhij Zhadan darüber, wie der Krieg (die Überschrift der Zeitung sagt „Ukraine-Krise“, aber der Autor nennt es einen Krieg) das Land verändert hat.

Meine Heimatstadt Charkow ist weit im Hinterland. Andererseits – von hier bis zur russischen Grenze ist es auch nur eine Stunde Fahrt. Die Stadt ist mit den Nationalfarben Gelb und Blau verziert. Aber weiter weg vom Zentrum übermalen die Anhänger des Projekts Neurussland das Gelb und Blau mit Hakenkreuzen. Auf den ersten Blick macht diese Stadt den Eindruck, völlig proukrainisch zu sein: Aktivisten, freiwillige Helfer, Militärs. Von überallher kommen Menschen, die sich freiwillig zum Fronteinsatz gemeldet haben, und hierher ins Krankenhaus werden die Verwundeten gebracht.

Bei den letzten Parlamentswahlen haben hier wieder die früheren Mitstreiter Janukowitschs gesiegt. Der Krieg ermüdet, der Krieg zermürbt, aber offenbar hat niemand aus dem Krieg etwas gelernt. Hin und wieder ertönen in der Stadt Explosionen, die Terroristen sind bei der Arbeit. In den sozialen Netzwerken nennen sie sich selbst Charkower Partisanen, der Inlandsgeheimdienst SBU dagegen bezeichnet sie als russische Diversanten. Mehrmals sind Bomben an belebten Orten explodiert, es hat viele Verletzte gegeben.

Derweil demonstrieren proukrainische Aktivisten regelmäßig vor dem russischen Konsulat oder versuchen, das Rathaus zu stürmen. Bürgermeister ist hier weiterhin Gennadi Kernes, eine mehr als dubiose Figur. Weiterhin werden Lenin-Denkmäler gestürzt, aber die Spannung bleibt hoch. Der Krieg lässt nicht locker, der Krieg lenkt die Emotionen und raubt einem die Ruhe. In den Straßen sind immer mehr Soldaten in Uniform zu sehen, und die Gespräche drehen sich ständig um die Themen Flüchtlinge, Mobilmachung, Besatzung.

Immer mehr Verluste und immer mehr persönliche Geschichten: Hier ist ein Bekannter in Kriegsgefangenschaft geraten, dort hat jemand die Einberufung bekommen und ein weiterer Freund sammelt Geld für Hilfsgüter. Immer öfter hört man auch die Worte „vor dem Krieg“: Dieses war vor dem Krieg, jenes hat schon vor dem Krieg angefangen, vor dem Krieg war es soundso, vor dem Krieg habe ich ganz andere Sachen gemacht. Und es stimmt: Vor dem Krieg war das ein anderes Land. / Die Welt

26. Dazugelernt

Hubert Winkels 2012:

Juryvorsitzender Hubert Winkels: “Wenn wir einen Lyrik-Band auszeichnen würden, würden viele lange Gesichter machen. Man würde auch Schelte bekommen. Bei großen Preisen sollte man keinen exotischen Weg gehen und nach Kleinverlagen mit avantgardistischer Lyrik suchen. Das wäre der falsche Weg. Man adressiert sich an ein großes nationales, ja internationales Publikum. Natürlich freut man sich, ein Buch auszuzeichnen, das anschließend eine große Zahl von Lesern hat.” (Börsenblatt für den deutschen Buchhandel, 30.9. 12). Mehr

Hubert Winkels 2015:

Ich musste in den Statuten sogar noch einmal nachlesen, ob Gedicht oder Theaterstücke überhaupt zulässig sind. Sie sind es auf jeden Fall – und ich habe mich im Nachhinein gefragt: Warum ist das nicht vorher passiert?“, sagt Winkels. „Allen war sofort klar, es ist ein Glücksfall, dass dieser Band von Jan Wagner da ist.“ Mehr

25. Vertont

„Die Kriegsfibel“ gehört zu den wichtigen Exilwerken Brechts, 1955 in Deutschland im Eulenspiegel Verlag erschienen und seither in vielen Ländern. Im dänischen Exil begann Brecht damit, Zeitungsbilder- und Berichte über die Realität des Krieges sowie der Naziherrschaft zu sammeln und mit Gedichten zu versehen. Einige der Vierzeiler wurden von Hanns Eisler und Paul Dessau vertont.

Initiiert durch den Augsburger Pianisten und Musiklehrer Geoffrey Abbott haben fünf Augsburger Komponisten – Richard Heller, Michael Kamm, Wolfgang Lackerschmid, Rhytm Police und Stefan Schulzki –Verse aus der „Kriegsfibel“ neu vertont.

Schauspielerin Rike Schmid liest und das Junge Vokalensemble Schwaben singt die Gedichte, begleitet von Pianist Geoffrey Abbott: Sonntag, 8.2.2015, 11 und 19.30 Uhr in der Brechtbühne. / Presse Augsburg

24. Geehrt

Two major poets of the African-American experience — Maya Angelou and Nikki Giovanni — will be honored this week as part the program And Still I Rise: A Celebration of African-American Artists, presented by the OperaTunity Foundation.

A variety of events combining art, poetry and music are scheduled. The title and all performances are dedicated to the memory of Maya Angelou, the towering poet and writer who died last year. Angelou was best-known for the chronicle of her youth, I Know Why the Caged Bird Sings.

The week’s key event will be a Friday concert featuring Nikki Giovanni, who has been a leading African-American poet, writer and activist since her career began in 1967. Giovanni has written numerous volumes of poetry and children’s books and made several recordings. / Free Times

23. Verboten

Neuerlich blockiert der deutsche Suhrkamp Verlag Lesungen und Theaterproduktionen von Werken Thomas Bernhards in Salzburg. Wie Tomas Friedmann, Leiter des Salzburger Literaturhauses, bekannt gab, habe Suhrkamp ohne Angaben von Gründen eine für heute, Donnerstag, geplante Lesung von Schauspieler Franz Froschauer mit Kommentaren von Literaturwissenschaftler Manfred Mittermayer schriftlich untersagt.

Dies habe offenbar Methode, so Friedmann in einer Aussendung: Das Cineteatro von Charly Rabanser in Neukirchen am Großvenediger sowie das Schauspielhaus Salzburg (Produktionsplan „Der Theatermacher“ in der Spielzeit 2015/2016) haben Absagen von Suhrkamp bzw. von Nachlassverwalter und Bernhard-Halbbruder Peter Fabjan bekommen. Auch Volksschauspielerin Julia Gschnitzer wurde eine Lesung in Henndorf am Wallersee vor wenigen Monaten untersagt. / Wiener Zeitung

22. Populäre Gedichte

„Ohne Dich ging ich in einer Mondscheinnacht/ auf jener uns vertrauten Gasse/ Mit allen Sinnen spüre ich Dir nach./ Die Freude Dich wieder zu sehen entfachte in mir ein Feuer./ Ich wurde wieder der verliebte Tor von damals.“ So lauten die ersten Zeilen des Gedichts „Die Gasse“, einem Liebesgedicht, das im Iran zum Allgemeinwissen gehört. Dr. Ahmad Marandi trug seine Übersetzungen der bekannten persischen Gedichte [von Fereymoon Moshiri] in der Büchergilde Gutenberg einem begeisterten Publikum vor.

Nach der Begrüßung durch Buchhändlerin Dagmar Tenten gab es zunächst eine Kostprobe der persischen Lyrik, bevor Marandi den Zuhörern die Hintergründe seiner Arbeit erläuterte. „Wenn im Iran Menschen zusammensitzen, beginnen sie oft Gedichte aufzusagen. Viele kennen ihre Lieblingsgedichte auswendig“, so Marandi. Der langjährige Lehrer an der Gießener Volkshochschule und vereidigte Dolmetscher der persischen Sprache stellte schon in jungen Jahren diesen kulturellen Unterschied zu seiner Wahlheimat Deutschland fest, wo moderne Lyrik nicht so selbstverständlich im Alltag vertreten ist. / Gießener Anzeiger

21. Verschneidungen

Verschneidungen von Dichtung und Musik – sie basieren auf Gedichten von Ferdinand Schmatz, aus „die woke und die uhr“, „dschungel allfach“, „das große babel,n“ und „quellen“. Wobei Motive wie: die Uhr und die Wolke, der Tiger und die Palme, aber auch der die Buchstaben der Psalmennachdichtungen durch die musikalischen Setzungen des Duos Muze (Diego Muné und Bernadette Zeilinger) in Form von gemeinsamer Improvisation Erweiterungen und Konzentrationen erfahren. Neue Klang- und Sinnräume, vor allem im Spannungsfeld von Natur (Wolke) und Zivilisation (Uhr) werden eröffnet: Stimme, Saite und Holzrohr nähern sich an und entfernen sich, berühren und verschneiden einander, um immer wieder einen gemeinsamen Fluchtpunkt zu entdecken und zu erzeugen:
So gehört ist jede Zusammenarbeit des Trios eine Uraufführung.

Eröffnungskonzert mit Schmatz & Muze
Ferdinand Schmatz: Literatur, Stimme
Bernadette Zeilinger: Flöten
Diego Muné: Gitarre

Siebenstern
1070 Wien, Siebensterngasse 31
Mo., 09.02.2015
20:00 – 21:30

/ events.at