Poetopie

die Wörter haben abgenommen, sind abgemagert in der Eile – womit füttern, damit sie wieder zunehmen?

Hansjürgen Bulkowski

Lesekultur

Die niederländische Buchbranche kämpft mit einigen strukturellen Problemen. Der Raad voor Cultuur beklagt die zunehmende „Entlesung“ der Jugend. Das Fach Literatur sei fast ausnahmslos aus dem Stundenplan der Schulen gestrichen worden. Nur an den Gymnasien gebe es Literaturgeschichte als Pflichtfach. An den Universitäten schreiben sich immer weniger Studenten für Niederlandistik ein. All dies habe Folgen für die Lesekultur des Landes, so der Raad voor Cultuur.

Der Rat nennt drei Hauptaufgaben, die zur Förderung der literarischen Kultur in den Niederlanden in Zukunft wichtig sind:

  • Der Erhalt der Angebotsvielfalt durch die Buchpreisbindung und gezielte Subventionen. Die Bekämpfung der abnehmenden Leserschar durch Literaturunterricht.
  • Da sich das Buch zunehmend gegenüber anderen Medien durchsetzen muss, ist eine Fortführung der Leseförderung wichtig.
  • Die Möglichkeiten der Digitalisierung müssen besser ausgeschöpft werden.

AutorAndreas Gebbink

Botschafterin der Poesie

Die Autorin Francisca Ricinski nahm in Iasi (der ältesten Universitätsstadt Rumäniens und wichtiges Kulturzentrum, das anstrebt, Kulturstadt Europas gewählt zu werden) an der zweiten Edition des europäischen Festivals der Poesie teil und dort wurde ihr den Titel “Botschafter der Poesie” verliehen. / KUNO

Ohne Mitte und Mauer

W.H. Auden (1907-1973) war einer der großen Lyriker des 20. Jahrhunderts. Wirklich populär ist er heute jedoch nicht – sein Werk lässt sich weder leicht erschließen noch nebenbei goutieren: „Increasingly one must respond to his poems as a mind, not a creature of feeling.“ Es fordert Aufmerksamkeit sowie Konzentration; erst dann entfaltet es eine zeitlose Relevanz, ja einen Zauber, der Worte für das bislang Begrifflose findet.

Mit „City without Walls“ (1967) gelingt Auden ein lyrisches Röntgenbild New Yorks in Form einer „vigorous jeremiad“, eines Klagelieds. Von der ’Stadt ohne Mauern’ wird ein großes zivilisationskritisches Schreckensbild entworfen, wobei die fehlenden Wände nicht nur eine durchdringende, scharfsichtige, vor allem schonungslose Analyse der urbanen Zustände ankündigen. Vielmehr klassifizieren sie die moderne Megacity als mittelpunkt-, grenzen-, gar charakterlos, als gewissermaßen ungezügelt: „Those fantastic forms, fang-sharp, / bone-bare, that in Byzantine painting / were a short-hand for the Unbounded / beyond the Pale, unpolicied spaces / where dragons dwelt and demons roamed“ (1. Strophe). Als topographisch amorphes, unendlich erweiterbares Phänomen ohne Mitte und Mauer kontrastiert New York, allein Wirtschaft und Ökonomie verpflichtet, die geschlossene antike Polis oder festummauerte mittelalterliche Stadt. / Nathalie Mispagel, literaturkritik.de

Mit und für Kutsch

Am DIENSTAG, 9. Juni, 19.30 Uhr, im Literaturhaus Köln, Großer Griechenmarkt 39

Gedichte – was sonst?

Ein Abend mit und für Axel Kutsch aus Anlass seines 70. Geburtstags

Der ehemalige Redakteur des Kölner Stadt-Anzeigers hat mehr als zwanzig Lyrik-Anthologien – manche thematisch gebunden, manche epochenübergreifend – herausgegeben. Mit seinen regelmäßigen Bestandsaufnahmen aktueller deutschsprachiger Lyrik gilt er überdies als einer ihrer führenden Chronisten. Seine Reihe Versnetze – Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart (seit 2008) gibt wichtige Orientierung. An diesem Abend aus Anlass seines 70. Geburtstags spricht Guy Helminger mit Axel Kutsch über seine eigenen und die Gedichte anderer. Die Kölner Lyrikerinnen und Lyriker Anke Glasmacher, Louisa Schaefer, Sabine Schiffner, Christoph Danne, Adrian Kasnitz und Amir Shaheen lesen zu seinen Ehren. / Mehr

Hier stinkt es nach Roster

Die Gedichte – von denen einige auch in der „Thüringer Anthologie“ in unserer Zeitung erschienen sind – werfen melancholische Blicke auf ein Land unter der Last von dem, was war. Buchenwald kommt vor, aber auch das hehre und zuweilen schwere Erbe der Klassiker. „Johann Sebastian Bach pflanzte / Einen irdischen Wald in der ewigen Helligkeit“, dichtet der Eisenacher Pastor Christoph Eisenhuth – derweil sich Andreas Reimann über den „im gips der goethe-wichte“ konservierten Dichter mokiert und die „gartenzwerge, die durch weimar ziehen“. Weimar als Klassikerklischee – und Zuhause: „In deinen Weitbürgermauern“, schreibt Gerald Höfer, „fand ich die Liebste und mich.“ „Thüringen, hier stinkt es nach Roster“, verkünden indes die Wände bei Mirko Wenig. Das Land, sagt Nancy Hünger, „steht ja immer im Verdacht des Provinziellen. Aber es ist ein lebendiges Land mit geselligen Stimmen und einer vielfältigen Dichterkultur.“ In der sich Welt und Provinz, hier und woanders, immer schon begegneten, irgendwie: „Das Ende vom Ende“, heißt es bei Heinz Czechowski, „ist ein schöner Gedanke / der vermutlich auch / in Gotha gedacht wird.“ / Lavinia Meier-Ewert, Thüringer Allgemeine 4.6.

„Thüringen im Licht. Gedichte aus fünfzig Jahren“
Herausgeber: Nancy Hünger und Ron Winkler
Wartburg Verlag, Weimar 2015
Broschur, 260 Seiten
ISBN: 978-3-86160-399-3

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Ingolds Einzeiler

Etwas mehr Licht an einem Tag wie diesem, der keinen Stern hat und auch keinerlei Gewicht, wäre gar nicht so schlecht.

Jeden Donnerstag punkt 11 Uhr veröffentlicht L&Poe ein ungedrucktes Monostichon des Schweizer Dichters Felix Philipp Ingold. Mehr

700 Haikus

STADTKREIS FREIBURG – FREIBURG

Haiku-Wettbewerb der Partnerstadt Matsuyama: Fast 700 Haiku-Gedichte kamen aus Freiburg – Japanische Germanistik-Professoren loben hohes Niveau

Als im Herbst 2013 eine Delegation der japanischer Partnerstadt Matsuyama anlässlich des 25jährigen Partnerschaftsjubiläums in Freiburg weilte, übergab Bürgermeister Katsuhito Noshi ein besonderes Gastgeschenk: Eine hölzerne und kunstvoll verzierte Haiku-Postbox, in der in der Stadtbibliothek Haiku-Gedichte gesammelt werden. Matsuyama gilt als eines der führenden Zentren in Japan für die traditionelle Gedichtsform Haiku mit jeweils drei Zeilen im Versmaß fünf – sieben – fünf Silben: In fast 100 öffentlichen Haiku-Postboxen in Matsuyama (einige sogar in Straßenbahnen) werden jährlich tausende Gedichte gesammelt, von denen die schönsten regelmäßig prämiiert und veröffentlicht werden.

Inzwischen haben auch die Freiburgerinnen und Freiburger ihre Liebe zu der japanischen Dichtkunst entdeckt. Als die Freiburger Haiku-Box im Dezember geöffnet und der Inhalt für den traditionellen Wettbewerb nach Japan geschickt wurde, staunten die Fachleute aus der Abteilung „Tourismus und Internationaler Austausch“ in Matsuyama nicht schlecht: Fast 700 Haiku-Gedichte – dreimal so viele wie im Vorjahr – waren in der Freiburger Stadtbibliothek zusammen gekommen. Sie sind in einer eigenen Kategorie deutschsprachiger Einsendungen von den Germanistik-Professoren Takaaki Mori und Koichi Uwagawa der Ehime-Universität in Matsuyama bewertet und japanisch übersetzt worden; das Ergebnis liegt inzwischen dem Freiburger Rathaus vor.

25 Arbeiten haben die Haiku-Fachleute besonders ausgezeichnet. „Nicht wenige Gedichte haben uns überrascht mit sehr originellen und einsichtsvollen Gedanken“, schreiben die beiden Professoren in ihrer Begründung. Weiter heißt es: „Besonders beeindruckt haben uns die Haikus, die nicht nur eine hervorragende Beschreibung der Natur bieten, sondern auch einen Eindruck der Natur in einem einzigen Augenblick scharfsinnig erfassen und zur gleichen Zeit Erkenntnisse über Mensch oder Natur zum Ausdruck bringen“.

Oberbürgermeister Dieter Salomon wertet die hohe Zahl der Freiburger Einsendungen als einen Beleg, wie sehr die Partnerschaft mit Matsuyama im Bewusstsein der Freiburger verankert ist. „Die Haiku-Box war ein ehrenvolles Geschenk, das zum aktiven Engagement und zur Beschäftigung mit japanischer Dichtkunst auffordert. Es ist gelebte Partnerschaft, wenn so viele Menschen sich mit eigenen Beiträgen beteiligen.“

>> Liste der prämiierten Freiburger Einsendungen

(Presseinfo: Stadt Freiburg, Pressereferat, 03.06.2015 / Regiotrends)

Frage und Antwort

Bossong stellt die Frage: Wieviel Sprachirritation wollen wir uns leisten, wenn wir kaum jemanden mehr erreichen.

Rinck antwortet: „Es ist nicht so, dass die Beschäftigung mit Gedichten Ihnen Zeit nimmt. Im Gegenteil: Sie gibt Ihnen Zeit. (…) Stunden, die quer zur Eindeutigkeit stehen und alles aufhalten, weil Sie selbst aufgehalten sind. Das sind die Stunden, die bleiben. (…) Tricksen Sie Erwartungen aus, lassen Sie sich nicht berechnen. Tun Sie idiotische Dinge, lesen Sie unverständliches Zeugs, (…) und Ihnen wird Zeit geschenkt. … Das Gedicht ermöglicht Ihnen, einem Gedanken Zeit zu geben.“

Wenn alles verständlich wäre, fragt sie weiter – wenn alles verständlich wäre, würde man sich dann nicht von einer ganzen Dimension des Lebens verabschieden, von der Möglichkeit zu Überraschung und Erstaunen. Überraschung über manche Dinge aber ist eine notwendige Bedingung des Denkens.

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Monika Rinck, Risiko und Idiotie. Streitschriften, kookbooks Berlin, 2015. 

Noch mehr Lyrik

Lyrik erlebt derzeit ein Hoch: Der Leipziger Buchpreis an Jan Wagner, Festivals wie die Frankfurter Lyriktage (10.-20. Juni), eine sehr lebendige Szene, engagierte Verlage und Sortimenter sind Indizien und Beweise dafür, dass die Gattung auch beim Publikum besonders geschätzt wird. Dem Buchhandel in der Breite wäre zu wünschen, dass er mehr mit dem poetischen Pfund wuchert. Eine Lagebeschreibung von Michael Roesler-Graichen, Börsenblatt

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Martin Hielscher, Programmleiter Belletristik bei C. H. Beck, sieht etwa fünf bis sechs verschiedene Strategien am Werk, die sich entweder einer offenen, lockeren Erzählform bedienen oder aber strengere, klassische Stilmittel wie den Reim oder Formen wie das Sonett wählen. Während der größere Teil der Gegenwartslyrik „dezidiert antihermetisch“ sei, gebe es auch Vertreter einer sehr verschlüsselten Lyrik, die häufig an das Werk Thomas Klings anknüpfe, beispielsweise die Dichtung Monika Rincks; andere Lyriker hingegen könne man eher zu den epigonalen Vertretern dieser Richtung rechnen.

Bei dieser Art Dichtung finde man einen unzugänglich wirkenden „geschlossenen Raum vor, den man nur auf Zehenspitzen betreten darf“. Andererseits gebe es Konzept­lyriker wie Nico Bleutge (bei C. H. Beck), die sich bewusst mit Erinnerungsspuren in Landschaften beschäftigen und auf ihre Weise das Landschaftsgedicht neu erfunden haben.

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Heinrich Detering, Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und selbst Lyriker (zuletzt im März bei Wallstein erschienen: „Wundertiere. Gedichte“), sieht ebenfalls die verschiedenen Schreibweisen im Konzert der Lyriker und beobachtet zugleich, dass die Fraktionsbildung in der deutschsprachigen Gegenwartslyrik rückläufig sei. Dafür spreche etwa, dass die Leipziger Auszeichnung für Jan Wagner von Kollegen unterschiedlicher Couleur begrüßt worden sei.

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Was aber soll der Buchhandel tun? Er könnte zum Beispiel, so der in Kiel lebende Dichter Arne Rautenberg (zuletzt erschienen: „seltene erden“, Edition Voss / Horlemann), „in einem Lyrikregal eine gut sortierte Auswahl an Gedichtbänden bereithalten, stolz darauf sein und bei passender Gelegenheit darauf verweisen„.

Mohammad-Ali Sepanlou

Vor einigen Wochen starb der iranische Dichter Mohammad-Ali Sepanlou in Teheran. Mahmoud Falaki schreibt über ihn auf qantara.de:

Eine Besonderheit seiner Dichtung liegt vor allem darin begründet, dass er – im Gegensatz zu vielen seiner anderen Kollegen – das sogenannte Nimai-Versmaß seiner Generation fortgesetzt hat. Ich glaube, dass er einer der letzten Dichter dieses Versmaß-Genres ist. Und je mehr er schrieb, desto besser und flüssiger lasen sich auch seine Gedichte. Auch die Einfachheit der Sprache gehört zu seinem ganz eigenen Stil.

(…) Sepanlou gehörte auf jeden Fall zu den Personen, die der Zensur ausgesetzt waren und unter ihr zu leiden hatten. Manche seiner Werke wurde entweder gar nicht gedruckt oder – falls doch – nur in stark zensierter Form. Sepanlou ist gewiss kein Einzelfall, viele Schriftsteller im Iran werden mit der Zensur konfrontiert. Doch soweit ich weiß, hat Sepanlou nie wirklich aufgegeben. Manche Werke von ihm wurden im Ausland gedruckt, um die Zensur zu umgehen – eine Methode, auf die übrigens auch andere iranische Autoren zurückgreifen.

Noch Lyrik?

Ist das noch Lyrik oder . . . . ? Diese Frage stellte sich die Auftaktveranstaltung des 16. Internationalen Literaturfestivals „Poetry on the Road“ nicht, sondern präsentierte am Freitagabend im Theater Bremen acht Vertreter ebenso vieler Auffassungen von Verskunst. Regina Dyck (Hochschule Bremen), die die bis zum 1. Juni dauernde Veranstaltung gemeinsam mit Michael Augustin (Radio Bremen) organisiert, gab sich zu Beginn selbstbewusst, was die Zukunft dieser oft als randständig abgestempelten Gattung angeht. Das Gedicht sei „das Medium der Stunde“, das Interesse an der literarischen Kurzform steige. Ein Indiz dafür: Der diesjährige Bremer Literaturpreis und auch der Nachwuchspreis wurden an Lyriker vergeben (Marcel Beyer und Nadja Küchenmeister), der Preis der Leipziger Buchmesse ging zum ersten Mal überhaupt an einen Gedichte-Schreiber: Jan Wagner erhielt ihn für „Regentonnenvariationen“.

Auch Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz (SPD) lobte die Lyrik (…). / Iris Hetscher, Weser-Kurier

Zukunftsbibliothek

Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood hat am Dienstag in den Wäldern von Oslo ein bisher unveröffentlichtes Buchmanuskript aus der Hand gegeben, das erst in 99 Jahren gedruckt werden soll. Dahinter steckt ein Projekt der schottischen Künstlerin Katie Paterson, bei dem unter dem Titel „Future Library“ (Bibliothek der Zukunft) in jedem Jahr ein anderer Autor ein Manuskript zur Verfügung stellen soll, das erst 2114 veröffentlicht wird. Atwoods Buch „Scribble moon“ ist das erste in der Serie.

Im vergangenen Jahr pflanzte Paterson in einem Wald nördlich von Oslo 1000 Fichten, die in 99 Jahren das Papier liefern sollen, auf dem die Bücher gedruckt werden. Bis dahin werden die Manuskripte in der Deichmannschen Bibliothek in Oslo aufbewahrt, die 2018 in einen Neubau neben der Oper zieht. / SÜDDEUTSCHE ZEITUNG 27.5.

Wilde & Whitman

„I come as a poet to call upon a poet,” Wilde said, when Whitman opened his door. Whitman, who adored being adored as few others ever have, was delighted to hear this. He went to the cupboard and removed a bottle of his sister-in-law Louisa’s homemade elderberry wine. The two men began to empty it.

They were unlikely drinking companions. Wilde had a double “first” from one of the most prestigious universities in the world; Whitman left school at age eleven. Wilde was a polished talker and epigrammist; Whitman spoke in short, occasionally ungrammatical bursts. Wilde was a snob; Whitman (in his own words) “talk[ed] readily with niggers.” Despite these differences, the two men enjoyed each other’s company. “I will call you Oscar,” Whitman said. “I like that so much,” Wilde replied. He was thrilled to be in such close proximity to the man who, as Wilde had hoped to do for himself, had launched his career with a self-published book of poems.

So Wilde accepted Whitman’s invitation to accompany him to his den on the third floor, where, as Whitman said, they could be on “thee and thou terms.” Wilde was shocked by the tiny room where Whitman wrote his verse. Dust was everywhere, and the only place for Wilde to sit, a low stool near Whitman’s desk, was covered by a messy pile of newspapers Whitman had saved because he was mentioned in them. / David M. Friedman, New Republic

Forced march

So, to be honest with you, it must be said that poems have little entertainment value in the commonly understood sense of the term.

But they can help you to endure your life, even when they most emphatically cannot save it. Witness a poem I’d like to discuss by Hungary’s greatest modern poet Miklós Radnóti, who lived from 1909 until 1944. As a stylist, Radnóti was something of a shape-shifter, a prolific writer who managed to, on the one hand, introduce surrealism and a particularly fluent sort of free verse to Hungarian poetry and, on the other, excel in strict meters and rhyme schemes, and to deftly modernize venerable classical forms such as the eclogue. But his death was hastened by something that surely also hastened the death of Mandelstam—Radnóti was a Jew. With the outbreak of World War II, Hungary’s fascist government aligned itself with the Nazis, enacted anti-Semitic laws, and became an Axis puppet state. From 1940 onward, Radnóti was conscripted to serve on various forced-labor details, often performing tasks thought too dangerous for regular troops—clearing minefields, for example. By 1944, as the Nazis faced defeat, conscripts such as Radnóti came to be seen as superfluous. So the poet was shot, and his body thrown into a mass grave. What makes his story more than simply another of the tens of millions of tragedies connected to the Holocaust is this: after Radnóti’s body was exhumed, a small notebook containing seventy-two poems was discovered in the poet’s raincoat. This work was subsequently published by Radnóti’s widow, Fanny, in 1946. “Forced March,” the poem which I present here, was among those poems, and is above all a love poem to Fanny. But it is also a powerful testament to the endurance of the spirit and the imagination even in situations of incomprehensible duress.

Forced March
You’re crazy. You fall down, stand up    and walk again,
 your ankles and your knees move pain    that wanders around
 but you start again as if    you had wings.
 The ditch calls you, but it’s no use    you’re afraid to stay,
 and if someone asks why,    maybe you turn around and say
 that a woman and a sane death    a better death wait for you.
 But you’re crazy.    For a long time now
 only the burned wind spins    above the houses at home,
 Walls lie on their backs,    plum trees are broken
 and the angry night    is thick with fear.
 Oh, if I could believe    that everything valuable
 is not only inside me now    that there’s still home to go back to.
 If only there were! And just as before    bees drone peacefully
 on the cool veranda,    plum preserves turn cold
 and over sleepy gardens    quietly, the end of summer bathes in the sun.
 Among the leaves the fruit    swing naked
 and in front of the rust-brown hedge    blond Fanny waits for me,
 the morning writes    slow shadows—
 All this could happen!    The moon is so round today!
 Don’t walk past me, friend.    Yell, and I’ll stand up again!

/ David Wojahn, in: Blackbird. Via Poetry Daily