Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
«Radiokunst» ist eine Sparte, die innerhalb der öffentlichrechtlichen Sender einen Freiraum bietet für experimentelle Künstlerarbeiten zwischen Sprache, neuer Musik und konzeptuellen Sounds. Etwas weiter umfasst der Begriff der «Ars Acustica» auch Arbeiten, welche nicht notwendig an das Medium «Radio» gebunden sind, sondern etwa als… Continue Reading „37. Ars Acustica“
Zehn Jahre ist Ernst Jandl nun tot. Die Lücke, die sein Ableben in die deutschsprachige Poesielandschaft riss, ist nicht überbrückbar. «nur den lesern bleibe ich», hatte er antizipiert, «noch ein weilchen dichterlich.» Dies trifft nicht nur auf die ständige Sprach- und Erkenntnisarbeit zu, die… Continue Reading „36. Jandl spricht“
Ingeborg Bachmanns Prosa und Lyrik war der Schriftstellerin Brigitte Schwaiger, die Ende Juli leblos in der Neuen Donau in Wien treibend entdeckt worden ist, Stütze und Trost. „Was wahr ist, streut nicht Sand in die Augen … / was wahr ist, rückt den Stein… Continue Reading „35. Was wahr ist“
Ein Ort, der aus seinem Mythos Kräfte saugt: Czernowitz, ukrainisch Tscherniwzi. Dies sei die Stadt, schrieb man einst, «in der die Bürgersteige mit Rosensträuchern gefegt wurden und es mehr Buchhandlungen gab als Bäckereien». Als wolle man diese Worte für immer festhalten, hat Czernowitz den… Continue Reading „34. Czernowitz“
Jede Nation im Osten Europas kennt ihre postrevolutionären Frustrationen, doch nirgendwo sind sie so tief wie hier. «Wir sind wieder dort, wo wir standen, als ich vor dreissig Jahren angefangen habe zu schreiben», sagt Andruchowytsch, «auf der Etappe des Sowok.» Dieses Schimpfwort ist –… Continue Reading „33. Geht doch rüber“
Im Grunde waren wir ein Selbstverständigungsorgan: Wir haben geschrieben und gedruckt, was wir wollten. Wir fragten nicht danach, wen das wie stark interessierte. Wir druckten sogar Lyrik, in manchen Ausgaben auf zwei Seiten. Wollte das jemand lesen? Sicherlich nur sehr wenige. Aber wir haben… Continue Reading „32. 2 bis 3 Seiten Lyrik“
Der Band «quellen» des Österreichers Ferdinand Schmatz bringt hundertsiebzig Seiten Gedichte in vielfältigen, freien Formen, darunter kürzere, meistens aber längere, einige gar sehr lang. Auf den ersten Blick (mit dem Auge) sind die in konsequenter Kleinschreibung gesetzten «Gesänge» kaum voneinander zu unterscheiden. Sie fügen… Continue Reading „31. Worttanz“
Autoren im Alter von 15 bis 27 Jahren, die in Mitteldeutschland (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) leben, haben noch bis zum 15. August 2010 Zeit selbst verfasste Texte einzureichen. / mittelsachsen-tv
Nicht nur zur Wirklichkeit hat der Dichter ein allergisches Verhältnis, auch den überlieferten Schatz von Weltweisheit, vom Kindervers bis zur absoluten Poesie, wehrt er fuchtelnd ab wie einen Mückenschwarm. In einem ‚Psalm‘ heißt es ‚Vater, schließ den Weltraum / Turnsaal zu, abends wenn ich… Continue Reading „29. Hinter tausend Hefeweizen“
Vielleicht ist Bulgarien nichts anderes als ein schönes Tier, das der Finger auf der Landkarte entdeckt: «Katze, Maus und Hund / die Erde die ist rund / Amsel Eule Möwe / Bulgarien ist ein Löwe / vor einem Schälchen Meer / der Ozean blutig… Continue Reading „28. Bulgarien ist ein Löwe“
Wie tief damals das Niveau des Instituts gesunken war, kann folgende Geschichte bezeugen: Als eine verunsicherte Assistentin die von Rzounek protegierte Dozentin Zdeňka Bastlová halbironisch einmal fragte, wie man an einem Gedicht über den Flug eines Schmetterlings erkenne, ob es sich um ein marxistisches… Continue Reading „27. Kommunistischer Schmetterling“
Die Eigenkompositionen der vier erstklassigen Musiker kreisen um die weltverbindende Lyrik des „schwäbischen Türken“ Kürsat Celik. Dieser spielt auch die Saz, die langhalsige türkische Laute, welche den Barden aus Anatolien und am Kaukasus als Begleitinstrument diente. / Augsburger Allgemeine
Auf der Website des Poetry International Web neu: Aufnahmen von Autorenlesungen des diesjährigen Poesiefestivals: Carlos López Degregori (Peru), Erik Spinoy (Belgien), Thomas McCarthy (Irland), Marc Kregting ( Niederlande) und Valérie Rouzeau (Frankreich) sowie Gespräche und Diskussionen von Herausgebern und Dichtern der US-amerikanischen und japanischen… Continue Reading „25. Poetry International Festival 2010“
In seinem zweiten Gedichtband, King Log (1968), begann Hill Zeichen von Größe zu zeigen. Man nehme nur seine Folge reimloser Sonette, „Funeral Music“. Im Angesicht der Schrecken der Nachfolgekriege des 15. Jahrhunderts stellt das Gedicht die Sonettform gegen den Schlachtenlärm: . . . Recall… Continue Reading „24. Form gegen Lärm“
Wirklich belegt ist die inzestuöse Beziehung zwischen den beiden Geschwistern nicht; aber die Schauspieler sind sich einig: Die Gedichte legen den Verdacht zumindest sehr nahe, und darauf baut die Geschichte auf. „Ich glaube, es war so“, meint Baumeister. „Schon weil die Mutter alle Briefe… Continue Reading „22. Traklfilm“
Neueste Kommentare