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du steckst mich hinten in den schrank
zwischen andere gut genutzte bücher
damit ich meinen wahren platz erkenn
mich nicht aufführe wie
eine prinzessin
etwas nicht können, ganz vorsichtig gleiten die kuppen
darüber, listen, linien, wie wispernd: es nicht können,
wispert ihr echo noch: wieder nicht, denk dir, lentement
die Drähte foltern
den Himmel, Gitter
wie gestern, vorüber,
Baumpinsel, Abschied,
vorbei. Du wußtest
es nicht.
keiner sei ewig lehrte der rabbi und schweigt jetzt
die kugel hat ihn getroffen und alles ist vorbei
doch der talmud klingt mir noch nach im ohr
mischna bibel gemara mitten im gelärm der
motoren
Was ist gestürzt,
Das steht doch auf.
Und was nicht sprach,
Das singt ein Lied.
ihr honoren Gassenhauer, ihr Hasen
Schartenorchester, ihr empfindlichen
Tendenzen in ernstgemütlicher Lage
Oder willst du geduldig warten auf unser vergehendes Fleisch,
auf unseren vieljährigen Tod? Unser Vorsprung in den Staub ist
nur knapp.
Wie gut es mir gefällt, in einer Sprache zu schreiben,
von der es heißt, sie sterbe aus.
Es betet ein Mädchen auf meinem Schiff
Unter den Segeln werde ich sie halten
Ich höre sie behaupten, meine Sprache sei tot
Doch das ist mir egal
Die begreifen den eigenen Mangel nicht mal,
sind blind für solche quicklebendigen Momente
DENN Furcht beherrscht seit langem eure Tage,
Furcht vor der Wahrheit. Eure Züge
sind fahl von Heuchelei und Lüge.
Sie trennten dich, mein Sohn, von Träumen, die wie Falter zittern,
sie malten dir ein Landschaftsbild aus Bränden und Gewittern,
sie strickten feuchte Augen dir, mein Sohn, die rot verbluten,
und mit Gehängten säumten sie den Fluß der grünen Fluten.
Das Schiff
aber ist da. Hier steh ich. Ich hab in den Lungen
die unaufhörliche Ferne.
Und sag deinen Namen,
mein Schiff.
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