Kategorie: Europa

Hier gibts was zu verdienen

Kommt gebt mir was zu fressen!
Ich bin der erste große deutsche Nachkriegsdichter;
Nur fehlt mir Fett und Eiweiß.

Der serbische Olymp oder Dreifachdada

kerze schämt sich auf dem alpenkamm
herzen brechen gong kanal und lamm
platon holt noch mit dem kirchturm aus
blatt und ei und regen singen rund

Zwischen Abfluss und Ewigkeit

Wie spät ist es eigentlich sind
die Kriege schon aus oder
beginnen sie erst

Wie es auch ist

über vieles lässt sich gerade schwer schreiben
nichts Neues; kaputte Natur

Übersetzungsversuche

Hier sterben selbst die Steine,
hier ist keine Bleibe mehr.

Ich witzle und wölze mich

Laß sie doch schwadrusten, die herben Derben

Deshalb schreibe ich

Deshalb schreibe ich:
weil ich vergänglich bin und die Vergänglichkeit
ist das einzige Heilmittel, das ich besitze

Die Dichter in Berlin

das Gefälle zwischen den Generationen ist derart hoch
daß sich mit einer heute Dreihundertjährigen
für mich kaum Gesprächsstoff böte
geschweige denn für sie

Frau Sisyphus

waschecht und flexibel
robust wie ein reibfetzen

Viele Dinge hindern uns Menschen

Bei den weißen Stiefmütterchen
Im Park wie ers mir auftrug
Stehe ich unter der Weide
Ungekämmte Alte blattlos
Siehst du sagt sie er kommt nicht

Der Blick ändert sich. Die Zeit bleibt stehen.

Was erhoffst du zu finden? Eine Arbeit,
die in der Trauer noch grinst, eine fetzige Bockwurst
oder eine Schießbude auf dem Jahrmarkt

„Macht man das bei euch so?”

„Du bist zu laut“
„In Deutschland macht man das nicht so.“
„Bei euch ist das vielleicht normal, hier nicht.“

Zeit ohne Angst

es kommt der Tag, die Zeit ohne Angst,
schon ist der Fallwind im Tal,
von den Bäumen fällt die Last,
der Schnee.

Immer wenn

Immer wenn mir Paul Celan
begegnet stecke ich ihn
in die Tüte von W.C.W.

Herr Niemand Frau Niemand Kind Niemand

Wer nirgends ist, ist niemand. Ich
Auf dem soundsovielten Breitengrad
Aber umgeben von nichts als Wasser und Luft
Bin nicht mehr ich.