Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
26 DOCH SIMPEL 26 Lautzeichen, I guess, allerdings als Handhabe errungenschaftlich simpel. Wer erwärmte sich nicht für sich, um rein dazustehen. Adonismus, jene verschämte Hilfsstellung der zwei Finger, mag hier als Infantilperversion das präejakulative Erkenntnis noch aufkitzeln. Auf jeden Fall: Was jene sozialen Fertigkeiten… Continue Reading „Johannes Theodor Baargeld (Zentrodada)“
Liebe L&Poe-Leserinnen und -Leser, seit Ende 2000 gibt es die Lyrikzeitung, 15 Jahre als Tageszeitung, jetzt als Magazin mit Nachrichten aus der Welt der Poesie und der Poesie der Welt. Poetry is news that stays news, sagt Pound. Aktuelles: Gomringerdebatte: Was bisher geschah. Wer liest… Continue Reading „L&Poe 22 | Oktober 2017“
Angelika Janz: Offener Brief Sehr geehrter Herr Bundespräsident! Ich schreibe Ihnen, während ich die Sendung von Anne Will zur Frage ostdeutschen AfD-Wahlüberhangs per Kopfhörer verfolge. Dieser Brief soll kein „Jammerbrief“ werden, sondern Ihnen Analysen aus der betroffenen Region schildern – er richtet sich „eigentlich“… Continue Reading „Sehr geehrter Herr Bundespräsident!“
Martina Kieninger Aus dieser Wohnung, die vor einigen Jahren auch mir gehörte, die ich verlassen habe mit all ihrem Mobiliar, dem Sofa aus Kunstleder, der dunklen Kredenz, der Esszimmergarnitur – ein sehr geschontes Mobiliar, immer noch liegen die Schutzhüllen aus Plastikfolie über den rotsamtnen… Continue Reading „Schwarze Mamba“
Angelika Janz Belichtetes Papier oder Er denkt an sein Land Es galt, die dunkelsten Stellen auf dem Papier abzulichten. Gefahren warten nur auf jene, die nicht auf das Leben reagieren. Es galt, die Grenzen des Sagbaren – oder Unsagbaren – immer weiter hinauszutreiben, in… Continue Reading „Belichtetes Papier“
Michael Gratz „Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte“ (Wer liest heute noch Arndt?) Wir Kleingläubigen glauben ja gern, daß Lyrik heute keine Bedeutung hat, außer für den kleinen Kreis der Lyrikleser. Dabei müssen wir nur den Blick kurz aus der… Continue Reading „Wer liest heute noch Arndt?“
Zeitschriftenschau Michael Gratz Die österreichische Literaturzeitschrift manuskripte erscheint im 57. Jahr. Heft 217 eröffnet mit einer seltenen Marginalie. Die Schriftstellerin Aslı Erdoğan, die im August 2016 in Istanbul verhaftet wurde, schrieb der Redaktion, sie sei stolz, daß zwei ihrer Artikel 2013 in manuskripte publiziert… Continue Reading „manuskripte 217“
JOAN BROSSA (1919-1998) Sonett für Jordi Carbonell, der kürzlich gefoltert wurde, weil er auf dem Recht, katalanisch zu sprechen, bestand Jedwede Niedertracht begeht die Henkerschar, sie bleibt dem ersten Tag des Schlachtens treu; geschaßt die Sonne von der Polizei; aus Mitgefühl legt die Natur… Continue Reading „Recht, Katalanisch zu sprechen“
Sie fragten den Freund: Was für ein Ding ist die Welt? Er antwortete: Es ist ein Buch für diejenigen, die lesen können, darin ist mein Geliebter wohlbekannt. Sie fragten, ob sein Geliebter in der Welt sei. Er antwortete: Ja, wie der Autor im Buch.… Continue Reading „Ramon Llull“
Josep Vicenç Foix (1894-1987) O könnte klug … O könnte klug, mit leichter Zunge ich erlangen, des Geistes Reich auf immer festzuhalten, vermöcht’ ich, in gewandten Worten die Gewalten der Leidenschaft, der neu gebornen, einzufangen, o könnt ich, fremder Eigenart nicht anzuhangen, in harter Nacht… Continue Reading „Auch ohne Spiegel, Harfe und Azur und Schwan“
Aus gegebenem Anlaß – Àxel Sanjosé übersetzte ein Gedicht des katalanischen Dichters Joan Maragall (1860–1911) – ein kleines Stück Vorgeschichte: Ode an Spanien Hör, Spanien – die Stimme eines Sohnes, der mit dir spricht – in nicht-kastillischer Sprache; ich spreche in der Sprache –… Continue Reading „„Hast du’s verlernt, deine Kinder zu verstehen?““
Sophie Tieck (verh. Bernhardi / von Knorring, * 28. Februar 1775 in Berlin; † 1. Oktober 1833 in Reval) Klagen. I. Die Lust entfloh, verarmt bin ich im Herzen, Mir kann nicht Leben, Glük mehr, Liebe taugen. Will ich aus Erd’ und Himmel Tröstung… Continue Reading „Lernziel: Gattin und Mutter“
Christa Reinig (6. August 1926 Berlin – 30. September 2008 München) EIN DICHTER ERHIELT EINEN FRAGEBOGEN Ein dichter erhielt einen Fragebogen zur Ausfindigmachung der von den Kulturschaffenden für geeignetst gehaltenen Methoden zur Hervorbringung drucktauglicher Produktion. Der fragebogen fragte: Welches halten Sie für die günstigste Voraussetzung zum fehlerlosen… Continue Reading „Ein Dichter erhielt einen Fragebogen“
Kito Lorenc Totenschmaus • Regenzauber Schält Zwiebeln reibt Meerettich die Trauerzitrone preßt, zu Tisch! Mickel hat sein Sterbchen gemacht, Hüge brannte schon Laßt kreisen den roten Wein Zu Tisch Fixgriffel! Bei Fuß winselnder Leichdorn Zeilenschinder Schmähbrieftipper Hoch die trüben Tassen ihr Frotzler Abzocker Fellversäufer… Continue Reading „Stele für Mickel, Hüge und Lorenc“
Albert Vigoleis Thelen (28. September 1903, Süchteln – 9. April 1989, Dülken) Dichterholdschaft Wenn das Abendmeer sich leichtet In der Holdschaft mit dem Mond, Fernster Stern der Erde beichtet, Was in seiner Meinheit wohnt – Meuchlem Sumpf der Unke Läuten Todesgraus und Trugsal nimmt,… Continue Reading „Meuchlem Sumpf der Unke Läuten“
Neueste Kommentare