Kategorie: Deutsch

Gegrüßet seist du, Königin

Bleib, bis er winkt, im roten Klee,
mein Haus wird weiß sein so wie Schnee,
bloß vorn mit Feuerbohnen.
Du wirst dort ruhig wohnen,
doch eine Vogelwolke kann
dich grüßen kommen dann und wann
von meiner armen Seele.

Ungefärbte Betrachtung

113 Wörter, 1 Minute Lesezeit. Pei Xu SichtweisenMit einer Sonnenbrille kommt er der Welt entgegenwährendich einen Sonnenhut trage um alles ungefärbt zu betrachten Aus: Himmelsauge. Gedichte. Nachw. von Wulf Noll. Düsseldorf 2008. – © 2008 Edition Virgines, Lingen. Auch in: Frauen | Lyrik. Gedichte… Continue Reading „Ungefärbte Betrachtung“

Fern von Madagaskar

Wir lagen vor Madagaskar
und hatten die Pest an Bord.
Das sangen einst deutsche Kinder
und glaubten jedes Wort.
Doch plötzlich wurden sie größer
und marschierten in einen Krieg,
so fern von Madagaskar
und dem versprochenen Sieg.

,,Der ist verrückt.“

Ja, lache nur, Weib, du hast ganz recht:
Ich rauch überhaupt keine Pfeif;
Doch weil ich so überglücklich war,
So mußt ich sie kaufen: begreif!

Am Ende

eine schwer zu durchschauende Angelegenheit
die man irgendwie
zu Ende bringt
die auch eine Gefühlskonfusion erzeuge

das & das

das an-die-brust-schlagen
das zertrümmern der herzen
das entblößen der leiber
das auskugeln der glieder
das zerfetzen der augen
das aufreißen der münder

Elisabeth Borchers 1926-2013

Und Chagall
malte drei Teller
voll Erdbeeren
und die Welt wurde nicht satt

Merks, verstockter Atheist!

67 Wörter, 1 Minute Lesezeit. Heute ein Gruselszenarium in 8 Zeilen. Bertold Hinrich Brockes (* 22. September 1680 in Hamburg; † 16. Januar 1747 ebenda)  Hüben sich die Augen-LiederDurch die Muskeln selbst nicht auf, Sondern sünken immer wieder, (Ach man achte doch darauf!) Wie erbärmlich würd‘ es lassen, Wenn man… Continue Reading „Merks, verstockter Atheist!“

Lauter Bschiss

IN DIESER WELT IST LAUTER BSCHISS.
Was man zusagt und helt, ist gwiß,
Das ander alles ist erlogn,
Ist wahr, hab’s aus keim Finger gsogn.

Erzählungen von der Geschichte

Immer scheint Winter zu sein. Mit meinen heißen
Tränen. Noch immer kein Boden zu sehen.
Und Kafkas Axt? Konnte ich die vergessen,
da ich zu Fuß unterwegs bin auf dem gefrorenen Meer.

Im Wald

Das Weiß der Wiese schimmert grau.
Im Dämmer stehn die Pferde still.
Ich geh vorbei, stets nur vorbei,
Nach mir verschließt ein Zweig den Weg.
Der Tag versinkt, die Nacht kommt auf.
Stets weit entfernt der Abendstern.

Ich war im Traum

Es leuchtete, weiß nicht, wovon;
Es war nicht Stern, nicht Mond, nicht Sonn‘
Ein Zauber lenkte meinen Sinn,
Ich weiß nicht, wohinaus, wohin.

Der armselige Stern der Hoffnung

Die Uniform des Tages ist die Geduld,
die Auszeichnung der armselige Stern
der Hoffnung über dem Herzen.

Grobe Theaterkritik

284 Wörter, 2 Minuten Lesezeit. Am 24. Januar feierte Deutschland den 250. Geburtstag E. T. A. Hoffmanns (mit Gedenkartikeln vermutlich). Der vielseitige Autor und Komponist schrieb eigentlich keine Gedichte, obwohl es ein paar in Erzählungen eingestreute gibt. Lyrikzeitung holt trotzdem das Gedenken nach mit… Continue Reading „Grobe Theaterkritik“

Zwei Flaschen

Zwei Flaschen stehn auf einer Bank,
die eine dick, die andre schlank.
Sie möchten gerne heiraten.
Doch wer soll ihnen beiraten?