Chin-chin, der Weg führt ins Mondgestein

244 Wörter, 1 Minute Lesedauer.

LnPoe-Messelese #08 · Jörg Schieke

Eine aktuelle Kolumne mit neuen Texten, Fundstücken und Wiederentdeckungen rund um die Leipziger Buchmesse.

Am 1. Mai erscheint beim Poetenladen Leipzig der neue Gedichtband von Jörg Schieke: „Chin-chin, der Weg führt ins Mondgestein“. Mit freundlicher Genehmigung hier eine Probe.

Formen der Belobigung

Möglichkeit eins: Pause außer der Reihe, besten-
falls Kurzurlaub hier vor Ort. Samstag auf Sonntag,
eine Nacht im Hotel mit wem Vertrauten im
Beisein von Ehering und Wanderpfad. Möglichkeit

zwo: Eine Tüte Importobst; Banane, Apfelsine
und Ananas. Jede Frucht von unterschiedlichem
Reifegrad, damit der Belobigte – dieser heißt
Fritzchen und wohnt bei den Witzen – länger was

davon hat. Damit er nicht gleich alles auf einmal
isst, runterschlingt, als hätte er nie geliebt. Möglich-
keit drei übersprungen, Möglichkeit vier: Höhensonne
in der Kammer der Besten. Die Pigmente vertilgen

das Licht, wie das Licht sonst die Motten kassiert,
einfriert. Der frische Teint schimmert samten
nussig bis tussig, tausendschön, und wird von
den Regulierungswahnis in ihrer Regulierungs-

wut gerade noch so gebändigt. Möglichkeit fünf
zielt auf die Kinderseele, obwohl die, laut Fritzchen,
bloß eine zugige, fingernagelgroße Immobilie. Bloß
paar Wände aus Blätterteig; da drinnen ist’s arg kalt.
„Wie Eines und Vieles in den Kunstwerken
ineinander sind, läßt an der Frage nach ihrer
Intensität sich fassen.“ Theodor W. Adorno,
Ästhetische Theorie
„Das unpersönliche Reflexivum erweist in der
Tat noch zu Zeiten der Ohnmacht wie der
Barbarei als Kulmination und integrales
Kriterium Kritischer Theorie  sich.“ Eckhard
Henscheid, Wie Max Horkheimer einmal sogar
Adorno hereinlegte

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