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Veröffentlicht am 30. März 2018 von lyrikzeitung
Luise Hensel
(* 30. März 1798 in Linum, Mark Brandenburg; † 18. Dezember 1876 in Paderborn)
Unbegreiflich
Sie rechnen viel und zählen,
Und Eins ist doch nur noth.
Sie sorgen stets und quälen
Sich nur um’s Erdenbrod.
Sie schaffen, tauschen, wählen,
Und bald doch kommt der Tod,
Der ihre Güter stehlen,
Vernichten wird – o Noth!
Drum laßt das Sorgen, Quälen
Und denkt an’s Himmelsbrod.
Habt kurze Zeit zum Wählen:
Heut roth und morgen todt.
So laßt das Rechnen, Zählen,
Begreift: »Nur Eins ist noth,«
Und denkt an eure Seelen
Und denkt an Gott und Tod.
Aus: Louise Hensel: Lieder. Paderborn 1879 (4. Aufl.), S. 125f
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: L&Poe-Anthologie, Luise Hensel
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