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Veröffentlicht am 6. Januar 2018 von lyrikzeitung
Astrid Gehlhoff-Claes
(* 6. Januar 1928 in Leverkusen; † 1. Dezember 2011 in Düsseldorf)
Ich bin ein Mensch
Wenn ich nur
ein weißes Schiff wäre
und ein weißes
Segel auf dem Schiff,
ein weißer Vogel,
dieses weiße Blatt …
Ich wäre leicht,
mich trüge das Meer
und der leichte
Wind auf dem Meer,
eine leichte Wolke,
mich trüge der Himmel …
Oder ein Baum,
wenn ich nur ein Baum wäre,
eine graue
Wurzel unterm Baum,
ein Stück Erde,
ein Streifen Mond, ein Stein —
wenn ich nur
nichts wüßte nichts wüßte!
Wenn ich nur
nicht wäre, was ich bin.
Aus: Panorama moderner Lyrik deutschsprechender Länder. Von der Jahrhundertwende bis zur jüngsten Gegenwart. Hrsg. Wolfgang Hädecke u. Ulf Miehe. Gütersloh: Mohn, o.J. [1965], S. 448f
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Astrid Gehlhoff-Claes, L&Poe-Anthologie
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