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Veröffentlicht am 28. Dezember 2017 von lyrikzeitung
Alfred Wolfenstein
(28. Dezember 1883 Halle / Saale – 22. Januar 1945 Paris)
AN DIE VON 1914
Wie sind zu Tänzern Bürger rings geworden!
Die langen Herzen kommen wild geflogen,
Die kühlen, von einander angezogen!
Es ist so heiß und rot wie nie im Norden.
Es trommeln bis zum Tod mit gleichem Schlage
Hinausgezogne auf erhöhten Knieen,
Die niemals Rätsel fühlten, nie aufschrieen,
Erstürmen hallend Lösung jeder Frage.
Warum bewegtet ihr euch nicht im Frieden
So außer euch, so ruhlos und so gerne!
Gekommen wäre niemals mehr der Krieg.
Doch lernt dies Feuer für den neuen Frieden,
Stürmt dann wie jetzt und ruft statt Hurra: Sterne!
Und opfert euch für Geist und seinen Sieg.
Aus: Alfred Wolfenstein: Die Freundschaft. Neue Gedichte. Berlin: S. Fischer, 1917, S. 125
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Alfred Wolfenstein, L&Poe-Anthologie
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