Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Veröffentlicht am 27. Mai 2016 von lyrikzeitung
(…) [Diverse] Parallelstellen lassen einige Vermutungen über die lyrischen Arbeiten Houellebecqs zu, die trotz ihrer Form meist den Charakter von bekenntnishaften oder reflektierenden Notizen haben. Das führt zu dem Eindruck, dass die eigentliche (auch sprachliche) Verdichtung bei Houellebecq in seinen Romanen stattfindet, während seine Gedichtbände ausufernde und ziemlich redundante Sammlungen von Gedanken, Skizzen und kurz notierten Eindrücken sind.
(…)
Der Fokus verschiebt sich von der Frage „Wie leben?“ zur Frage „Wie geht es zu Ende?“. So kommt Houellebecq vor allem gegen Ende des Bandes zu kosmologischen, metaphysischen und mitunter sogar geologischen Motiven, die er, so scheint es, sogar mit einem poetologischen Vierzeiler kommentiert.
|
Man müsste ein lyrisches Universum
durchmessen Wie man einen Körper durchmisst, den man sehr geliebt Man müsste die unterdrückten Mächte wecken Den Durst nach Ewigkeit, den fragwürdigen, pathetischen |
/ Mario Osterland, Fixpoetry
Michel Houellebecq
GESAMMELTE GEDICHTE
Übersetzung:
Stephan Kleiner und Hinrich Schmidt-Henkel
Dumont
2016 · 726 Seiten · 14,99 Euro
ISBN:
978-3-8321-6355-6
Kategorie: Frankreich, FranzösischSchlagworte: Mario Osterland, Michel Houellebecq
Kann zu diesem Blog derzeit keine Informationen laden.
Neueste Kommentare