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Veröffentlicht am 19. August 2013 von lyrikzeitung
Mein Gesicht zum Wein gewandt, habe ich die Abenddämmerung nicht gespürt.
Fallende Blüten haben die Falten meiner Kleidung gefüllt.
Betrunken, stehe ich auf und nähere mich dem Mond im Bach.
Die Vögel sind weit weg, und Menschen sind auch rar.
Früher war Li Bai, der bedeutendste Lyriker der Tang-Dynastie, in China beliebt. Heute ist er in. Seine Gedichte werden in teueren Sinologie-Kursen auswendig gelernt und kalligrafiert. Unternehmensberater, Parteikader, Popstars, Autoverkäufer, alle wollen sie ein paar schöne Vierzeiler draufhaben aus einer Epoche, die als Blütezeit der chinesischen Poesie gilt. Der Dichterfürst Li Bai lebte im 8. Jahrhundert. / Tim Neshitov, Süddeutsche Zeitung 10.8.
Kategorie: ChinaSchlagworte: Li Bai, Tim Neshitov
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„Die Vögel sind weit weg, und Menschen sind auch rar. “ … und ist gut so… manchmal…
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