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Aber mal ehrlich: Nach dem Tod
kanns eigentlich nur besser laufen
mit der Schriftstellerei. Endlich
können sie dich gründlich vereinnahmen …
Der Blog Leipzig lauscht sprach mit dem Verleger und Lyriker Bertram Reinecke. Auszug: L.L.: Von der Leipziger Buchmesse sind Lesungen nicht wegzudenken. Bemerken Sie unterschiedliche Reaktionen, wenn Leute ein Buch öffentlich vorgestellt bekommen im Gegensatz zum selbstständigen Lesen? Reinecke: Wichtig scheint mir das gemeinsame… Continue Reading „Gespräch mit Bertram Reinecke“
im neuen befreiten jahrtausend aber würden wir
unsere gesamte nahrung aus plastegefäßen
zu uns nehmen, unter anleitung der sowjetunion
Es geht mir weit mehr um die Schulung des eigenen Denken als um die korrekte Wiedergabe historischer Zusammenhänge. Das ist natürlich immer wieder unredlich. Ein bedenkenswerter Punkt bleibt jedoch jederzeit, dass Intention und Wirkung bisweilen auseinanderklaffen können. Ob nun Stolterfoht mit seinen „fachsprachen“ geben Celans Dichtungskonzeption angeschrieben hat oder nicht, ändert wenig an möglichen Verwandtschaften contre coeur. So können zwei Autor:innen letztlich aus entgegengesetzten Richtungen kommend beim selben landen.
Es gibt einen Essay von Bertram Reinecke, einen Gedichtzyklus von Martina Kieninger, in der Rubrik ALTER TEXT die gesammelten Polymeter von Jean Paul – und noch dies (Kritiken) und das (Tabu).
Den Wert von Schwitters Projekt sehe ich vor allem darin, dass er sich auf einem Feld abseits großer lyrischer Traditionen hartnäckig auf eine Suche begibt.
Auch kann der Geisteswissenschaftler eventuell seine geringen mathematischen Fähigkeiten umdeuten zu einer Begabung in einem Sonderreich, zu dem eine instrumentell mathematisch naturwissenschaftliche Denkweise keinen Zugang hätte.
Er skizziert dort eine Linie der bildhaften Poesie, angefangen bei den ersten Schriftdokumenten über Hölderlin, Benn, Brinkmann und Celan bis hin zu Stolterfoht, Egger und ihm selbst. Für den Beginn dieser Traditionslinie führt er uns zurück zu beschrifteten Felsformationen in Kanaan, wobei eine wichtige Pointe hier ist, dass er die bildlichen Qualitäten von Lautschriften herausarbeitet.
Warum denn ein Sonett? Warum denn ein Haiku? Je weiter außer Kurs eine Form ist, sie mag neu oder im Gegenteil aus der Mode geraten sein, desto eher neigen Lesende zu solch einer Nachfrage und die drängende Nachfrage wird zu einer Quelle des Misstrauens gegen das einzelne Gedicht, welches diese Form verkörpert: Schnell, so beobachte ich, wird ein bloß mögliches Problem in dieser Sache mit einem wirklichen verwechselt.
Man ahnt mehr als man sieht, paar Armeslängen
Entfernt die Äste anskizziert mit laschen
Pinseln, selbst die Vögel sind verwaschen
Nur gries getupfte Reste von Gesängen.
#BertramReinecke #Versnetze
#02-2022 In dieser Ausgabe: Editorial | UKRAINE (Wikyrtschak | Ames | Witte) | NEUE TEXTE (Igel | Peters | Genschel | Becker | Struzyk | Endres | Hefter | Hoffmann | Reyer) | ALTER TEXT ( Poe: Der Rabe | Wobbe: Niejohr) | DOSSIER… Continue Reading „L&Poe Journal 2 (2022)“
L&Poe Journal #02 Essay Essay von Bertram Reinecke (Vierte und letzte Folge) Montieren: alte Verse vs. neue Verse Textanfang und -ende am Beispiel Familien-Werte Montieren: alte Verse vs. neue Verse Wenn es einerseits schwieriger scheint, in alten Strophenformen zu bauen, weil Reim und Rhythmus… Continue Reading „Über Haltung und Versgrammatik (4)“
L&Poe Journal #02 Essay Essay von Bertram Reinecke (Dritte Folge) Versbau und Beliebigkeit Verskollaboration organisieren – Einzelfälle Über Haltung und Versgrammatik (3) Versbau und Beliebigkeit Arbeite ich mit Zeilen lebender DichterInnen[1], reagieren diese manchmal mit Freude, manchmal mit Neugier oft aber auch mit Verunsicherung.… Continue Reading „Versbau und Beliebigkeit“
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