„Egal wo das Ende der Welt liegt“. Von Ludwig Fels (Verlag Jung und Jung). Redaktion: Edith-Ulla Gasser
„Ab einem gewissen Alter sollte man keine Gedichte mehr schreiben. Man sollte stattdessen probieren, aus dem Fenster zu schauen, hinaus auf Straßen und Gassen, die nach Dichtern benannt worden sind. Und dann sollte man sich schaudernd abwenden, und es doch wieder tun.“ Ludwig Fels hat den Traum von einer besseren, menschlicheren Welt noch nicht verloren. / ORF
Commedia Futura
Ein lyrisches Traumatorium
entfaltet von Sylvia Geist, Caroline Hartge, Peter Piontek und Hans Wagenmann
Vier Lyriker erkunden den eigenartigen Grenzbereich, den das Gedicht markiert, lesen miteinander, voneinander, füreinander und ein traumwaches Publikum.
Sonntag, 19. Juni, um 20 Uhr im Schwarzen Saal der EISFABRIK (Hannover) Mehr
Die Unterdrückung der Frau in repressiven Gesellschaftsformen unter pseudoreligiösem Deckmäntelchen findet sich indirekt auch in dem schockierend direkten Gedicht „The Child is 18“ von Saghi Gharaman, während Fereshteh Sari im Raum der Poesie eine Heimat, einen Rückzugsort findet – bis auch dieser ihr durch politische Repression genommen wird: „These days / There aren’t any rooms / That can harbor me against the crowd / and behind every window / inside and outside every room / a two-faced clown sneers“.
Viele, die unter dem Shah oder der aktuellen Diktatur ins Exil getrieben wurden, schreiben vom Unterwegssein, vom Ankommen in einer neuen Heimat oder von den Differenzen zu ihr, und jene, die geblieben sind, erzählen (zumeist indirekt) von der inneren Emigration und der vorhandenen oder längst verlorenen Hoffnung. „When will we arrive at the garden?“ fragt Parvaneh Forouhar … 1998 wurden sie und ihr Mann vom Regime ermordet, ihre Leichen nach Mekka ausgerichtet. Im Sommer 2011 erscheint ein Buch von Parvanehs Tochter Parastou. Es heißt „Das Land, in dem meine Eltern umgebracht wurden: Liebeserklärung an Iran“.
/ Gerrit Wustmann, cineastentreff
The Poetry of Iranian Women – A Contemporary Anthology“, Hrsg. Sheema Kalbasi
poesiefestival berlin
So 19.6. 11:00–18:00 Abfahrtszeiten: Jede volle Stunde
Anlegestelle Wildenbruchbrucke
Eintritt frei
Es lesen pro Fahrt drei bis vier Lyriker der letzten Ausgaben von »lauter niemand«.
Lust auf Dampferfahren mit Lyrik? Unter der Flagge von »48 Stunden Neuköln« zum Thema Luxus lädt die Neuköllner Redaktion von »lauter niemand« Autoren und Leser aufs Deck, die sich der Poesie verschrieben haben. Seit über 14 Jahren kümmert sich die deutschlandweit erscheinende Berliner Literaturzeitschrift erfolgreich darum, dass Lyrik weiter gedeiht und für Jedermann bleibt: Schließich ist sie überlebenswichtig und kein Luxus für Wenige.
Eine Veranstaltung von lauter niemand im Rahmen von 48 Stunden Neukölln
poesiefestival berlin
So 19.6.
U-Bahnhof Brandenburger Tor
Eintritt frei
10:00 Birgit Kreipe 12:30 Julia Trompeter und Xaver Römer 15:00 Ulf Stolterfoht
Die Berliner Schriftstellerin gilt als hoch gebildet, sie kennt sich bestens aus in der historischen Tradition, bringt Tiefenschärfe in jede Debatte und experimentiert erfolgreich mit allen Mitteln der Kunst. Sie gehörte zu den Ersten, die die Möglichkeiten des Internets erkundeten, überraschte die Literaturgesellschaft mit ihrem „Space Poem“ und SMS-Gedichten. Klar, dass sie auch auf Anton Leitners Videokanal zu finden ist.
Ulrike Draesner: Berührte Orte. Gedichte. Luchterhand Verlag, 118 Seiten, 16 Euro
Porträt: Ulrike Draesner – Poetry on the Road, [3:18]
TV-Movie erkor seine Videoanthologie zum Free-TV-Top-Link, das Börsenblatt der Buchhändlervereinigung feierte auf einer ganzen Seite den neuen Weg, Lyrik „audiovisuell erfahrbar“ zu machen: „Wer sich ein Bild von aktueller Poesie-Performance machen will, wird auf Leitners Videokanal fündig.“
Anton G. Leitner: „Die Wahrheit über Uncle Spam und andere Enthüllungsgeschichten“. Daedalus Verlag, 128 Seiten, 9,95 Euro
Anton G. Leitner über Poetry on the road, [1:13]
Fünf Jahre lang war er der Vorsitzende des niederländischen PEN – da weiß man, wie es um die Literatur bestellt ist. In seinem Heimatland offenbar recht gut. Denn kaum ein anderes Land lässt sich die Literatur so viel kosten. Ob deswegen auch mehr gelesen wird?
Hans van de Waarsenburg: „So treibt die Insel“. Gedichte. Verlag Ralf Liebe, 220 Seiten, 20 Euro
Der marokkanische Schriftsteller Tahar Ben Jelloun wird mit dem mit 25.000 Euro dotierten Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis ausgezeichnet. Das Werk des 1944 geborenen Autors stehe im Zeichen der Toleranz und der Integration. Sein jüngster Band „Arabischer Frühling“ beschäftige sich mit den Ursachen und Folgen der Demokratiebewegung, sagte am Mittwoch der Vorsitzende der Jury, der Osnabrücker Universitätspräsident Prof. Claus Rollinger.
Damit geht – als Signal an die Demokratiebewegungen in Nordafrika – erneut ein wichtiger Preis an einen nordafrikanischen Autor. Erst vor wenigen Tagen hatte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels bekanntgegeben, dass der algerische Autor Boualem Sansai mit dem diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wird. „Beide Jurys haben anscheinend das gleiche Bedürfnis gehabt“, sagte Rollinger. / Der Standard
Die Schriftsteller John Burnside und Florjan Lipuš bekommen den mit 20.000 Euro dotierten Petrarca-Preis. Sie werden „für ihre herausragenden und bedeutsamen Werke“ ausgezeichnet, wie die Hubert-Burda-Stiftung, die den Preis vergibt, am Donnerstag in München mitteilte. Die Juroren um Peter Handke und Michael Krüger hätten sich einstimmig für die beiden Autoren entschieden, die sich das Preisgeld teilen müssen. / Der Standard
Für einen Augenblick weiche ich ab von meinem Widerwillen gegen den Banal-Journalismus, der so mundfertig mal „die Marlene von heute“, mal „Er ist ein neuer Thomas Bernhard“ blökt – und sage: Vieles im lyrischen Kosmos des Czeslaw Miłosz erinnert an Rilke (den er oft nennt). Rilkes Trotz, mit dem dieser die – sogar sexuellen – Lebensfreuden hienieden für sich, nein: für uns einfordert, liest sich bei seinem polnischen Bruder im Geiste so:
Herrgott, ich liebte Erdbeermarmelade,
Und die dunkle Süße des weiblichen Körpers.
So wie auch eisgekühlten Wodka, Heringe in Öl
Und den Duft von Zimt und Nelken.
/ Fritz J. Raddatz in der Welt heute zum 100. Geburtstag des polnischen Dichters Czesław Miłosz am 30.6.
*) vorsichtshalber füge ich hinzu, daß die Anspielung auf Heine im Titel keine Persiflage meint, seis auf Miłosz oder Raddatz, sondern bloß, vermittels des Wörtchens „hienieden“, Freude über eine Parallele Heine-Rilke(-Miłosz) ausdrücken soll. (Und den Wodka als Zugabe, Ulf Stolterfoht herzlich gewidmet. Dazu später mehr.)
Udo Kawasser sprach für den Standard mit Peter Waterhouse, dem heute abend der Ernst-Jandl-Preis verliehen wird. Zitat:
Standard: Könnte man das Buch als eine Spurensuche bezeichnen?
Waterhouse: Spuren- und Fehlersuche. Die Fehler sind das, was uns fehlt. Im Englischen ist „mistake“ ja vielmehr das Missverständnis. „Fehler“ hat im Deutschen keinen bemängelnden Ausdruck, sondern stellt Abwesenheit fest. Man könnte statt Fehler „Abwesenheit“ oder „Abwesende“ sagen. Die Toten sind die „Fehler“, so kann man es empfinden.
In diesem Jahr geht der Ernst-Jandl-Preis für Lyrik an den österreichischen Autor Peter Waterhouse. Die feierliche Preisverleihung findet am Samstag, 18. Juni 2011 im Rahmen der Ernst-Jandl-Lyriktage in Neuberg an der Mürz statt. …
Den zweisprachig aufgewachsenen Peter Waterhouse, der auch als Übersetzer tätig ist, interessieren Übersetzungsprozesse: von einer Sprache in die andere einerseits, andererseits auch die Übersetzung von Beobachtungen in die eigene Sprache, wie etwa in seinem großem Prosawerk „(Krieg und Welt)“, in dem Waterhouse, Sohn eines britischen Geheimdienstoffiziers und einer Österreicherin, die Geschichte seines mysteriösen und meist abwesenden Vaters rekonstruiert. / Kristin Scheucher, ORF
OFFICIAL HIFA PRESS RELEASE FROM MANUEL BAGORRO – HIFA FOUNDER AND ARTISTIC DIRECTOR
I would like to clarify a matter that has generated much interest and some rumour. Firstly I would like to reiterate that I have not at any point been arrested.
Inevitably with matters of this nature, there are many people who express an opinion. I hereby reiterate that only I am authorised to offer official comment on behalf of HIFA.
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