The winning book is Stag’s Leap, a collection of poems about the breakup of her marriage more than a decade ago.
“This is something I thought would never happen in my life,” Olds said in a telephone interview after the prize was announced. She recalled that when she began publishing poetry collections 33 years ago, “a lot of people despised my work, and they let me know it. All I wanted then was what all poets want: to write our poems and see what happens, or doesn’t.”
The Pulitzer citation called Stag’s Leap “a book of unflinching poems on the author’s divorce that examine love, sorrow and the limits of self-knowledge.”
The Pulitzer Prize board selected Stag’s Leap from among three finalists chosen by a panel of poets. Earlier this year the book also won the T.S. Eliot Prize, awarded annually for the best poetry collection published in the United Kingdom and Ireland. That prize came with a cash award of 15,000 pounds, about $22,500. The Pulitzer honorarium is $10,000. / Mike Pride, Concord Monitor
Gedichte auf Deutsch in:
Sehen heißt ändern
Dreißig amerikanische Dichterinnen des 20. Jahrhunderts
Mary Barnard, Louise Bogan, Amy Clampitt, Rita Dove, Elaine Equi, Kathleen Fraser, Alice Fulton, Isabella Gardner, Louise Glück, Jorie Graham, Barbara Guest, Ellen Hinsey, Carolyn Kizer, Denise Levertov, Amy Lowell, Marianne Moore, Hilda Morley, Marilyn Nelson, Lorine Niedecker, Sharon Olds, Alicia Suskin Ostriker, Linda Pastan, Adrienne Rich, Muriel Rukeyser, Kay Ryan, Ruth Stone, May Swenson, Marilyn L. Taylor, Mona van Duyn, Miriam Vermilya
Eine zweisprachige Anthologie, zweisprachig englisch/deutsch
Herausgegeben, übertragen und mit einem Nachwort versehen von Jürgen Brôcan.
354 Seiten, Broschur. Hier
Das Schnüffelbuch
Hrsg. Brüggemann, Rolf
(Gebundene Ausgabe, 277 Seiten)
Reclam, Ditzingen, Januar 1995 Hier
L&Poe-Nachrichten, darunter ein Gedicht in meiner Anthologie hier
(hier eine richtig banausische)
Im vergangenen Jahr gab es gar keinen Preis in der Kategorie Literatur, dieses Jahr ist er hochpolitisch: Adam Johnsons Roman „Das geraubte Leben des Waisen Jun Do“ erhält den Pulitzer-Preis.
schreibt die Süddeutsche. Keinen Preis in Literatur? War da nicht was? Richtig: in der Kategorie „Fiction“ wurde kein Preis vergeben. Aber in Lyrik (Life on Mars by Tracy K. Smith) und Drama (Water by the Spoonful by Quiara Alegría Hudes).
In anderen Ländern hat man eben einen anderen Literaturbegriff als im „Land der Dichter und Denker“. Bei uns heißt Literatur = Roman. Literaturpreis = Romanpreis. Bücherpreis = Romanpreis. (Nur der BüchNerpreis geht noch manchmal an über 70jährige Lyriker als Würdigung ihres Gesamtwerks. Denn die vielen kleinen Gedichtbände, die eh kein normaler Mensch liest, kann man ja nicht mitrechnen.)
Hier die Pulitzer-Siegerlisten.
Für den Dichter Alfred Kolleritsch hat das Fragment nichts Verstörendes. Kein Trümmerhaufen und keine verlorene Welt verdüstern den Horizont. Vielmehr wird für Kolleritsch erst so – im «Geheimnis der Zerklüftung», in der «zersprungenen Welt» – Ding an Ding erfahrbar, und die Erscheinungen «ringen nach Namen».
Wer die Sprache so wage, notiert Alfred Kolleritsch einmal, «dass sie sich im Gedicht verkriecht, / bringt ein Stück Welt zurück». Und er bringt nicht nur die Welt zurück, sondern rettet auch noch das Schweigen, jenes Unsagbare, das Kolleritsch immer wichtig ist. Nach einer langen Krankheit kehrt der Doyen der österreichischen Literatur nun in das «Gebirge des Möglichen» zurück, das für ihn die Welt ist. / Nico Bleutge, NZZ 16.4.
Alfred Kolleritsch: Es gibt den ungeheuren «Anderen». Gedichte. Literaturverlag Droschl, Graz 2013. 80 S., Fr. 27.90.
Am Montag wurden in New York die Gewinner der diesjährigen Pulitzerpreise bekanntgegeben. Hier die komplette Liste der Preisträger in Literatur, Journalistik und Künsten. Sieger in der Kategorie Lyrik:
POETRY:
“Stag’s Leap,” by Sharon Olds (Alfred A. Knopf)
Finalists:
“Collected Poems,” by the late Jack Gilbert (Alfred A. Knopf); “The Abundance of Nothing,” by Bruce Weigl (TriQuarterly Books/Northwestern).
Der Pulitzerpreis ist nicht der höchstdotierte US-amerikanische Literaturpreis, gilt aber als der angesehenste. Es ist kein reiner Literaturpreis – er wird in zahlreichen Kategorien verliehen, derzeit in (Liste aus Wikipedia)
Das Mögliche erweist sich in Köhlmeiers Lyrik – die sich, nebenbei bemerkt, einer höchst individuellen Gattungspoetik bedient – als eine Exegese des Wirklichen. Die «Unbestimmtheit» («Indeterminacy»), der John Cage 1959 eine Lesung gewidmet hatte, ist auch das Kennzeichen einer Reihe von Gedichten des «Liebhabers». Mutmassungen treten an die Stelle von Klartext und Apodiktik. / Hansjörg Graf, NZZ 9.4.
Michael Köhlmeier: Der Liebhaber bald nach dem Frühstück. Gedichte. Edition Lyrik Kabinett. Verlag Carl Hanser, München 2012. 96 S., Fr. 21.90.
Der Verkauf der bemerkenswerten Lyriksammlung des Dichters und Gelehrten Roy Davids in London letzte Woche zeigte uns, wie die Sammler seltene Lyrikmanuskripte einschätzen. Davids Sammlung aus mehr als 40 Jahren enthielt Manuskripte von Keats, Auden, Eliot, Hopkins, Burns, Dickinson und sogar Winston Churchill. Das Auktionshaus sprach von der „besten Lyriksammlung, die je versteigert wurde“.
Ein Entwurf von Keats‘ bekanntem Gedicht „I stood tiptoe on a little hill“ brachte £181,250 (etwa $280,000), mehr als das Vierfache des Schätzwerts. Ein Auszug:
I stood tip-toe upon a little hill,
The air was cooling, and so very still,
That the sweet buds which with a modest pride
Pull droopingly, in slanting curve aside,
Their scantly leaved, and finely tapering stems,
Had not yet lost those starry diadems
Caught from the early sobbing of the morn.
„Our Modern Watchwords“, ein seltenes Gedicht von Winston Churchill, war die größte Enttäuschung der Auktion, es blieb unverkauft. Churchills am Vorabend einer Seeschlacht verfaßtes Gedicht ist ganz Königin und Vaterland und — auch wenn er gewiß kein Keats ist –überhaupt nicht peinlich. Hier ein Auszug:
The shadow falls along the shore
The search lights twinkle on the sea
The silence of a mighty fleet
Portends the tumult yet to be.
The tables of the evening meal
Are spread amid the great machines
And thus with pride the question runs
Among the sailors and marines
Breathes there the man who fears to die
For England, Home, & Wai-hai-wai.
Ein Manuskript von W.H. Audens Gedicht „Stop All the Clocks“, berühmt durch den Film Four Weddings and a Funeral, brachte £23,750 ($36,500) und ein handschriftlich korrigiertes Typoscript von T.S. Eliots „Journey of the Magi“ £44,450 ($68,000). / John Lundberg
Zu den Feinheiten von Novalis‘ Gedicht gehört das Wort Sonnenschein in der Zeile: „Uns barg der Wald vor Sonnenschein“. Das Wiederlesen bringt mich auf einen allerliebsten und denkwürdigen philologischen Fehler. Heinrich Heine, der in Paris lebte und liebte, wollte nach dem Erfolg seines „Buchs der Lieder“ einen zweiten Band folgen lassen. Doch sein Lektor Gutzkow lehnte ab.
Dichter der Reisebilder, man hat Dir viele Sünden vergeben, weil es Dornen an Rosen waren; aber diese neuen, Heine, die nur Dornen sind, vergibt man Ihnen nicht! Für »den ungezogenen Liebling der Grazien« gibt es auch eine Grenze, und diese haben Sie in jener Gesangsmanier längst überschritten. Sie kennen die allgemeine Stimme, die über Ihre Gedichte auf die Pariser Boulevardsschönheiten mit den stolzen Namen: Angelika u.s.w. im Salon in Deutschland herrscht; warum in dieser Manier noch eine so fruchtbare Nachgeburt? Nennen Sie mir die Nation, die solche Sachen in ihre Literatur aufgenommen hat? Wer hat in England, in Frankreich dergleichen zum Jocus der Commis herausgegeben, Gedichte, die man sich vorliest in Tabaksqualm, bei ausgezogenen Röcken, in einem gemieteten Zimmer, unter leeren Flaschen, die auf dem Tische stehen! Beranger scheut sich nicht, von einem nächtlichen Besuch bei einer Grisette zu sprechen; aber sagt er »ich habe mich wohlbefunden«? Spricht sich bei ihm je das Gefühl von Übersättigung und aufgestachelter sinnlicher Trägheit aus? Ich verletze Sie, indem ich dies schreibe, aber ich muß es Ihnen sagen; denn Sie scheinen mir in einer Sorglosigkeit über Ihren Namen befangen, die grenzenlos ist. Sie gehören doch einmal den Deutschen an und werden die Deutschen nie anders machen, als sie sind. Die Deutschen sind aber gute Hausväter, gute Ehemänner, Pedanten, und was ihr Bestes ist, Idealisten.
Aus: Karl Gutzkow: Liberale Energie. Eine Sammlung seiner kritischen Schriften. Hg. von Peter Demetz. Frankfurt am Main / Berlin / Wien: Ullstein 1974. ISBN 3-548-03033-5 (Brief vom 6.8.1838 an Heine)
Lustig, wie Gutzkow selbst den unanständig-französischen Namen Angelique germanisiert. Die Formulierung vom »ungezogenen Liebling der Grazien« stammt von Goethe, der sie auf Aristophanes anwendet. Das für die deutschen Biedermänner Unannehmbare: Heine besingt in der „Hauptstadt des 19. Jahrhunderts“ nicht die Liebe als (platonische) Himmelsmacht, sondern leibliche Liebe mit leichten Pariser Mädchen. (Man bedenke, daß Baudelaire ein begeisterter Leser Heines war und seine „Blumen des Bösen“ noch ungeschrieben.)
Heine repliziert:
Ich glaube überhaupt, bei späterer Herausgabe, kein einziges dieser Gedichte verwerfen zu müssen, und ich werde sie mit gutem Gewissen drucken, so wie ich auch den Satyrikon des Petron und die römischen Elegien des Goethe drucken würde, wenn ich diese Meisterwerke geschrieben hätte. Wie letztere sind auch meine angefochtenen Gedichte kein Futter für die rohe Menge. Sie sind in dieser Beziehung auf dem Holzwege. Nur vornehme Geister, denen die künstlerische Behandlung eines frevelhaften und allzu natürlichen Stoffes ein geistreiches Vergnügen gewährt, können an jenen Gedichten Gefallen finden. Ein eigentliches Urteil können nur wenige Deutsche über diese Gedichte aussprechen, da ihnen der Stoff selbst, die abnormen Amouren in einem Welttollhaus, wie Paris ist, unbekannt sind. Nicht die Moralbedürfnisse irgendeines verheirateten Bürgers in einem Winkel Deutschlands, sondern die Autonomie der Kunst kommt hier in Frage… «
An Gutzkow, 23.8. 1838.
Kurz, das Buch erschien nicht. Jahre später nahm Heine viele dieser Gedichte in seine „Neuen Gedichte“ auf. Der frühe Pariser Zyklus wurde erst 1982 bei Insel Leipzig rekonstruiert. Und jetzt der philologische Fehler. In der Erstausgabe der „Neuen Gedichte“ von 1844 enthält das Gedicht „Schattenküsse, Schattenliebe“ zwei sehr bezeichnende Druckfehler. Hier das Gedicht in der ersten Druckfassung:
Schattenküsse, Schattenliebe,
Schattenleben, wunderbar!
Glaubst du, Närrin, alles bliebe
Unverändert, ewig wahr?
Was wir lieblich fest besessen
Schwindet hin, wie Träumereyn,
Und die Herzen, die vergessen,
Und die Augen schlafen ein.
In dieser Form wurde es mehr als 130 Jahre lang gedruckt. Erst für die Rekonstruktion von 1982 korrigierte die Herausgeberin Renate Francke aus Heines Handschrift. Außer der Interpunktion (auf deren getreuer Übernahme Heine bestand) betreffen die Fehllesungen zwei Wörter. Statt wunderbar in der zweiten Zeile muß es heißen: wandelbar. Aus der moralisch verdächtigen Wandelbarkeit der „Schattenliebe“ wird „wunderbar“, ein Wort, das perfekt ins deutsche Biedermeier paßt. Heine wußte es. „Die Liebe muß sein platonisch / der dürre Hofrat sprach. / Die Hofrätin lächelt ironisch / und dennoch seufzet sie: ach!“.
Noch schöner der zweite Fehler. Statt lieblich am Anfang der zweiten Strophe muß es heißen leiblich. Leiblich! Aus einem Gedicht über Heines sensualistisches, antidualistisches Programm, aus Heines Realismus wird deutsches Biedermeier. Hier das Gedicht in seiner Originalgestalt:
Seraphine
IX.
Schattenküsse, Schattenliebe
Schattenleben, wandelbar!
Glaubst du, Närrin, alles bliebe
Unverändert, ewig wahr?
Was wir leiblich fest besessen
Schwindet hin, wie Träumereyn,
Und die Herzen, die vergessen,
Und die Augen schlafen ein.
In: Heinrich Heine: Buch der Lieder Zweiter Band. Aus dem Nachlaß rekonstruiert von Renate Francke. Leipzig: Insel Verlag, 1978, S. 38. (Dort wurden die 2 Fehler aus der Handschrift korrigiert, die Orthographie modernisiert – aus Träumereyn wurde Träumerein, die Interpunktion Heines jedoch original beibehalten.)
Bis heute aber steht Heines Gedicht in vielen Büchern und Internetquellen in der falschen Fassung, in der es harmlos und unverständlich ist. Und die Germanistik? Die hat die Fehler stillschweigend korrigiert. Siehe etwa in Heinrich Heine: Sämtliche Gedichte. Kommentierte Ausgabe. Hrsg. Bernd Kortländer. Stuttgart: Reclam 2006 (u. öfter). Damit versündigen sie sich ein zweites Mal am Autor und am Leser.
Aus gegebenem Anlaß veröffentlicht die Times Literary Supplement aus ihrem Archiv einige Gedichte von Peter Reading (1946–2011), den „erfindungsreichsten Dichter Nachkriegsenglands“. In den 80er Jahren habe er u.a. einen strengen Kommentar zu „diesem Großen Land“ während der Thatcherjahre geliefert.
Hier eins davon (auch mit deutschen Motiven):
Background Music
Beetrooty colonels explain to the Lounge Bar how, in the ‘Last Show’
they had a marvellous time, and how we need a new war
if we are going to get this Great Country back on its feet, sir
(also all beards should be shaved: also the Dole should be stopped).
Life still goes on and It isn’t the end of the world (the child-soothing
platitudes weaken now Cruise proves them potentially false).
Lieder’s no art against these sorry times (anguished Paramour likens
mountainy crags and a crow to the flint heart of his Frau).
(1984)
Beetrooty: Adjektiv von beetroot, Rote Beete. Beispiel:
„She’s coming out,“ screamed the smallest boy, with the whitest face, the most beetrooty nose, the thinnest blouse, and the most precocious intellect ever seen or heard of.
Charles Dickens, All the Year Round
The Dole: die Wohlfahrt, die Sozialhilfe
Im Jahrhundertsommer 1904 verliebt sich der jungen Gottfried Benn in die Tochter eines Lederfabrikanten, schreibt ihr einen heißen Brief und ein heißes Gedicht. Beide Funde kommen nun unter den Hammer. In der FAZ sind sie zu lesen.
Das Gedicht fängt so an:
Meines heißen, wilden Herzens
Sünd’ u. Sehnsucht wollt’ ich nun
Dir in Deine Hände geben:
Nimm es hin u. laß es ruhn.
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
This kite-flying poem caught me right up and sent me flying as soon as Robert Gibb described those dimestore kites furled tighter than umbrellas, a perfect image. Gibb lives in Pennsylvania.
Kites
Come March we’d find them
In the five-and-dimes,
Furled tighter than umbrellas
About their slats, the air
In an undertow above us
Like weather on the maps.
We’d play out lines
Of kite string, tugging against
The bucking sideways flights.
Readied for assembly,
I’d arc the tensed keel of balsa
Into place against the crosspiece,
Feeling the paper snap
Tautly as a sheet, then lift
The almost weightless body
Up to where it hauled me
Trolling into the winds—
Knotted bows like vertebrae
Flashing among fields
Of light. Why ruin it
By recalling the aftermaths?
Kites gone down in tatters,
Kites fraying like flotsam
From the tops of the trees.
American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2012 by Robert Gibb from his most recent book of poems, Sheet Music, Autumn House Press, 2012. Poem reprinted by permission of Robert Gibb and Autumn House Press. Introduction copyright © 2013 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.
Spoken-Word-Heldin Nora Gomringer, Tochter des großen Eugen Gomringer („seine kehl in fyrsten„), geht dahin, wo es wehtut. In ihrem collagenartig gestalteten Gedichtband „Monster Poems“ gibt es ein Wiedersehen mit King Kong, Alfred Hitchcocks „Psycho“ und der „50 Foot Woman“. / Jan Drees, jetzt.de
Ist vielleicht jugendgemäß, also wer weiterlesen mag, Klick!
„Für Liebhaber einfacher Lösungen” ist ein solcher Text nichts. Glücklicherweise scheint er es nicht aufs Verstandenwerden anzulegen. Merkwürdigerweise versetzt er gerade, weil man gezwungen wird, das Kausalitätsprinzip zu verlassen und die Sprünge von den stummen Vögeln zum Regal zum Kitsch hinzunehmen und sich zwischen Ernst und Ironie zu verlaufen, gerade deswegen also versetzt dieser Text, nennen wir ihn Gedicht, plötzlich eine Saite unbestimmten Verstehens in Schwingung. Die „Honigprotokolle” gleichen dadurch einer Partitur ohne Noten. Wir Lesenden sind die Instrumente. Nach uns die Deutung. Willkommen also in Rincks Oktaeder! Der Eintritt ist frei, der Austritt hat seinen Preis, denn für eine Weile wird man danach auf dem Kopf gehen müssen und mit den nackten Füßen im Himmel zappeln. Andererseits muss zugegeben werden, dass Monika Rinck uns keineswegs „eisige Abstraktionsschauder” über den Rücken schickt. Sie dichtet konkret und nah an Situationen und Reflexionen, die jeder kennen kann. Oder ist es nicht eine „Himmelshärte”, eine Strafe der Götter, dass man sich jeden Morgen aufs Neue dem Schlaf aus den Armen winden muss? / Insa Wilke, aus der Laudatio zum Huchelpreis für Monikas Rinck. Hier
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