Mit seinen monumentalen Gemälden, Großskulpturen und dem stilisierten Auftritt als „Malerfürst“ polarisiert Markus Lüpertz in der Öffentlichkeit. Die Schau im Grass-Haus zeigt den Künstler von seiner weniger bekannten lyrischen Seite und wirft einen Blick hinter die große Geste. In der Poesie findet der Maler den Schlüssel zu einem „Öffnen des Herzens“. Seine Gedichte, die Lüpertz selbst an die Museumswände geschrieben hat, handeln von Liebe, Angst, Tod und Krieg. In der Schau korrespondieren sie mit Essays über Kunst und Gesellschaft sowie Zeichnungen und Skulpturen, in denen der Maler und Bildhauer sich mythologischer und historischer Figuren annimmt. Im Zusammenspiel führen die Exponate den Besucher in die Gedankenwelt eines der einflussreichsten deutschen Künstler der Gegenwart. Die Ausstellung im Grass-Haus zeigt Original-Arbeiten von Markus Lüpertz erstmals als dichte Einzelpräsentation in Lübeck. / Kultur-port.de
„Unruhe im Olymp“. Gedichte, Zeichnungen und Skulpturen von Markus Lüpertz
Günter Grass-Haus, 21. Juni bis 10. November 2013
22.7.
Bereits im März wurde in Berlin das Debüt veröffentlicht, mittlerweile bereitet man dort Ausgabe Nummer zwei vor. Still vereint Lyrik, Kurzgeschichten und Romanauszüge mit kunstvollen Fotoserien. Überwiegend stammen diese von jungen Künstlern, die auf den letzten Seiten in Kurzporträts vorgestellt werden. Das Heftinnere wirkt aufgeräumt und übersichtlich, auf grafische Spielereien, die ablenken könnten, wird verzichtet. An mancher Stelle ist die Dichtung etwas zu kryptisch und skizzenhaft geraten, aber ein Fragezeichen anstelle eines Ausrufezeichens ist hier sicher beabsichtigt. Wo würden wir denn da hinkommen, wenn wir alles verstehen?
Warum soll ich das lesen?
“Beim Lesen lässt sich vortrefflich denken” – Leo Tolstoi
Risiken und Nebenwirkungen
“Worte sind das stärkste Rauschgift, das die Menschheit verwendet.” – Rudyard Kipling
Florian Tomaszewski
„Geschwür in den Venen der Kunst und der Zeit“, heißt es zum Beispiel in seinem Gedicht „Prometheusfunken“. Nicht nur durch das Wort „Geschwür“ erinnert die Sprache Calvin Kleemanns eher an die der Expressionisten, die Anfang des 20. Jahrhunderts ihre oft düsteren Gedichte schrieben. Und weniger an moderne Lyriker, deren Sprache man kaum mehr verstehen kann und die nicht „aus der Seele spricht“, wie Calvin Kleemann meint. / WAZ
Ob er ein Dichter sei, das wolle er „oifach mal offa lassa“, denn Dichter zu sein, das sei eine Berufung und „a ernschte Sach“. Er selbst betreibe das Dichten aber nicht übermäßig ernst, sondern aus einem ganz anderen, ganz einfachen Grund: „Mir macht‘s halt a Freud‘.“ / Der Teckbote
Kammweg-Literaturwettbewerb für Lyrik
Förderpreis 2014
Veranstalter: Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen
Teilnahmeberechtigte:
Autorinnen und Autoren, die im Erzgebirge geboren sind oder leben
sowie all jene, die sich nachweislich mit dem Erzgebirge als Landschaft und Lebensraum familiär oder regional verbunden fühlen oder zeitweise im Erzgebirge lebten beziehungsweise arbeiteten
Genre und Umfang:
Lyrik in Hochdeutsch oder in erzgebirgischer Mundart ohne thematische Vorgabe;
Umfang 5 Gedichte bis zu einer Länge von jeweils 30 Zeilen a 60 Anschläge
Einsendung:
Zur Einsendung gehören die Angaben zu Name, Alter, Beruf, Anschrift sowie die Telefonnummer und/oder Emailadresse.
Bitte einen kurzgefassten Lebenslauf (max. 8 Zeilen) beifügen; darüber hinaus ist eine Übersicht über bisherige literarische Veröffentlichungen willkommen.
Den Wettbewerbsbeitrag bitte in sechsfacher Ausführung unter Weglassung des Autorennamens einsenden. Die Angaben zur Person in einem verschlossenen Umschlag beilegen.
Der literarische Text muss eigenständig verfasst und unveröffentlicht sein.
Jeder Einsender darf nur einen Wettbewerbsbeitrag einreichen.
Einsendung an:
Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen
Bahnhofstraße 8a
09557 Flöha
Tel.: 03726-7845470
kammweg@erzgebirge-mittelsachsen.de
Einsendeschluss: 30.11.2013 (Poststempel)
Der Einsender erklärt sich mit seiner Teilnahme damit einverstanden, dass sein Wettbewerbsbeitrag im Rahmen des Literaturpreises, immer unter Nennung des Autorennamens, unentgeltlich veröffentlicht werden kann.
Die eingesandten Manuskripte können aus Kostengründen nicht zurückgeschickt werden. Unvollständige bzw. regelwidrige Einsendungen werden nicht berücksichtigt.
Der Kulturraum Erzgebirge bestätigt jedem Teilnehmer den Erhalt der Einsendung und die Teilnahme am Wettbewerb.
Über die Preisvergabe entscheidet eine Jury. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Vorbehaltlich des Ermessens der Jury werden Förderpreise in einer Gesamthöhe von bis zu
1.500 EUR und ggf. die Einladung zur kostenlosen Teilnahme an einer Textwerkstatt vergeben.
Nach ihrem Magister in Anglistik und Amerikanistik hat Katharina Hartwell ein Masterstudium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig absolviert. Teil der dortigen Strömung, die sich pathosarmer Hochliteratur verschrieben hat, ist sie nicht geworden. „Das liegt mir nicht besonders am Herzen“, sagt sie, langsam und diplomatisch, wie sie überhaupt sehr langsam und diplomatisch spricht, wenn es um ihr Studium an Deutschlands renommiertester Schreibschule geht. / Die Welt
Wie Gegenwartslyriker ihre Bilder finden
Von Astrid Mayerle
1 Oton Monika Rinck
Man muss so nahe herangehen, bis die Dinge fremd werden oder wieder fremd werden.
2 Oton Jan Wagner
der fernseher stummgestellt, am ohr der hörer,
doch in der muschel nur noch der atlantik:
vor dem motel ein packeis
von cadillacs
3 Oton Monika Rinck
…..Oft wird ja über eine Art Fremdheit in der Welt einfach hinweggegangen. Was mich immer wundert. Auch die Idee, Gedichte seien unverständlich, aber sie können gar nicht unverständlicher sein als die Welt.
Zitator
O elefantischer Pan im Porzellantrakt der Musen
Hinter den Schleiern suchst du Gesang, übst dich in Gedanken: „Wir sind ein
Gespräch, sagst du, „Wir sind Elefanten“…
4 Oton Jan Wagner
Es kann alles Anlass für ein Gedicht sein und das ist auch das Schöne. Der verlorene Handschuh auf dem Bürgersteig, ein Gesprächsfetzen, den man im Bus aufschnappt, es kann ein Pressezitat sein oder eine skurrile Kurzmeldung im Vermischten.
5 Oton Marion Poschmann
Die Tatsache, dass viele Bilder in den Medien keine eins zu eins-Abbildungen sind, macht man sich oft nicht mehr klar.
6 Oton Sabine Scho
Sommerferien auf Langeoog, 1950
entwickeln, kopieren vergrößern.
7 Oton Björn Kuhligk
….und ihr Kleid
so muß man beteuern, war ein mit
Hochmut sich füllendes Gewebe.
8 Oton Steffen Popp
Welche Bewusstseinszustände sind die, die wir haben wollen, welche wollen wir befördern? Wie wollen wir leben? Im Gedicht hat man die Freiheit, einen Entwurf zu machen, noch freier als in der Architektur, man muss nicht einmal auf die Gravitation achten.
9 Oton Jan Wagner
….ihr seid der könig und die königin,
passt auf euch auf!
Sprecherin
Gedichte sind Angebote an die Imagination. Gedichte aktivieren das Bildgedächtnis. Sie kitzeln mit ihren Metaphern die vernachlässigten Bereiche unserer Erinnerungsräume wach und erweitern das Vorstellungsvermögen.
Sprecher
Die Lyriker der Gegenwart nehmen sich verschiedenste Bildquellen vor: Sie plündern Fotoarchive, sie lassen sich von Kunstwerken inspirieren, von Pressebildern oder von Zeichnungen in botanischen Sachbüchern.
/ DLR
21.7.
Fußnoten-Debatten und Resolutions-Lyrik will sich die SPD acht Wochen vor der Wahl – zumal bei sommerlichen Temperaturen – nicht zumuten. Ude, heißt es in der Partei, werde nun als „Vollzeit-Spitzenkandidat“ durch das große Bayern reisen, landauf, … / mehr
bin ich geheimnisvoll genug, um nicht abgehört werden zu können?
Hansjürgen Bulkowski
Mit Gedichten ist es ein wenig wie mit dem weiblichen Geschlecht, von dem man früher gerne sagte, Frauen sollten einfach, in ihrer ganzen Schönheit „da sein“; nicht ihr Handeln und ihr Denken mache ihre Anziehung und ihren Wert aus, sondern ihre Existenz als solche genüge. Ihre Meinungen sollten sie für sich behalten und die Männer nicht mit ihrem Geschwätz verunsichern.
Ähnlich solle ein Dichter keineswegs erklären, was er mit seinen Versen sagen wolle. Ein vielzitiertes Wort von einem amerikanischen Dichter lautet dementsprechend: „A poem should not mean, but be.“
Und doch kann keine Ermahnung, sich einem Gedicht einfach hinzugeben und nur den gelungenen Wortlaut zu genießen, uns hinweghelfen über die so verpönte Frage nach dem Inhalt und der Bedeutung der Worte, die eben keine reine Musik sind. Es ist unvermeidlich, dass wir interpretative Fragen stellen, statt einfach „wie schön!“ auszurufen.
Denn ein Problem mit dem Lesen von Gedichten ist ja, dass man oft nicht weiß, was man mit dem einzelnen Gedicht anfangen soll. Mit einer Serie von Gedichten wird es gleich leichter, weil man sie dann in einen Zusammenhang stellen kann; ähnlich verhält es sich mit älteren Gedichten, wo man den biografischen oder historischen Hintergrund nachschlagen kann, was darauf hinweist, dass das Gedicht eben kein „Ding an sich“ im luftleeren Raum ist, sondern ein Teil seiner Umgebung. Welcher Umgebung? Wir stochern am Text herum, versuchen, uns etwas einfallen zu lassen, manchmal kommt was Gutes, dann wieder nicht. Die Dichterin ist meist froh, überhaupt gelesen zu werden, und erwartet nicht, dass sie obendrein noch verstanden wird. Der gemeine Leser fühlt sich vernachlässigt, wenn nicht geradezu verachtet. Die gelehrten wie auch die intuitiven Interpreten sind unzuverlässig. Die verschämte Bescheidenheit aber, die vom Dichter verlangt wird, hindert ihn daran, den falschen Auslegungen zu widersprechen.
Darum schütteln so viele Leute ihren Kopf bei moderner Lyrik und lesen sie kaum oder nie. / Ruth Klüger, Die Welt (auch im Standard)
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