by Wolf Biermann , translated by Ina Pfitzner / Exquisite Corpse . A Journal of Letters and Life
Hier stellt „Die Welt“ alle Beiträge zur 68er Debatte zusammen, am 26.1. immerhin 20 (aber nicht den ihres Mitarbeiters Biermann.)
Die Berliner Akademie der Künste huldigt den Dichter. Von Jörg Plath / Tagesspiegel 25.01.2001
Klaus Wagenbach hätte Angela Merkel gern ein wenig Nachhilfeunterricht erteilt, gemeinsam mit Peter Rühmkorf und an seinem Beispiel. Doch die stolze Bürgerin einer „seit 1949 ununterbrochen freiheitlichen, solidarischen, weltoffenen Republik“ fehlte in der Akademie der Künste unentschuldigt, und so erfuhr sie rein gar nichts von dem Fredenbeker Bananenaufstand.
Robert Walsers Schreibtisch privat. Zum Abschluss der sechsbändigen Mikrogramm-Ausgabe . Von Dieter Borchmeyer / Die Zeit 04/2001
Zum 250. Geburtstag von Jacob Michael Reinhold Lenz:
Goethe war sein Schicksal, im Leben und beinahe auch noch post festum. Als Jacob Michael Reinhold Lenz, der streng pietistisch erzogene, dann aber durch die Vorlesungen Kants, die er während seines Studiums in Königsberg besucht hatte, und auch durch die Lektüre von Rousseau, Shaftesbury und Pope durchaus aufklärerisch geläuterte Pfarrerssohn, als intellektueller Stallbursche zweier livländischer Barone nach Strassburg kam, alsbald Mitglied der Salzmann’schen Gesellschaft wurde und den damals gerade voll im Saft stehenden, kraftgenialischen Jung-Olympier kennen lernte, riss es ihn hin und mit. Eine fulminante literarische Initiation. Innerhalb weniger Jahre schreibt er sich in die vorderste Reihe der jungen Wilden… / NZZ 23. Januar 2001
Erotische Gedichte von Dieter Schlesak
Nicht voyeurhaftes Ausstellen, sondern alle Nuancen der Liebe zwischen Willkommen und Abschied, Lust und Verzweiflung an der Liebe machen Sog und Reiz der erotischen Gedichte Schlesaks aus. Es ist von daher aber eher weniger die Lippe-Lust-Tendenz als wiederum das Umspielen und Verschweigen, was immer noch ein gutes (erotisches) Liebesgedicht auszeichnet. / Süddeutsche Zeitung vom 23.01.2001
gesteht man das Murmeln zu. Das Raunen über die Bedeutung ihres Lebens und Werks darf zeitlupenhaft durch die Feuilletons wandern. Und zärtlich schleichen dabei die Eitelkeiten wie verwöhnte Katzen ums gepflegte autobiografische Erinnern. Im Grunde genommen ist das nicht weiter schlimm. Wenn es sich allerdings um politische Dichter wie den 71-jährigen Peter Rühmkorf handelt, der zeitlebens mit den schrillen Schellen seiner Lyrik an das vielleicht nie gänzlich vorhandene Gewissen der Bundesrepublik anschepperte… (Während „man“ bekanntlich bei der „Welt“ ganz uneitel auf das unerschrocken mahnende Dichterwort wartet. -Rühmkorf, geben Sie es – fragen Sie nach dem verschwundenen Biermann -Artikel über ’68 und Springer‘ , 19.1.!?) / Die Welt 22.1.01
Willi Winkler zum Tod des Schriftstellers Gregory Corso / Süddeutsche Zeitung 20.1.01
Gregory Corso, a Candid-Voiced Beat Poet, Dies at 70 / New York Times January 19, 2001
Obituary Gregory Corso
Clown prince of the Beat Generation who survived a tough New York childhood to become the friend and rival of Kerouac and Ginsberg. The Beat Generation has lost the last of its heroes. / The Times JANUARY 22 2001
IN SEINEN BRIEFWECHSELN. Zwischen den Zeilen – der Lyriker und die DDR:
Von 1925 bis 1977 reichen die Briefe von und an Peter Huchel, welche eindrücklich die Selbstbehauptung eines Dichters in schwieriger Zeit dokumentieren: Im Zentrum steht seine Zeit als Redaktor der Zeitschrift „Sinn und Form“ und der mit seiner Entlassung einsetzenden Schikanen des DDR-Regimes. / Der Landbote (Winterthur) 21.1.01
PETER HUCHEL (1903-1981) IN SEINEN BRIEFWECHSELN. Zwischen den Zeilen – der Lyriker und die DDR
Von 1925 bis 1977 reichen die Briefe von und an Peter Huchel, welche eindrücklich die Selbstbehauptung eines Dichters in schwieriger Zeit dokumentieren: Im Zentrum steht seine Zeit als Redaktor der Zeitschrift „Sinn und Form“ und der mit seiner Entlassung einsetzenden Schikanen des DDR-Regimes. / Der Landbote (Winterthur) 21.1.01
Tomas Fitzel: Die innere Apparatur des menschlichen Selbst. „Von wenigen betrauert, von keinem vermißt“. Jacob Michael Reinhold Lenz zum 250. Geburtstag:
Im Winter 1988/89 stürmten zwei Studenten der Theaterwissenschaften aus dem Zuschauerraum hinauf auf die Bühne des Berliner Schiller Theaters und sprachen schon während ihres Laufs einen Text: „Was ihr Tugend nennt, ist Schminke, womit ihr Brutalität bestreicht. Ihr seyd wunderschöne Masken mit Lastern und Niederträchtigkeiten ausgestopft wie ein Fuchsbalg mit Heu, Herz und Eingeweide sucht man vergeblich.“ / FR 20.1.01
Neuausgabe des „roten Pflastersteins“: Das surrealistische Gedicht. (3. korr. u. erw. Auflage 2000)
Die neue Ausgabe hat (bei gleicher Ausstattung und gleichem Format) etwa 400 Seiten mehr als die erste und zweite von 1985/86. Zwei der ursprünglich drei Herausgeber haben die ursprüngliche Anthologie bis S. 1387 unverändert übernommen (von Maxime Alexandre bis Unica Zürn) und ihr unter Fortlassung des Nachwortes von Petr K. einen „Annex 2000“ angefügt, nun von Rudolf Altschul bis Aleksandar Vuco . Mit dabei u.a. Richard Anders, K.O. Götz, Johannes Hübner und Lothar Klünner sowie Autoren aus den USA, Italien, Serbien, Chile, Kanada und zahlreichen weiteren Ländern.
Aus der Vorbemerkung zum „Annex“ von Heribert Becker
„namentlich mit der beinahe explosionsartig angeschwollenen Sekundärliteratur in Form von Dissertationen, akademisch-professoralen Abhandlungen usw. ist weltweit ziemlich viel universitärer Müll unters Publikum gebracht worden. Das Resultat ist eine weitgehende Verzerrung und Verwässerung der surrealistischen Ideen. (…) Im Endeffekt läuft all das auf die Vereinnahmung des Surrealismus durch die bürgerliche Kulturindustrie hinaus. Ein Heer von Museumsleitern und Galeristen, Kunst- und Literaturhistorikern, Kritikern, Feuilletonisten, Jungakademikern usw. arbeitet oft eher bewußt als unbewußt daran, vor allem führende bildende Künstler des Surrealismus aus ihrer Verwurzelung in dieser Bewegung herauszureißen, einer Bewegung, die eine radikal antikapitalistisch-antibürgerliche, ja die gesamte abendländisch-christliche Kulturtradition in Frage stellende revolutionäre Bewegung war und ist.“
Ein Muß für „Einsteiger“ ebenso wie für Besitzer der Originalausgabe. Bei Zweitausendeins für DM 50. 1888 Seiten Poesie – gar mit Sprengkraft? (Unter dem Pflasterstein).
Das traurige Leben des Jakob Michael Reinhold Lenz, der einer der bedeutendsten Poeten des Sturm und Drang war. Verrückt war er am Ende wirklich. Vorher wild, verwegen, hassvoll, sehr liebebedürftig, arm, rücksichtslos und selbstzerstörerisch./ Süddeutsche Zeitung 20.01.2001
Franz Baermann Steiner : „Der vergebliche Liebhaber“ (Von Günter Kunert) / Die Welt 20.1.01
„Ausgerechnet die „Welt“ sollte sich nicht mit journalistischen Steinen aus dem Springer-Glashaus an der Steinigung Joschka Fischers beteiligen. Immerhin war es vor allem die Hetze in Springers „Bild“-Zeitung, die in Westberlin eine Stimmung in der Bevölkerung aufheizte, ohne die der junge Nazi Bachmann wohl kaum seine drei Kugeln in den Kopf von Rudi Dutschke geschossen hätte.“
Wolf Biermann, Liedermacher und Kommentator, in einem Beitrag für „Die Welt“ vom 19.1.
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