Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
In Berlin sagte Zappa: Revolution ist the wrong word, Evolution ist the right word. Daraufhin eroberten die Genossen einige Verstärker und auch Instrumente auf der Bühne. Fritze Rau beruhigte den Mob und verhinderte zugleich die Erstürmung des Moabiter Gefängnisses. Man wollte Fritze Teufel befreien. Als ich… Continue Reading „Zappa, Teufel, Penisfrau“
Der nun aufgelegte Sammelband zum 80. Geburtstag würdigt neben weiteren bedeutsamen Werken (“Der Verleger“, 1989) vor allem das lyrische und bildnerische Werk des Autors. Balestrinis Gedichtmontagen aus Zeitungsschnipseln erinnern an die Formexperimente der italienischen Neoavantgarde. Manche seiner Gedichte wirken von heute aus gesehen aber… Continue Reading „Nanni Balestrini“
Manchmal scheint es so, als sei die nationalsozialistische Judenverfolgung ein Phänomen der Großstadt gewesen. Doch sie fand auch auf dem platten Land statt, eben in Giengen an der Brenz, wo sich Frida Langer am Karfreitag 1942 das Leben nahm, bevor sie mit dem zweiten… Continue Reading „Frida Langer“
Kurz gesagt: Callies legt mit ihrem Debut-Band eine Sammlung sprachlich-ästhetisch ansprechender, gehaltvoll durchgearbeiteter, bewusst schwieriger Gedichte vor, die mir (!) wegen ihrem mich (!) provozierend-verstörenden Gehalt nicht gefallen können, die ich (!) ungern an mich heran, ungern in mich (!) hinein lasse … aber… Continue Reading „Verstörende Brisanz“
Paul Wühr nannte ihn einen „Chagall der Poesie“. Heise hielt ihn für einen „Pfadfinder der Einbildungskraft“. Harig sprach vom „Wortmetz aus Serralongue“. Am 1. Juli ist Dieter P. Meier-Lenz im Alter von 85 Jahren verstorben. Die Beisetzung hat am 10. Juli in seiner Wahlheimat in den französischen Pyrenäen stattgefunden.… Continue Reading „Die große Stille hat keinen Namen*“
The fact that W. G. Sebald, who has come to be recognized as one of the most important prose writers of contemporary Europe, was also a prolific and accomplished writer of lyric poetry remains something of a well-kept secret. Sebald wrote poetry throughout most… Continue Reading „Sebald’s poems“
mit Katharina Schultens im Lettretagebuch F: Was beschreibst du in deinem letzten Gedicht? A:
Die Wochen-ZEIT, deren Literaturredakteurin gern mitteilt, daß sie nichts von Lyrik verstünde, scheint dieselbe (die Lyrik, nicht die Redakteurin) retten zu wollen. Vor Jahren das politische Gedicht, bei dem sie achtbare und auch einige mir sehr liebe DichterInnen einlud, politische Gedichte zu schreiben (nur… Continue Reading „Einsam auf der Säule“
Man möchte überhaupt einmal vielen Kritikern zurufen, daß die kritische Bedeutung ihrer Texte durch permanente Verweise auf in der Lyrik häufig verwendete Kleinschreibung aller Wörter nicht größer wird. Zur Berichtigung der Urteile des kritisierenden und lesenden Publikums hier einige Fakten. I. Bevor die Kleinschreibung… Continue Reading „zur kleinschreibung“
Es gibt immer eine Welt von gestern, auf die der Glanz des Verlustes fällt. Für den Serben Stevan Tontić, den Kroaten Mile Stojić, den bosnischen Muslim Abdulah Sidran und die anderen Dichter aus Sarajevo ist es die Zeit, bevor ihre Stadt eingekesselt, belagert, bombardiert… Continue Reading „Zerschossenes Experiment Sarajevo“
In their collection, volume four of the Poems for the Millennium series, Pierre Joris and Habib Tengour present an ‘anthology of the oral and written literatures of North Africa’ that offers fresh selections, well-known canonical works, and unusual texts. The book is attractive both for the quality of the canonical… Continue Reading „Diwan Ifrikiya“
Anja Golob ist 38, sie hat in Slowenien zwei Gedichtbände veröffentlicht, das vorliegende Bändchen (ein Heft nur, aber schön gestaltet, edle, klare Linie, überwiegend schwarz, mit einer Art stufiger Vorderseite) bringt eine sehr knappe Auswahl ihres zweiten Gedichtbands von 2013. Dafür bekam sie den… Continue Reading „Anja Golob“
Was so unerhört ins Gewicht fällt und nie ganz verglüht, sind – dort drüben! – Berge von Gefühlen. Jeden Donnerstag punkt 11 Uhr veröffentlicht L&Poe ein ungedrucktes Monostichon des Schweizer Dichters Felix Philipp Ingold. Mehr
Sie entwickeln einen eigentümlichen Sog, diese langen Gedichte von Thomas Kunst. Es ist dieser besondere Ton. Da spricht einer, erzählt, bekennt, man lauscht gebannt. Lässig fließt es ein Stück in vertrauten Redewendungen, doch, zack, stößt man auf solch sperriges Sprachtreibgut: „unter der steifen Ausschöpfung… Continue Reading „Sperriges Sprachtreibgut und rauschhafte Feste“
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