Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
April 1940: Beginn des Massakers von Katyn, bei dem tausende polnische Offiziere und Intellektuelle hingerichtet und im Walde von Katyn verscharrt werden. Erst 1990 gab die sowjetische Führung die sowjetische Verantwortung für das Verbrechen zu. Friederike Mayröcker IM WALDE VON KATYN im Walde von… Continue Reading „Im Walde von Katyn“
Mascha Kaléko Wiedersehen mit Berlin Berlin, im März. Die erste Deutschlandreise, Seit man vor tausend Jahren mich verbannt. Ich seh die Stadt auf eine neue Weise, So mit dem Fremdenführer in der Hand. Der Himmel bläut. Die Föhren lauschen leise. In Steglitz sprach mich… Continue Reading „Wiedersehen mit Berlin“
Friederike Mayröcker MEIN FEDERÄUGIGER LIEBLING! mein schellenfüsziges Erkerschlöszchen! meine wunderschöne Osterblume wie sehr du mich verlassen hast und jetzt musz ich um dich weinen weisze Osterblume kleiner Ostermond fernes Springwasser meines Herzens fünfzehntes Schlüsselchen meiner Not lebwohl ins Frühlingsgrün! Aus: Friederike Mayröcker: Gesammelte Gedichte.… Continue Reading „Mein federäugiger Liebling!“
Anna Krommer (* 31. März 1924 in Dolný Kubín, Tschechoslowakei), deutschsprachige Schriftstellerin mit US-amerikanischer Staatsangehörigkeit) Aus: Ankunft im Regen Ich kam von fern in diese tiefe Nacht, Trag als Gepäck des ganzen Lebens Last, Kam ungebeten, bin bei keinem Gast, Und habe keinem etwas… Continue Reading „Ankunft im Regen“
Luise Hensel (* 30. März 1798 in Linum, Mark Brandenburg; † 18. Dezember 1876 in Paderborn) Unbegreiflich Sie rechnen viel und zählen, Und Eins ist doch nur noth. Sie sorgen stets und quälen Sich nur um’s Erdenbrod. Sie schaffen, tauschen, wählen, Und bald doch… Continue Reading „Heut roth und morgen todt“
Jo Mihaly (eigentlich: Elfriede Steckel, Geburtsname: Elfriede Alice Kuhr; * 25. April 1902 in Schneidemühl; † 29. März 1989 in Seeshaupt, Bayern), Tänzerin, Schauspielerin, Schriftstellerin Bettelsong Ach quatsch mich nicht an, Mensch Mit deinem Sermon lehr du mich die Welt verstehn! Wat weisst denn… Continue Reading „Bettelsong“
Sophie Mereau-Brentano (* 27.03.1770, † 31.10.1806) An einen Baum am Spalier Armer Baum! – an deiner kalten Mauer festgebunden, stehst du traurig da, fühlest kaum den Zephyr, der mit süßem Schauer in den Blättern freier Bäume weilt und bey deinen leicht vorübereilt. O! dein… Continue Reading „An einen Baum am Spalier“
Richard Leising (* 24. März 1934 in Chemnitz; † 20. Mai 1997 in Berlin) Homo sapiens Der Mensch lebt nicht vom Brot allein Er will auch sein Rettich und Eisbein. Unsertäglichbrot genügt ihm nich Er schreit nach seinem Brotaufstrich. Von der Wiege bis zum… Continue Reading „Homo sapiens“
Yoko Tawada Die japanisch-deutsche Schriftstellerin wurde am 23. März 1960 geboren. 4 Seiten aus: Yōko Tawada: Abenteuer der deutschen Grammatik. Gedichte. Tübingen: konkursbuch Verlag Claudia Gehrke, 2010
Hans Arnfrid Astel L’ORIGINE DU MONDE (November 1996) für Courbet & Lacan Die Innenlippen blinzeln aus den äußern. Im Lebenswasser spiegelt sich das Land, lachendes Ufer aller Landungswünsche. Hier springt die Welt zur Welt bei der Geburt, nachdem zuvor die Welt zur Welt gedrungen.
Hans Arnfrid Astel Hilde Domins Frage „Wozu Lyrik heute?“ erinnert mich an einen Witz, wo der Leutnant den Rekruten fragt, „Weshalb soll der Soldat sein Gewehr nicht fallen lassen?“ worauf dieser antwortet, „Ja, warum soll er eigentlich nicht?“ Aus: Neues (& Altes) vom Rechtsstaat… Continue Reading „Wozu Lyrik heute?“
Heute vor 80 Jahren stand der 13jährige Ernst Jandl in Wien in einer grölenden Menschenmasse, die dem Führer zujubelte. Viele Jahre später verarbeitete er das akustische und haptische Erlebnis in einem Gedicht. Ernst Jandl wien : heldenplatz der glanze heldenplatz zirka versaggerte in maschenhaftem… Continue Reading „Wien: heldenplatz“
Hans Arnfrid Astel (eigtl. Arnfrid Astel, Pseud. Hanns Ramus, * 9. Juli 1933 in München; † 12. März 2018 in Trier), deutscher Lyriker Aus Leibeskräften brüllt er ins leere Weltall. Man hört ihn nicht weit. Aus: Sternbilder. West-östliche Konstellationen. Heidelberg: Wunderhorn Verlag, 1999
Inge Müller (geb. Inge(borg) Meyer, * 13. März 1925 in Berlin; † 1. Juni 1966 ebenda) M.B.* Im Wein ist Wahrheit, sagst du Bier macht ehrlich Und Schnaps löst mir die Zunge. Im Rausch erst bin ich was ich bin: Narr, Weiser, Revolutionär und Dulder… Continue Reading „Noch ein Bier!“
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