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Veröffentlicht am 11. März 2026 von lyrikzeitung
167 Wörter, 1 Minute Lesezeit.
Der deutschsprachige Lyriker Moses Rosenkranz (1904–2003), geboren in Berhometh am Pruth in der Bukowina, bis 1918 Österreich-Ungarn, dann Rumänien, dann Sowjetunion, heute Ukraine, gehört zu den bedeutenden Stimmen der osteuropäisch-jüdischen Dichtung des 20. Jahrhunderts. Sein Gedicht schildert die Situation eines die mörderische Geschichte Überlebenden, der mit nichts als seiner deutschen Sprache vor der deutschen Grenze steht.
Moses Rosenkranz
(geboren 20. Juni 1904 in Berhometh am Pruth, Österreich-Ungarn; gestorben 17. Mai 2003 in Kappel, Deutschland)
An der deutschen Grenze
Mein Volk hängt am Strange
mein Dorf ist verbrannt
ich komme am Klange
des Worts vor dein Land
Ich hielts in den Zähnen
ich hab es bewahrt
in trotzigen Tränen
für heut aufgespart
Es ist deines Stammes
ich hielt es als Pfand
so wirst du mir öffnen
das Tor in dein Land
... zu bleibt die Pforte
ich find nicht Gehör;
sind hier deutsche Worte
in Umlauf nicht mehr?
1961/1993
Aus: Moses Rosenkranz: Visionen. Gedichte. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Doris Rosenkranz. Aachen: Rimbaud, 2007, S. 110
Kategorie: Deutsch, Deutschland, RumänienSchlagworte: An der deutschen Grenze, Bukowina, deutschsprachige Lyrik, Doris Rosenkranz, Exil, Flucht, Gedicht, Grenze, jüdische Dichter, Lyrik des 20. Jahrhunderts, Moses Rosenkranz, Rimbaud Verlag, Sprache und Identität, Visionen Gedichte
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