Selbstbildnis

Milán Füst 

(geboren 17. Juli 1888 in Budapest; gestorben 26. Juli 1967 ebenda) 

Selbstbildnis

Ein Alter, hager und hakensinnig 
will auch ich sein, so, wie der Herr ...
Und solltest du fordernd fragen nach meinen Kindern, 
so werde ich voll Verachtung den Kopf abwenden ...

Denn keine Kinder hab ich, ich hatte nicht teil an solcher 
    Lust – wie der Esel Arabiens, 
der plötzlich, die Heimaterde witternd, auf einen neuen
    Pfad geht –
so schlug auch ich dereinst meinen sicheren Weg ein. 
Und gleichfalls den Weg nicht der Freude – wohl aber
    den der kahlen Wüste 
wo rot der Horizont ist und keinerlei Herde weidet –
doch wo geprüft wird, ob einer was aushält?
Und wenn der himmlische Vater dort keine Nahrung gibt,
    ob ich’s durchsteh !?
Und ob ich dann vor Durst wehklage? 
Und Schurke werde in der Schurkerei?

Und immer neues Wissen suchte ich in allem Wissen, 
und keine Ehre war mir je zu groß 
und wo der Himmel licht war, sucht ich helleres Leuchten 
und tiefer noch und sengender ein Dunkel als ein Weiberschoß ...

Ich seh es schon: Das Greisenalter werd ich nie erblicken. 
Treib ich’s so weiter? – Wehe mir – so schrie vielleicht ich
    aus dem Fenster 
und kriech doch in mich selbst aus Furcht vor Hohn und
    Spott.
Anstarrn mich nur vier glühende Wände –
des Herrgotts Zorn wie Scharlach rot –
dann geh ich langsam fort mit stetem Nicken.
Ein tiefgekränkter Knecht, ein ungetreuer Hirt –
einer, der lang schon trägt im Herz den Tod 
und der den Richter sucht und ihn nicht finden wird.

Nachgedichtet von Franz Fühmann, aus: Milán Füst, Herbstdüsternisse. Gedichte, „Aufzeichnungen“. Leipzig: Reclam, 1974, S. 17

Önarckép

Horgaselméjű s szikár 
Aggastyán akarok én is lenni, olyan, mint maga az Úr ... 
S ha majd számonkérnéd tőlem a gyermekeimet, 
Megvetéssel fordítom el akkor a fejem ...

Mert nincsenek gyermekeim, e vigasságban nem volt 
    részem – mint az arabs szamár, 
Ki megszagolván honni földjét, uj ösvényre fordul
    hirtelen 
Úgy indultam el én is egykor biztos útamon.
És nem az öröm útját választottam én sem – ám a kopár
    sivatagét.
Hol vörös a földek szintje s nem legelész semmiféle nyáj 
De hol majd megpróbáltatik, ki mit bír el?
S ha nem ád ott az égi Atya enni, azt kitartom-e?
S a szomjúságtól majd jajongok-e?
S a bitangságban majd, hogy elbitangolok-e?

S minden tudásban kerestem egyre új tudást 
S a dicsőségben nagyobb dicsőségeket 
S hol világos volt az ég, nagyobb világolást 
S az asszonyölnél égetőbb és még nagyobb sötétet ...

Ugy látom, öregember én már nem leszek.
S most folytassam a régit addig is? – Ó jaj – kiáltanám 
    egy ablakból talán 
De gúnytól félek s elbuvok magamba.
Négy izzó fal mered reám csupán, –
Az Úristennek vörhenyes haragja, –
Majd bólogatva, lassan elmegyek.
S mint ki régen hordja már szivében a halált, –
Kárvallott számadó, megbántott, régi szolga 
S ki bírót ment el keresni, de nem talált.

7 Comments on “Selbstbildnis

  1. Franz Fühmann schwärmte in den 80er Jahren von dem modernen ungarischen Klassiker Milan Füst. Den Band „Herbstdüsternisse“ lektorierte Marga Erb im Leipziger Insel Verlag, wo er als Inselband erschien, die Nachdichtungen waren eine der letzten Arbeiten von Franz Fühmann. Bekannter als die Lyrik wurde Füsts Roman „Die Geschichte meiner Frau“.

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  2. Mir scheint, die Veröffentlichungen geschehen automatisch, und die sog. Kommentare liest niemand. Nun gut denn; Keine Antwort ist auch ’ne Antwort. Ich überlege, ob ich mich hier besser abmelden sollte.

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    • Ihren letzten Kommentar las ich erst, als meine Antwort schon abgeschickt war. Was Sie mit „Veröffentlichungen geschehen automatisch“ meinen, verstehe ich nicht. Ich weiß nicht, wie es bei Ihnen ist – ich muss jeden Beitrag und jeden Kommentar selber ausdenken oder aussuchen, Scannen und Schreiben. Über den Daumen geschätzte 25-30.000 Beiträge in 20 Jahren machen sich nicht automatisch. Hier gibt es über 2000 Abonnenten, ich kann und will sie nicht zum Kommentieren nötigen, danke aber allen, die hier mitlesen, liken oder kommentieren.

      Gefällt 2 Personen

    • Ich versuche eine echte Antwort.
      1. Wieso eigentlich „Ostblock“? Den gibt es doch schon lange nicht mehr, viele seiner ehemaligen Mitglieder sind heute Partner in NATO und EU. Ukraine nicht – warum ich die in diesem Jahr besonders berücksichtige, liegt auf der Hand.
      2. Aber stimmt es überhaupt? Ich sehe in der Länder- und Sprachenübersicht nach, das können Sie selbst überprüfen, ein Stück nach unten am rechten Rand, von Abi Dhabi bis Österreich (WordPress reiht die Umlaute nach Z ein). Wenn man den Mauszeiger auf den Ländernamen zieht, ohne zu klicken, erscheint die Anzahl der Beiträge. Afghanistan 28 steht da, Altgriechisch 88. Polen 257, Rumänien 226, Frankreich 540, Französisch 660, Spanisch 321, Österreich 1202, Englisch 2424 und Deutsch 9313. Polen und Rumänien haben einen großen Nachholebedarf, finde ich. Warum nicht ein bisschen ausgleichen?
      3. Aber im Ernst, Polen oder Ungarn haben eine großartige Lyrik, so wie viele andere Länder. Lyrik, die wir viel zu wenig kennen. Polnisch kann ich ein bisschen, Ungarisch leider nicht. Aber ich sammle seit vielen Jahren Übersetzungen aus allen erreichbaren Sprachen, möglichst mehrere vom gleichen Autor und manchmal vom gleichen Gedicht, um vergleichen zu können.
      4. Ich versuche mich jeden Tag (eigentlich jede Nacht) anzustrengen, aber wenn jemand mit meinen Schwerpunkten nicht zufrieden ist, wofür ich natürlich alles Verständnis habe, könnte er oder sie das ändern. Durch Mitarbeiten.

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      • Danke herzlich für die ausführliche Rückmeldung. Habe jetzt besser verstanden. Danke. – Nun ja, halt aus Staaten des ehem. Ostblocks. Man weiß jedenfalls sofort, was gemeint ist. Zur Beruhigung: Mit dieser Vokabel ist auf keinen Fall eine Wertung irgendwelcher Art verknüpft. Wir selber haben polnische, kasachische und ungarische, afghanische, sudanesische und ghanaische Freunde, die wir sehr schätzen.
        Und was die dargebotene Lyrik anbetrifft, bin ich immer wieder (meist, nicht jede spricht mich an, was sicher normal ist) überrascht bis fasziniert. Das ist eine ungeheure Bereicherung, und ich möchte Ihnen an dieser Stelle und bei dieser Gelegenheit meinen herzlichen Dank für Ihre großartige Arbeit, Ihre große Mühe, für das „investierte“ Herzblut für diese spezielle Kunstrichtung aussprechen. Ich werde mal vom PC aus bei Ihnen blättern und nicht wie bisher auf dem schmalen Pfad der Handy-Möglichkeiten.
        Die „vermutete Automatik“ ist hiermit gegenstandslos. Icj wollte Sie gewiss nicht kränken, sondern ich nahm es tatsächlich an. …. Alles wieder gut? … Danke!
        Und was eine Mitarbeit anbetrifft, denke ich drübet nach, sofern das ernst gemeint ist und ich in dem Fall über die Modalitäten hinreichend aufgeklärt werde. Einen Weg hierfür wird sich finden.

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