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Veröffentlicht am 24. September 2019 von lyrikzeitung
Günter Kunert (1929-2019)
Junges Paar an der Ecke
Plätze finden, fröhlich sich zu paaren,
Das ist schwer für solche ohne Raum.
Leichter seinen Samen aufzusparen
Für die Nacht und für den kargen Traum.
Traum von warmen Kammern und von Betten,
Nicht nur drin zu schlafen und allein.
Über den Beton schaun wir nach Stätten
Für die Liebe, und wir finden Stein.
Unruh in uns, streifen wir durch Straßen,
Fern der Wildnis und ihr noch nicht fremd.
In den Städten, groß und ohne Maßen,
Wärmt uns meistens nur das eigne Hemd.
Aus: Günter Kunert: Das kreuzbrave Liederbuch. Berlin: Aufbau, 1961, S. 9

Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Günter Kunert
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Schade, dass er fast vergessen war, erst hochgejubelt, dann mehr und mehr wegen seiner ehrlicher Gedanken raus gedrängt, quasi von und aus der DDR.
In meiner Bibliothek fehlte er nie.
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