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Veröffentlicht am 8. Dezember 2017 von lyrikzeitung
Felix Philipp Ingold
Vorspruch
Macht die Nacht die Farben aus,
dann ist es wieder Zeit und sind die Farben eins.
(aus dem Notizbuch eines Malers, anonym, 1942)
Ein Ah! ist der Anfang von allem und heisst
soviel wie Schra… wie Schwarz. Soviel wie nichts. Drin
gehn die Farben unter wenn die Nacht sie dimmt
und … da! … schon sind sie enthalten. Schon bedeuten sie
die ganze Finsternis. Behaupten sich wabernd
in ihrer Sinnlosigkeit. Was übrigens auch für die Vokale
gilt. Für Eh! das nichts von dieser Schwärze
weiss. Für Iii! das s-si-sirenengleich die Morgenröte
auf die Spitze treibt. Für Uh! das ewig grünt und
Oh! das jedem Blau des Himmels gilt. Doch das Ende
von allem ist dann wie immer der morgige Tag
der nur einfach alles Heutige zum Gestrigen macht.
Aus: Felix Philipp Ingold: Niemals keine Nachtmusik. Gedichte. Klagenfurt und Gaz: Ritter, 2017, S. 7
Kategorie: Deutsch, SchweizSchlagworte: Felix Philipp Ingold, L&Poe-Anthologie
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