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Veröffentlicht am 26. Februar 2015 von lyrikzeitung
Harsch das Urteil der Neuen Zürcher Zeitung über die Erstveröffentlichung eines Langgedichts von Wladimir Majakowski über einen „Luftkrieg zwischen den kapitalistischen USA und der kommunistischen Sowjetunion im Jahre 2125“:
Boris Preckwitz, der begeisterte Übersetzer, versucht, das 1925 geschriebene Langgedicht für die Gegenwart aufzumotzen; bald macht er es ulkig poppig und peppig («echt nie», «Newswust», «Nüschte», «Rabbatz», «gefrickelt», «beschlagzeilt», «betarnmalt», «beschraubschwungt»,), bald pathetisch umständlich bis unverständlich («Der Kommandant wringt die Stirn» für: «runzelt die Stirn» «Fiederling» für: «Vogel», «sie spitzen die Hauer» für: «bis an die Zähne bewaffnet»). (…)
Der Versuch, die vor neunzig Jahren entstandenen Verse mittels zeitgemässen Werbejargons sowie Slam-Poetry-Elementen zu aktualisieren, überzeichnet die im Original angelegte verbale Kraftmeierei («und eine Stadt ist getilgt ohne jeden Mucks / von einer erstickend giftigen Gasschicht») zusätzlich und macht sie vollends ungeniessbar. Ein Versuch mit den falschen Mitteln und am falschen Objekt. / Birgit Veit
Wladimir Majakowski: Der fliegende Proletarier. Übersetzung: Boris Preckwitz, Illustrationen: Jakob Hinrichs, Nachwort: Jan Kuhlbrodt, Edition ReVers 3, Berlin 2014. 100 S., € 14.90.
Kategorie: Rußland, RussischSchlagworte: Birgit Veit, Boris Preckwitz, Wladimir Majakowski
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