22. Spurwechsel

Der auf falsche Fährten und launige Literatur abonnierte Romancier Rayk Wieland, Jahrgang 1965, hat sich just bewusst dilettantische Reime auf ein vorgebliches Alter Ego gemacht: „Der Spurwechsel“ heißt eines Gedichte seines Helden Rayk W., den er für seinen Roman „Ich schlage vor, dass wir uns küssen“ erfunden hat. Einen Lyriker, der angeblich, jedenfalls nach Ansicht der ihn emsig bespitzelnden DDR-Behörden, sehr subversiv war. Das besagte Poem geht so: „Ich sitze im Wagen / Und wechsle / Zum Überholen die Spur. / Ich war gern dort, wo ich herkomme, / Ich bin gern da, wo ich hinfahre. / Auch unterwegs zu sein ist schön. / So könnte es immer weiter / – Gähn.“ / DIE WELT 11.7. http://www.welt.de/die-welt/article4100145/Und-ich-soll-Widerstaendler-sein.html

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