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Veröffentlicht am 8. November 2002 von rekalisch
Bretons Wohnung war eine Art innenarchitektonische Umsetzung der Poetik des objet trouvé, des aufgelesenen, kruden und aus seiner Gebrauchsfunktion entlassenen Gegenstandes, an dem sich die Phantasie um so heftiger entzündet, je weniger man ihm seine Herkunft ansah. Diese Poetik des Fundes war ebenso Teil der surrealistischen Ästhetik wie die écriture automatique oder die absurden Definitionsspiele, mit denen die Surrealisten das rationale, selektive Zweckdenken außer Kraft setzen wollten. Und jetzt soll nach den nüchtern selektiven Regeln des Kunstmarktes alles von Breton unter den Hammer kommen: Nicht als Gesamtkunstwerk, sondern einzeln, zerstreut in alle Winde, was viele der Stücke ihres Sinns berauben wird: Hmm, lassen Sie mal sehen, für den Miró geb ich Ihnen eine Million, aber lassen Sie mich mit dem mikronesischen Schnickschnack in Ruhe… / SZ 8.11.02
Kategorie: Frankreich, FranzösischSchlagworte: André Breton, Surrealismus
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