Schlagwort: existenzielle Lyrik

Das ist halt so

Im November nachts Zweitausendeins
lag ich nackt und aufgeschlitzt in Mainz,
tief im Blut und alle Tropfe tropften,
die Kanülen, die Katheter klopften,
alles floß hinein in das Plumeau,
und man sagt zu mir: Das ist halt so.

es frisst der Mensch, um Mensch zu sein

Ich habe zweierlei Gesicht,
doch ganz genau weiss ich das nicht.

Ich habe rechts und links ein Bein –
O, welches mag das bessre sein?

ein Geier hockt im Garten

kein Teppich segelt vorbei
nur der Geier hockt im Garten
mit blauem Hals und tränenroten Augen
wartet auf die Sonne
fliegt gegen Morgen müde davon.

Die Crux mit dem was war was ist

Nichts

ist so wie es ist ist
unerschütterlich so wie es ist
ist so wie es gekommen ist
ist so wie es kommen mußte

natürlich

das tafelsilber entsorgen
mit oder ohne segen
das weltliche segnen
ohne reue ohne trost