015 Anna Hoffmann: Pandoras Box. Gedichte, 14 Seiten, 5,- EUR
Anna Hoffmann, geb. 1971 in Bergen/Rügen. Nach dem Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie in Greifswald, Halle und Berlin, arbeitete sie als Journalistin und Galeristin. Sie veröffentlichte in Anthologien und Zeitschriften sowie den Einzeltitel „Kreiselband“ (2000). Sie lebt in Berlin und Sassnitz.
Barra de poesía. Neue Gedichte aus Argentinien. Zweisprachig spanisch/deutsch, herausgegeben und übersetzt von Timo Berger. CD, Laufzeit: 65 Min., 23 Tracks, 10,- EUR
Noch bis zum 16. Mai ist die Lyrik-Bar / Barra de poesía von Timo Berger im Museum Ludwig als Bestandteil der Ausstellung „Ex Argentina“ zu sehen. Aus dem Material hat der Herausgeber eine CD zusammengestellt, die eine Hörprobe von zeitgenössischer argentinischer Lyrik der jüngeren Generation bietet. Die Aufnahmen beginnen mit einem Räuspern Damián Ríos‘ und enden mit vertonten Gedichten Wáshington Cucurtos. Zuweilen weht ein Hauch Buenos Aires durchs Fenster hinein.
Es sind Texte von Damián Ríos, Sergio Raimondi, Marina Mariasch, Fabián Casas, Ezequiel Alemian, Fernanda Laguna und Wáshington Cucurto. Die deutschen Sprecher sind Timo Berger, Hanna Buhl, Philipp Jusim, Björn Kuhligk, David Magnus und Tom Schulz.
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Aktuelle Termine:
5. April 2004: Lesung mit Maik Lippert, Lars-Arvid Brischke u.a., Kaffee Burger, Torstr. 60, Berlin-Mitte, 21 Uhr.
19. April 2004: Lesung mit Anna Hoffmann und Guy Helminger, Kaffee Burger, Torstr. 60, Berlin-Mitte.
28. April 2004: Lesung mit Adrian Kasnitz und Marc Hieronimus, ARTheater, Ehrenfeldgürtel 127, 21 Uhr.
Als der Schriftsteller W.G. Sebald in den frühen achtziger Jahren Michael Hamburger in Middleton besuchte, entzifferte er an einem sprechenden Detail im Garten die Seelenverwandtschaft zwischen Hamburger und dessen großem Vorbild Hölderlin: „Ist es möglich, dass man sich später in diesem Haus in Suffolk hat niederlassen müssen, nur weil in seinem Garten die Zahl 1770, das Geburtsjahr Hölderlins, auf einer eisernen Wasserpumpe steht?“ / FR 22.3.04 (Michael Braun)
Mehr: NZZ 22.3.04 (Jürgen Brocan) / FAZ 22.3.04 (Harald Hartung) / SZ 22.3.04 / Gedicht: Late January Morning – original und nachgedichtet von Raoul Schrott: FAZ 23.3.04 (desgleichen am 24.3.04)/
(–> 53 L&P 03/04)
Und dann lasen sie aus ihren Gedichten vor – es rasselte und gurgelte in ihren Kehlköpfen, und in rasendem Tempo und dennoch mit den ergreifendsten Melodien, zu denen ihre wunderliche Sprache fähig ist, brachen die Verse aus ihnen heraus. «Schreib auch über die Liebe», heisst es in dem Gedicht «Ex Voto» von Swiad Ratiani, «und sag, dass du das Geheimnis erfuhrst – / dass Gedichte vor der Liebe geschrieben / und nach der Liebe gelesen werden.» Schön und wohlgeformt klingt das auf Deutsch, auf Georgisch hingegen hört man das Anarchische heraus, das Verlangen nach Liebe – und den Hunger nach jener Literatur und Kunst, an der man zu lange nicht hatte teilnehmen können. / Roman Bucheli, NZZ 22.3.04 über die Rauriser Literaturtage
Fragt die NZZ am 20.3.04 sich und drei Lyriker pünktlich zum Frühlingsanfang oder zum Welttag**) der Poesie (die folgenden Beiträge)
**) –> 77 (L&P 03/04)
Nicht lange nachdem die Stieglitzbälge bei mir aufgetaucht sind, entdecke ich in Thomas Klings «Sondagen» dieselbe Vogelart, in ebenfalls zwölf Versen, die ebenfalls Teil eines grösseren Zusammenhangs sind. Vielleicht, überlege ich aufgeregt, sassen wir beide um dieselbe Zeit über einem Distelfinken- Gedicht, ohne dass wir, jeder mit seinem eigenen Stieglitz vor Augen, beim Schreiben voneinander gewusst hätten:
dieser kopf- fleck, kopffleck;
(funken: disteln)
marke am haupt wie arterielles blut.
der sich abhebt, vom reif noch; an pen- delnder rispe schwingen-
des rot (distelfunk): was
für ein schönes paar distelfinken.
/ NZZ 20.3.04
selbe Stelle selbe Welle, schließt an Beyer an:
Also geht es um etwas Taktiles, und der Ornithologe ist eine Person, nicht eine erfundene Figur – das ist mir nah; andererseits habe ich Vögel bis jetzt lieber lebend betrachtet, fliegend oder auch eingesperrt, und ihre Fähigkeit zum Gesang schien mir bis heute die einleuchtendste Analogie zum Gedicht (was keineswegs neu ist, aber darum allein kann es nicht gehen). …
Ich schrieb in mein Notizbuch:
hin zu den quellen geht kein weg zurück ich habe die lachse springen gesehen doch keiner nahm die staustufe der sieg.
/ NZZ 20.3.04
Zumal hier in den Vereinigten Staaten verweisen Dichter mit Vorliebe auf ihre authentischen Erfahrungen. Sie schreiben dann Gedichte über ihre Väter, von denen sie als Kind zum Angeln mitgenommen wurden, oder darüber, wie sie mit einem hübschen Ding vom anderen Geschlecht an einer Cola nippten. Sie verwenden gar Namen wie Tuscaloosa oder Kalamazoo, damit es klingt, als seien sie erst gestern dort gewesen. Sie würden, so reden sie sich selber ein, der Welt einen Spiegel vorhalten. Glauben Sie ihnen kein Wort. Es steckt mehr Wahrheit in den Reden heruntergekommener Gestalten, die in den Strassen von New York das bevorstehende Weltende ankünden. Man sieht mit geschlossenen Augen sehr viel besser als mit offenen, wie ihnen jeder Dichter bestätigen kann. Nur dann nämlich nehmen unsere Poeten die Sterne wahr, wenn sie abends unter das rückwärtige Vordach hinaustreten und noch einmal pinkeln, bevor sie zu Bett gehen. / NZZ 20.3.04
Gedicht The tragic sense of life englisch/deutsch, SZ *) 29.3.04 (nach kostenloser Anmeldung im 7-Tage-Archiv zugänglich)
Von einem kleinen Underground-Laden in Leipzig berichtet die Leipziger Volkszeitung am 21.3.04
Anton G. Leitners Meinung ist Expertenmeinung, melden die Tiroler Tageszeitung und Kleine Zeitung (die es von apa/dpa aus Weßling haben) am 20.3.04 (außerdem über Dieter Bohlen und die Chance der Lyrik).
Die Landeshauptstadt Schwerin höchstselbst ruft Freizeitautoren zu einem Schreibwettbewerb, meldet die Ostseezeitung. / 19.3.04
A poem without a title that began „I wandered lonely as a cloud“ irritated England’s literati when it was penned by William Wordsworth. Even the poet’s friend Samuel Taylor Coleridge thought it contained elements of „mental bombast“.
But the accessibility of the poem was given a fitting tribute yesterday when, 200 years after it was written, a quarter of a million British schoolchildren recited it simultaneously. …
Ilana Ledermann, aged seven, said: „It makes me really excited when I read the poem because it has lovely old-fashioned words.“
Max Bailey, aged seven, said: „I like ‚Daffodils‘. It rhymes very nicely and flows along well. It was good fun reading it together.“
/ Independent 20.3.04
Hier das Gedicht. Hier ein Artikel von poet laureate Andrew Motion im Guardian vom 6.3.04
Wie die Dichterwitwe Emma Herwegh den jungen Dichter Frank Wedekind verwöhnte (und vieles mehr) erzählt Michail Krausnick, Die Zeit 13.3.04
Mehr: ND 24.3.04
Vor 20 Jahren starb der Basler Dichter Rainer Brambach. Sabine Doering erinnert an ihn in der FAZ vom 15.3.04
Rainer Brambach: „Gesammelte Gedichte“. Mit einem Nachwort von Hans Bender. Diogenes Verlag, Zürich 2003. 182 S., geb., 16,90 [Euro].
Gedichte, die nicht schnell entschlüsselt werden können, sind entweder etwas für die stille Kammer oder sie müssen vorgelesen werden. Wie wohltuend es sein kann, sie vom Autor selber zu hören, zeigt die CD „Die Erde, das singende Brot“ mit Poesie von Johann Tammen und Musik von Vitold Rek. / taz Nord 11.3.04
Could Larkin the beloved poet have existed without Larkin the racist cad of a man?
fragt Adam Kirsch in der Zeitschrift „The Walrus“. Nämlich
after the publication of his selected letters and a biography by Andrew Motion, Philip Larkin suddenly became – in the gleeful rhetoric of Britain’s book-page pundits – „a petty-bourgeois fascist,“ embodying a „rancid and insidious philistinism“ and a „repellent, smelly, inadequate masculinity.“
(Aber was bleibt, sind nicht seine kleinlichen Meinungen, sondern die Großzügigkeit seiner poetischen Gaben, meint Kirsch und sieht einen Zusammenhang zwischen beiden Seiten).
/ 19.3.04
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