Betreff: jeweils ein (1) Buch von Engeler, Kookbooks und der Edition Korrespondenzen kaufen
oder von den unter Wert repräsentierten yedermann (medial total untergegangen: Emma Lew …) oder luxbooks, oder Verlagshaus J. Frank, zum Beispiel.
aber das wissen Sie ja.
Ron Winkler
manche Verlage wurden noch nicht einmal richtig gehoben, um fallengelassen zu werden. Theo Breuer kennt sicher 100.
Gr, RW
Die ohnehin prekäre Lage der kleinen Verlage hat sich auch nicht verbessert.
Das wird an dem Schicksal des auf Lyrik spezialisierten Urs Engeler Editor- Verlags deutlich: Nachdem der Mäzen, der einen entscheidenden Beitrag zur Finanzierung des Schweizer Verlags beisteuerte, ausgestiegen ist, wird in diesem Herbst das letzte Programm erscheinen. Egal ob preisgekrönt und im Feuilleton hoch gelobt – Lyrik lässt sich eben schwer verkaufen. Der Verleger Urs Engeler, der Ulrich Schlotmann mit seinen sarkastischen Gedichten im LCB vorstellte, übernahm dann auch den Part des Pessimisten am Wannsee. „Es wäre gar nicht so schwer, einen solchen Verlag am Leben zu halten, wenn nur die Neugierde der Menschen etwas größer wäre“, sagt er ernüchtert, nachdem er 13 Jahre versucht hat, das zu ändern. Er macht weder dem Buchhandel einen Vorwurf, noch der Literaturkritik, die ihn überproportional berücksichtigt hat, sondern den Menschen im Allgemeinen: Ihm komme es vor, als habe in den vergangenen beiden Jahrzehnten nur das einen Wert gehabt, das Geld generiere. Dass Lesen eine Investition in die Menschlichkeit sei, werde nicht gesehen. …
Auch Jörg Sundermeier vom Berliner Verbrecher Verlag plant mit seinem Auslieferer eine ähnliche Vertriebsaktion wie „Goldader“, um endlich auf den Ladentisch der großen Ketten zu kommen – und am besten damit auch gleich die verhasste Kleinkunstecke zu verlassen. Dahin würde man als kleiner Verlag immer noch geschoben: „Die Leute müssen endlich akzeptieren, dass unsere Autoren genauso groß sind wie die von Suhrkamp.“ / LAURA WEISSMÜLLER, SZ 20.7.
Las gerade bei Facebook:
N.N. hat gerade ein wunderschönes Buch gefunden – Bert Papenfuß – ATION-AGANDA mit cd 2008 bei Urs Engeler erschienen – so sollten Bücher aussehen
Genau! Und kleines Rechenbeispiel: wenn jeder Leser der Lyrikzeitung in den nächsten drei Monaten jeweils ein (1) Buch von Engeler, Kookbooks und der EditionKorrespondenzen kaufen würde, wär die Lyrik wahrscheinlich schon gerettet. Genug auf Lager haben die allemal. Um dieser 200 willen würde sie gerettet – die andern tuns eh nicht. Ette conne ronne bzw. wenn aber dann bzw. quoniam, ach*!
(Oder andersherum: wenn jede Buchhandlung der Republik, bei der ich in den letzten 20 Jahren Bücher für viele tausend Marks und Euronen gekauft habe, das für sie kleine Risiko einginge, von jedem der Verlage zwei Titel für ihre Leser hinzulegen… aber das tun die nicht, oder?)
*) Der Redakteur ist gern bereit, auf Anfrage die Anspielungen aufzulösen. Für den guten Zweck!
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
Elizabeth Bishop, one of our greatest American poets, once wrote a long poem in which the sudden appearance of a moose on a highway creates a community among a group of strangers on a bus. Here Ronald Wallace, a Wisconsin poet, gives us a sighting with similar results.
Sustenance
Australia. Phillip Island. The Tasman Sea.
Dusk. The craggy coastline at low tide in fog.
Two thousand tourists milling in the stands
as one by one, and then in groups, the fairy penguins
mass up on the sand like so much sea wrack and
debris. And then, as on command, the improbable
parade begins: all day they’ve been out fishing
for their chicks, and now, somehow, they find them
squawking in their burrows in the dunes, one by one,
two by two, such comical solemnity, as wobbling by
they catch our eager eyes until we’re squawking, too,
in English, French, and Japanese, Yiddish and Swahili,
like some happy wedding party brought to tears
by whatever in the ceremony repairs the rifts
between us. The rain stops. The fog lifts. Stars.
And we go home, less hungry, satisfied, to friends
and family, regurgitating all we’ve heard and seen.
Die Lyriker, die der in Peking lebende Dichter Xi Chuan (geb. 1963) dafür auswählte, gehören fast alle der sogenannten «posthermetischen Dichtung» an. Während die «hermetische Dichtung» (z. B. von Bei Dao oder Gu Cheng) um 1980 den Aufbruchswillen der «verlorenen Generation» artikulierte, versucht sich die sich ab Mitte der achtziger Jahre formierende Dichtung von dem Pathos des aufklärerischen Subjekts und der durchgängigen Oppositionshaltung konsequent abzusetzen./ Michael Ostheimer, NZZ 15.7.
In Zürich hängen die Plakate bis Ende Juli; ferner ist im Literaturhaus Zürich eine Veranstaltung für Anfang Oktober geplant. Weitere Informationen sowie die vollständigen Texte der Gedichte finden sich unter www.literaturhaus.net.
Auf der Busfahrt, vorbei an Hutongs und qualmenden Garküchen, Hochstraßen und vielen Hochhäusern, blättert ein Kollege in den Gedichten des großen Lyrikers Bei Dao:
„Das neue Jahrhundert / Ruhmsüchtig verdunkelt sich die Erde/ Wir lesen vom Licht in einem Buch / aus Beton, wir lesen die Wahrheit . . .“
Immerhin, denkt man, der kann das alles hier veröffentlichen. Oder machen sich die Behörden bei einer so apokryphen Kunstform wie der Lyrik nicht mal mehr die Mühe, sie zu „harmonisieren“, weil das ohnehin keiner liest?
Chen Danqing lacht am nächsten Morgen in den hohen Raum seines Ateliers. Genau, sagt er, wen interessiert noch Lyrik? Chen hat sich selbst harmonisiert: Der Maler und Essayist hat vor einigen Jahren seinen Job an der Universität hingeschmissen, er fühlte sich zu sehr gegängelt und überwacht. So etwas tut man nicht in China, seither ist er berühmt. / ALEX RÜHLE, SZ 11.7.
Zwei Bücher machen jetzt dankenswerterweise auf Leben und Werk Hilde Domins aufmerksam. Das eine trägt den Titel „Liebe im Exil. Briefe an Erwin Walter Palm aus den Jahren 1931 – 1959“. Sowohl das Glück dieser außergewöhnlichen Liebe als auch die karibische Einsamkeit, die darauf folgende Ehekrise und der Aufbruch ins eigene Schreiben sind hier dokumentiert.
Oft war Domin allein und somit auf sich selbst auf der Insel Santo Domingo zurückgeworfen. Ihr Mann durfte über Jahre hinweg den lateinamerikanischen Kontinent in seiner beruflichen Funktion nicht bereisen.
Die Sprache der Liebe umfasst in diesen Briefen nicht nur direkte Herzenserklärungen; Beschreibungen von Landschaften, inneren Bewusstseinsvorgängen, persönliche Sorgen und Sehnsüchte sind hier genauso enthalten wie etwa eine Bitte an ihren Mann, ihr mehr Raum zu lassen. Da heißt es an einer Stelle über ihre Mitarbeit an einem Buchprojekt:
Mein Herz, lass mir ein wenig mehr Freiheit: so dass Platz bleibt für die – und sei es nur eine Fiktion – freiwillige Mitarbeit. Der totale Druck, die totale Pflicht, das macht nur widerwillig. Man bekommt eine Lust zum davonlaufen – gar nicht zu beschreiben. Dabei lieb ich Dich doch.
Und dann, ein paar Zeilen weiter, heißt es noch versöhnlicher:
Lass uns… lass uns doch wieder Wolkenhirten sein, wenn die Bäume grün werden…
(…)
Hilde Domin trug bei ihren Lesungen ihre Gedichte immer zweimal vor. Sie las in Gefängnissen, Schulen und Kirchen. In einem Interview im Jahre 1986 wurde ihr die Frage gestellt, wie viel Mut ein Schriftsteller für das Schreiben eigentlich benötige. „Ein Schriftsteller“, sagte sie bei dieser Gelegenheit, „braucht drei Arten von Mut: den, er selber zu sein, den Mut, nichts umzulügen, die Dinge beim Namen zu nennen. Und drittens den, an die Anrufbarkeit der Anderen zu glauben.“
/ Marica Bodrozic, Hör-Tipp, Oe1 Ex libris, Sonntag, 12. Juli 2009, 18:15 Uhr
http://oe1.orf.at/highlights/140704.html
Hilde Domin, „Sämtliche Gedichte“, S. Fischer Verlag
Hilde Domin, „Die Liebe im Exil: Briefe an Erwin Walter Palm aus den Jahren 1931-1959“, S. Fischer Verlag
beim Schleswig-Holstein Musik Festival
Mit Michael Lentz, Axel Kühn, Klaus Sperber, Oliver Hahn und Andi Lind
Literaturhaus Hamburg e.V.
Schleswig-Holstein Musik Festival: Sprechakte X/treme
Mit Michael Lentz (Rezitation), Axel Kühn (Saxofon, Bassklarinette), Klaus Sperber (E-Bass), Oliver Hahn (Keybboard) und Andi Lind (Schlagzeug)
Ein poetisches Experiment. Ein Dialog von moderner Lyrik und progressiver Musik. Vier Musiker und ein Dichter gemeinsam auf der Bühne – die Worte werden durch die Sprechkunst von Michael Lentz zu Musik; seine Stimm-Musik und die Musik der vier Instrumentalisten verbinden sich. Klangschichten entstehen: sanfte Saxofonklänge, getragen melodisch, dann wieder jazzig-rhythmisch; klangglitzerndes Schlagwerk; technoartige Beats; Instrumente und Stimme manchmal elektronisch verzerrt. Faszinierend auch die Wandlungsfähigkeit der Textinhalte. Was im einen Moment tiefsinnig und lebensklug schien, explodiert plötzlich zu Textfragmenten, Worte werden endlos wiederholt, Satzteile vermischt und ausgelassen – kein Inhalt mehr, nur noch Klang.
Gefördert durch brand eins Wirtschaftsmagazin.
Restkarten in der Buchhandlung Samtleben im Literaturhaus (Telefon 040-220 51 45).
literaturhaus, montag, 13. juli, 20.00 uhr, euro 23,-
Literaturhaus Hamburg e.V.
Schwanenwik 38
22087 Hamburg
Text: klausensblog
klau|s|ens, was hast du gegen „lyrikmail“?man beantwortet meine mail(s) nicht.
Wer mag, kann ja mehr nachlesen (vül isses aber nich – ich glaub, ich halt lieber zu koalls lyrikmail)http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/480639
„Wenn du ein echter Cowboy bist, hast du eine Menge Zeit. Das Cowboyleben kommt der Poesie entgegen.“ Das sagte Donna Vaughan, die Vorsitzende des Cowboy-Lyrik-Komitees, zur Eröffnung des 22. Cowboy-Lyrik-Jahrestreffens in Salinas, Kal. Warum die Tagung „Cowboys & Cabernet“ heißt, erklärt der Artikel in The Californian leider nicht. In den Filmen trinken die doch immer Whisky? Ulf, weißt du eine Antwort?
Die Leute sind manchmal trotzig. „Sie fangen an, Gedichte zu schreiben und ihr Heil in Gedichten zu finden“, befand Mirko Bonné, der zuletzt mit seinem Gedichtband „Republik der Silberfische“ aufhorchen ließ, beim Besuch in Innsbruck. Und meint: „Der Trend, das Gedicht zum Verstummen zu bringen, ruft die Gegenreaktion hervor.“ Jedes Gedicht, stellt der Romancier und Lyriker klar, „ist stärker als Prosa“. Gedichte sind also nach wie vor hochkarätige Begleiter. …
Der Verfasser des kollektiven Tagebuchs „Echolot“ hob in dem Lyrikband die Gedichte, die seine acht Jahre dauernde Haft im DDR-Gefängnis Bautzen widerspiegeln, auf.
Abrechnung findet keine statt. Die Gedichte berühren durch ihre Knappheit wie in „Stacheldraht“: „Ganz hübsch, diese Falter von Draht!“ Die Worte sind spröde, als könnten sie so der begrenzten Welt der Haft am ehesten entsprechen. Kempowski hat an Rilke gedacht und an Rapunzel, die ihr Haar von ihrem Gefängnisturm heruntergelassen hat.
Kehrtwende. Die Welt, wie sie stinkt und keucht und lebt, beschreibt Bettina Balàka in den Gedichten „Schaumschluchten“ (Droschl). Die produktive Österreicherin bewegt sich in ihren vielstrophigen, titellosen Gedichten mit Verve. Sie stürzt sich in Wortschluchten, sieht Kommunikationsdrang und den Wahnsinn der Äußerlichkeiten, ja, aber auch Landschaft und Kinder. „Mein Mädchen aber kletterte wie ein Äffchen an mir hoch und säße auf meiner verlogenen Nase.“ / anonym bei tt.com http://tt.com/tt/home/story.csp?cid=10757189&sid=57&fid=21 (Tirol! Daß es nicht aus D-Land kommen kann, ist wohl klar: die hätten sich mit Bonné, Enzensberger & Kempowski begnügt, was nichts gegen diese besagen soll, wohl aber gegen deutsche Beschränktheit. „Nieder mit Deutschland“, rufen das die Iraner deshalb? Ach, zum Teufel)
Kultursommer im Radio
12.07. bis 12.09.2009
täglich ab 20:05 Uhr bis kurz nach Mitternacht
Alle neun Radioprogramme der ARD-Kulturwellen senden im Sommer 2009 zum ersten Mal ein gemeinsames Kulturprogramm.
Zu hören gibt es dabei ausgewählte Konzert- und Opernabende mit weltberühmten Orchestern, Dirigenten und Solisten, ab 22:30 Uhr liest Gert Westphal an 61 Abenden aus Thomas Manns „Buddenbrooks“.
Ab 23:00 Uhr steht das ARD-Radiofestival ganz im Zeichen des Jazz und täglich ab 23:30 Uhr sind in „Echtzeit“ bewegende Momente deutsch-deutscher Geschichte in historischen Radioaufnahmen zu erleben.
Zum Abschluss eines jeden ARD- Radiofestivaltages heißt es kurz nach den 0:00 Uhr-Nachrichten „Lauter Lyrik“, die Elite deutscher Schauspieler und Sprecher liest Gedichte aus dem „Hör- Conrady“, dem größten Lyrik-Projekt Deutschlands.
Der auf falsche Fährten und launige Literatur abonnierte Romancier Rayk Wieland, Jahrgang 1965, hat sich just bewusst dilettantische Reime auf ein vorgebliches Alter Ego gemacht: „Der Spurwechsel“ heißt eines Gedichte seines Helden Rayk W., den er für seinen Roman „Ich schlage vor, dass wir uns küssen“ erfunden hat. Einen Lyriker, der angeblich, jedenfalls nach Ansicht der ihn emsig bespitzelnden DDR-Behörden, sehr subversiv war. Das besagte Poem geht so: „Ich sitze im Wagen / Und wechsle / Zum Überholen die Spur. / Ich war gern dort, wo ich herkomme, / Ich bin gern da, wo ich hinfahre. / Auch unterwegs zu sein ist schön. / So könnte es immer weiter / – Gähn.“ / DIE WELT 11.7. http://www.welt.de/die-welt/article4100145/Und-ich-soll-Widerstaendler-sein.html
Eben erhielt sie für ihre Gedichte wieder einen Preis. Die Wiener Autorin Friederike Mayröcker schreibt seit über sechzig Jahren buchstäblich gegen den Tod an. Ein Gespräch über ihr Œuvre führte Christine Dobretsberger, Basler Zeitung (Der Bund) 09.07.:
Sie selbst bezeichnen die Erzählung «je ein umwölkter gipfel» von 1973 als Ihr Schlüsselwerk.
Es ist deshalb ein wichtiges Buch, weil ich mich mit diesem Werk vom puren experimentellen Arbeiten abgewandt habe. Ich dachte mir, ich muss jetzt etwas anderes machen. Vorab wusste ich nur den Titel des Buches, den ich übrigens aus der «Zeit» gestohlen habe. Damals war gerade der Amerika-Russland-Gipfel, und die «Zeit» titelte mit der Überschrift: «Ein umwölkter Gipfel». Ich fügte nur das «je» hinzu und entwarf zwei sprechende Personen. Später in «Heiligenanstalt» bin ich allerdings wieder zum Experimentellen zurückgekehrt. …
Im Anschluss an die Wiener Buchpräsentation Ihres neusten Lyrikbandes «Scardanelli» sprachen Sie über Ihre intensive Hinwendung zum Leben, und es fiel der Satz «Ich hasse den Tod».
Ja, den hasse ich. Ich sehe nicht ein, dass ich abtreten muss, weil ich noch einiges vorhabe. Elias Canetti war ja auch gegen den Tod.
Hat dieser Ausspruch speziell etwas mit «Scardanelli» bzw. mit der damit verbundenen intensiven Beschäftigung mit Hölderlin zu tun?
Nein, ich bin schon viele, viele Jahre gegen das Sterben. Ich empfinde es als Abschneiden eines Fadens, der am liebsten noch sehr lange weiterginge. Dieser Faden wird einfach abgeschnitten und man geht in ein unbekanntes Terrain. Das finde ich schlimm.
Der Afrika-Tag des von der Berliner Literaturwerkstatt ausgerichteten Poesiefestivals, der in diesem Jahr die englischsprachigen Länder im Süden des Kontinents vorstellte, erinnerte am Sonntag aber daran, dass das, was viele heute als hermetisch empfinden, eine ganz körperbezogene Kunst ist und ursprünglich den Riten und Rhythmen der Arbeit und des Krieges entsprang.
Von einer jungen Performer-Generation aufgenommen, ist das gestische Wort in die Popkultur eingewandert und hat einen lyrischen Strom freigesetzt, der, wie die für den Schwerpunkt Verantwortliche Afrika-Expertin Flora Veit-Wild bemerkte, gar nicht verstanden werden muss, um zu wirken. Kgafela oa Magogodi jedenfalls hätte mit seiner Rap-Lyrik, in der immer wieder das Wort „Holocaust“ aufschien, auch die sprachresistentesten Geister vom Stuhl reißen können. Zumindest das jüngere Publikum in der Akademie am Hanseatenweg lag ihm zu Füßen.
Johannesburg gilt als Melting Pot der südafrikanischen Lyrikszene, dort verschmelzen kosmopolitische Einflüsse mit traditionellen Kulturbeständen. Virtuos führt Phillippa Yaa de Villiers vor, „wie man in der Stadt überwintert“. Während ihr 70-jähriger Dichterkollege Keorapetse Kgositsil („Willi“), ANC-Aktivist der ersten Stunde, noch ein Bindeglied zum alten Südafrika ist und seine Stimme der Erinnerung an den Kampf gegen das Apartheidregime und seine Opfer leiht, haben sich die jüngeren Stadtpoeten frei gemacht von der verpflichtenden Verbeugung vor der heroischen Vergangenheit. Frech lädt de Villiers etwa den ehemaligen Präsidenten zum Tee („Tea for Thabo“), um ihm seine kriminelle Aids- Politik vorzuhalten: „Du bist der Vater einer gesunden Bordellnation.“ / Ulrike Baureithel,Tagesspiegel 30.6.
„In English, please!“: Daniil Pashkoff Prize 2010
Der Daniil Pashkoff Prize startet zum neunten Mal. Wer Prosa und Lyrik in englischer Sprache schreibt und Englisch nicht als Muttersprache hat, kann sich bis zum 31. Januar 2010 mit eigenen Texten bewerben.
Der Daniil Pashkoff Prize for Creative Writing in English by a Non-Native Speaker wird in zwei Altersgruppen – unter 21 Jahren und über 21 Jahren – sowie in den Kategorien Prosa und Lyrik verliehen. Ob Rap, Gedicht oder Kurzgeschichte: Jede Literaturform ist willkommen. Die Gewinnertexte werden in einer Anthologie veröffentlicht. Als Hauptpartner unterstützen freundlicherweise die Stadt Braunschweig, der Diesterweg-Verlag, die Stiftung Familie Johanna und Johannes Papke, die Sprachenschule Berlitz, die Buchhandlung Graff, die Agentur Maassen Design und das IT-Unternehmen Gärtner Datensysteme den Daniil-Pashkoff-Preis. Informationen zum Wettbewerb gibt es unter
www.writers-ink.de.
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