Major League Baseball player reflects on the role of poetry in his life
CHICAGO — The Poetry Foundation, publisher of Poetry magazine, is pleased to announce that Tampa Bay Rays outfielder Fernando Perez is featured in the September issue of Poetry magazine. As a contributor to Poetry, Perez joins the varied ranks of non-poets—including singer Neko Case, actor Alfred Molina, psychiatry professor Kay Redfield Jamison, and Vanity Fair columnist Christopher Hitchens—who have recently written for the magazine about the place of poetry in their lives.
Perez is a graduate of Columbia University in New York City, where he received a degree in American studies and completed the creative writing program. He joined the Tampa Bay Rays in 2008 and was one of six Ivy Leaguers to be appointed to the roster of Major League Baseball teams in the 2009 season. A longtime reader of contemporary poetry, Perez has named Robert Creeley and John Ashbery among his favorite poets.
Perez says he turns to poetry when he’s „after displacement, contrast“ from the game of baseball. „The thick wilderness,“ he continues, „of, say, late Ashbery can wrangle with the narrowness of competition.“
Created with the belief that not only should poetry have a wider audience, but the range of people writing about poetry should be diverse, Poetry’s occasional special feature The View from Here this month includes short essays from Brenda Starr writer Mary Schmich and writer William T. Vollmann. Vollmann, like Perez, reminds readers of poetry’s role in opening minds.
With their distinct backgrounds, contributors to this month’s issue of Poetry also connect to poetry in individual ways. They may see poetry as an aid in professional life, as chief judge of the U.S. Court of Appeals for the Second Circuit Dennis Jacobs states: „My long interest in poetry has yielded a respect for the language that people should employ when they undertake to speak the law.“ Or they may regard it, as music and comic book critic Douglas Wolk says, „as a sort of chisel to break my brain open.“ Alternatively, poetry can be greeted as a departure from the daily grind.
Poetry’s September issue also includes new poems by Samuel Menashe, Belle Randall, Don Paterson, Lucia Perillo, Atsuro Riley, Desirée Alvarez, Sandra McPherson, Spencer Reece, Malachi Black, and Dan Beachy-Quick, as well as prose and criticism by Ange Mlinko and Michael Hofmann.
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About Poetry Magazine
Founded in Chicago by Harriet Monroe in 1912, Poetry is the oldest monthly devoted to verse in the English-speaking world. Harriet Monroe’s „Open Door“ policy, set forth in volume 1 of the magazine, remains the most succinct statement of Poetry’s mission: to print the best poetry written today, in whatever style, genre, or approach. The magazine established its reputation early by publishing the first important poems of T.S. Eliot, Ezra Pound, Marianne Moore, Wallace Stevens, H.D., William Carlos Williams, Carl Sandburg, and other now-classic authors. In succeeding decades it has presented—often for the first time—works by virtually every significant poet of the 20th century.
In wenigen Wochen sind Unescowahlen, und es besteht die Chance (oder für einige die Gefahr), daß der ägyptische Kulturminister Faruq Hosni zum Generaldirektor gewählt wird. „Antisemitisch oder Pro-Israel?“ titelt AFP. Als Kulturminister in den letzten 22 Jahren habe er die volle Normalisierung zwischen Ägypten und Israel abgelehnt, solange es keinen Friedensvertrag mit den Palästinensern gebe. Als UNESCO-Chef aber wolle er für eine Annäherung in der Region ohne Ausnahme eintreten. Zu Hause wiederum wird ihm ein weicher Ton im Umgang mit Israel vorgeworfen.
Umstritten ist seine Eignung für das Amt auch wegen innerer Fragen in seinem Amtsbereich. Als Kulturminister sei er nämlich auch der oberste Zensor seines Landes und von fürchterlicher Effektivität, schreibt agoravox. Er habe zahlreiche Bücher verboten, die die Sicherheit des Landes aufs Höchste gefährdeten. Auf der Kairoer Buchmesse 2008 wurden vier ins Arabische übersetzte Romane von Milan Kundera verboten – der libanesische Verleger durfte sie nicht mit nach Ägypten bringen, sie wurden beschlagnahmt und ihm nicht zurückgegeben. Ähnlich ging es mit Büchern von Mohamed Choukri, der in mehreren arabischen Ländern verboten ist. Der in Deutschland beheimatete Verleger al-Jamal nennt mehrere seiner Werke, die verboten wurden, darunter Paul Bowles: le Reclus de Tanger, La tente, La séduction du merle blanc. Im Jahr zuvor war u.a. „Alexis Sorbas“ von Nikos Kazantzakis betroffen. Dem Artikel ist eine lange Liste von Repressalien aus dem 20. Jahrhundert beigefügt, darin verbotene, verfolgte, ermordete oder hingerichtete Lyriker.
Unter dem Titel «Wir sprechen uns» präsentiert die Regionalgruppe Mittelfranken des Verbands Deutscher Schriftsteller (VS) einen Podcast, der über den Kultur- und Bildungsserver der Stadt Nürnberg kostenlos abrufbar ist. Im Monat September ist die Lyrikerin Ingrid van Biesen in dieser Reihe zu hören. Sie liest Gedichte aus ihrer Veröffentlichung «im zwischenlicht der zeit». Die Autorin, die Germanistik und Gesang studiert hat, wurde 1937 in Lambsborn/Westpfalz geboren und lebt und arbeitet heute in Hersbruck.
Für Oktober haben die rührigen Schriftsteller auch schon Pläne: Dann soll ein Hörbuch mit den Aufnahmen aus dem Podcast erscheinen. Im gleichen Monat liest der Nürnberger Autor und Sprech-Chansonier Michael Lösel.
Der Podcast kann kostenlos angehört und abonniert werden unter der Internetadresse www.kubiss.de/podcast. / Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung 3.9.
Alle Gerichtsentscheidungen zum Fall „Gedichttitelliste” hier.
Eine Besprechung von Uli Hufen, DLF Büchermarkt 2.9., wird so eingeleitet:
Ossip Mandelstam starb einen gnädigen Tod: kurz bevor er für weitere fünf Jahre in ein Arbeitslager sollte. Das Verbrechen des Dichters: Josef Stalin gefiel eines seiner Gedichte nicht. Thrillerautor Robert Littell hat sich an der Geschichte versucht
(Nunja, Todesarten… Mandelstam ist im Lager verreckt. – Sein Verbrechen: Die ein oder zwei stalinkritischen Gedichte gefielen dem Diktator nicht und alle anderen, was schwerer wiegt, verstand er nicht. Was wir nicht verstehen, ist „nicht für uns“, also ist es gegen uns.)
So liest sich Littells Mandelstam:
Dieser nervöse, dickköpfige, lebensfrohe Homo Poeticus, … dieser nervöse Liebhaber (von mir und verschiedenen anderen) ist beim Rezitieren wie verklärt und wird zu einem – zu etwas – anderem. … Unbeholfen fährt er mit der Hand durch die Luft, und die Haltung seines Körpers spiegelt Reim und Rhythmus des Textes und die vielfältigen, darin verborgenen Bedeutungen wider. Den Kopf in den Nacken gelegt, fährt der unverwechselbare semitische Adamsapfel hinter der fast durchsichtig dünnen Haut seiner blassen Kehle auf und ab.
Robert Littell: „Das Stalin-Epigramm“. Roman.
Aus dem Amerikanischen von Werner Löcher-Lawrence
400 Seiten, Arche Verlag (August 2009)
(Der Roman – ich werd ihn garantiert nicht lesen – macht es leichter, über den Dichter zu schwätzen, ohne ihn zu lesen. Wetten, daß alle ihn besprechen werden? – In den 50er/60er Jahren mußte man zu diesem Zweck wenigstens die Erinnerungen von Mandelstams Witwe Nadeshda lesen: Das Jahrhundert der Wölfe. Das ist immerhin eine Quelle. Die Gedichte und Essays des Dichters – Gespräch über Dante! – muß man lesen. Letzteres ist ein Lesefest für Dichter und Lyrikfreunde und vielleicht sogar eine Verführung zu Dante. Dante und Dada!)
Mehr: Freitag 20.8.
Mandelstam in L&Poe seit 2001:
2001 Feb # Lyrik in der “ Netzeitung „: Der Terror kennt keine Regeln
2001 Feb # Russian poet, English essayist and American citizen
2001 Feb # Neue Dantebücher
2001 Mrz # Many critics,
2001 Apr # Mandelstam in Limbo
2001 Okt # Noch ein Geburtstag
2001 Okt # Realist sui generis
2001 Nov # Gebrochenes Deutsch (1): Kundschafter auf dem Rückzug
2001 Dez # « Die Dichter haben immer Recht »
2002 Feb # Radio- und Fernsehtips
2002 Aug # Gewichtige Geburt
2002 Okt # Warme Semmeln
2002 Nov # Mandelstams Venedig
2003 Mai # Petersburg
2003 Jun # Dossier: Übersetzen
2003 Jul # „Wieder steht ein Realismus rum“
2003 Jul # Mandelstam, Wetterblitz, lügenprall
2003 Aug # Prinzipiell unbrauchbar
2003 Sep # Für Literaturen
2003 Okt # Weitere Besprechungen der Mandelstam-Biographie:
2003 Okt # Enzyklopädische Ignoranz
2003 Okt # „Buch des Monats“ – die Mandelstam-Biographie von Ralph Dutli
2003 Okt # Lyrik in Rußland
2003 Dez # Völlig indifferent, äußerst fatalistisch, extrem bourgeois
2003 Dez # „No man can see his own end“
2004 Jan # Dichterstimme
2004 Jan # Renovierte Moderne
2004 Jan # Vor 90 Jahren
2004 Jan # Revolutionsfeier
2004 Feb #73. K.O. Götz 90
2004 Apr #56. Gersteins Moskauer Erinnerungen
2004 Mai #44. Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung an Ralph Dutli
2004 Sep #6. Seltsamerweise
2004 Okt #100. Glut und Asche
2005 Jan #25. Europas „Lichtungen“
2005 Aug #45. Liebe zur Poesie
2005 Okt #37. Wind der Welt
2006 Mrz #92. Brodsky und kein Ende
2006 Apr #17. Durchbohrt, gebannt
2006 Apr #45. Gespräch über Dante
2006 Mai #54. Mehr Preise
2006 Jun #21. Paradoxer Futurist
2006 Jun #26. Namensnennung
2006 Jun #42. Richard Pietraß 60
2006 Jun #97. Todesarten
2006 Jul #16. Erinnerungen Marina Zwetajewas
2006 Okt #51. KEIN SCHAULAUFEN MIT DEM SPRACHSCHATZ
2006 Nov #46. Subversiv
2007 Mrz #52. Immer oppositionell
2007 Mai #13. Stalin-Epigramm
2007 Okt #89. Dutlis Übersetzerwerkstatt
2008 Jan #94. Stammler und Dichter
2008 Feb #34. Nichtsein und Schrift
2008 Feb #67. Anti-Achmatowa
2008 Apr #22. „Babble“ und Babel
2008 Jul #47. Grünbeins Essays
2008 Jul #91. Lübeck
2008 Aug #44. A Valediction to Osip Mandelstam
2008 Aug #49. Tristia
2008 Aug #129. Dichter und Mörder
2008 Okt #8. Spießgesellen
2008 Dez #102. Diesseitigkeitsdichter
2009 Jan #21. Chomsky, Mandelstam, Stein
2009 Feb #113. Wer gewinnt?
2009 Apr #62. (Zeit-)Stimme der Lyrik
2009 Aug #40. Ammann hört auf
2009 Aug #101. Mandelstam-Nummer
2009 Aug #102. Ammanns Wunderlampe
2009 Aug #103. Ingolds Gegengabe
2009 Aug #104. Beim Jüngsten Gericht
(die letzten 4 hier: Ossip Mandelstam
die anderen im Archiv (Jahr, Monat + Nummer suchen)
Als die Sprache verrückt wurde, wurden wir / im Freiraum des Gesetzes gerettet / denn wir waren taubstumm / Ein Schulbus nach dem anderen / fuhr vorbei am Abgrund des Lichts / Die Nacht war ein alter Film / Lautenklänge sickerten in die Zeiten wie Regen Waisen jagen nun den blauen Himmel / Bücher, die Trauer tragen, stehen stramm / Auf den Wegen der Hermeneutik / öffnen sich die Azaleen und ihre Schwestern / um des Todes willen
Dieses Gedicht mit dem Titel „Ohne besonderes Thema“ ist auf eine typische Weise verschlossen – scheinbar, und entspricht so recht jenem dunklen, als obskure Lyrik deklarierten Stil der poetischen Subversion, für den Bei Dao berühmt wurde. Dunkel bleibt es für europäische Leser auch bei mehrmaligem Lesen, und wenn es zweifellos lyrisch gestimmte Assoziationen oder Evokationen erzeugt, ist das leider nicht der ganze Mehrwert dieser hohen Kunst. Man wird sie nie erschöpfend deuten oder interpretieren können, aber der Dichter warnt selbst, wiederum in einem Gedicht mit dem vielsagenden Titel „Himmelsfragen“:
Heute abend regnet es Bindfäden / Eine Brise durchblättert die Bücher / Die Lexika sprechen durch die Blume / Sie zwingen mich in ihre Gewalt Von klein auf habe ich alte Gedichte gelernt / ohne den Sinn zu verstehen / Ich stand bestraft / am Abgrund der Deutung
Die Lexika sprechen durch die Blume, aber die Blumen sprechen manchmal auch durch die Lexika. Im Lexikon steht: Die Azalee hat etwas mit dem chinesischen Kuckuck zu tun und ist ein Symbol der Trennung. Aber was ist mit dem Schulbus am Abgrund des Lichts und der Nacht wie ein alter Film? Diese Motive wird man schwerlich nachschlagen können, und weil Bei Dao es bei uns leider noch nicht zu einer kommentierten Ausgabe geschafft hat, muss man sich selbst auf jene absichtsvoll genannten „Wege der Hermeneutik“ begeben, und da kommt man mit einer einfachen Motiverkundung schon recht weit. / Martin Zähringer, DLF Büchermarkt 2.9.
Freitag | 04.09.2009 | 20:00 Uhr | Lesung + Gespräch | Eintritt frei
Dichtertreffen: Begegnungen in Texten und Gesprächen
mit Lübecker und hiesigen Schriftstellern
Der Lübecker Autorenkreis und seine Freunde e.V. besucht im Rahmen einer Litera-Tour die Universitäts- und Hansestadt Greifswald. Neben dem Kennenlernen der Stadt und ihrer landschaftlich-kulturellen Umgebung geht es dem Lübecker Autorenkreis gleichermaßen darum, mit den Menschen in Kontakt zu treten.
Denn auch lange nach dem Fall der Mauer bewegt viele Menschen in Deutschland die Frage, ob man wirklich so unvoreingenommen und unbefangen aufeinander zugeht, wie man es sich vor mehr als 20 Jahren wünschte. Was verbindet und was trennt die Menschen in Ost und West? Inwieweit findet dieses Empfinden möglicherweise auch Eingang in die Sprache und das Schreiben?
Ulrich Frohriep (Süderholz), Jürgen Landt (Greifswald) und Silke Peters (Stralsund) sowie Jürgen Haese, Lena Johannson und Regine Mönkemeier vom Lübecker Autorenkreis werden aus ihren Werken lesen und miteinander ins Gespräch kommen. Die Moderation übernimmt der Lübecker Lyriker Klaus Rainer Goll.
Mit freundlicher Unterstützung der Universitäts- und Hansestadt Greifswald und des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
Der Eintritt ist frei.
Da wir beim Wesentlichen sind (#14), hier eine Fundsache aus einem Kommentar bei Facebook:
Zum einen wünschte ich, die Kritiker fänden sich in diesem Prozess des „Mitgestaltens“ nicht so toll, denn das ist mittlerweile arg hohl. Zum Zweiten zeigen die Tauben ja wie es geht: Patterns erkennen und bestehenden Bewertungen folgen. So läuft auch der Markt. Tauben sind da besser als Menschen, deswegen finden Brieftauben heim. (Oliver Tepel)
– Bezogen auf einen Artikel aus The Smart Set: Bird Brain – August 26, 2009
Quelle: thesmartset.com. An online magazine of culture and ideas:
„The pigeons recognized the good paintings as “good” twice as often as they recognized the “bad” paintings. In short, they came off as pretty good critics. There are those (names withheld) writing for major publications who might do markedly less well.“
Das angolanische Kulturministerium will vier Bücher des Dichters António Agostinho Neto wiederveröffentlichen. Neto war der erste Präsident des unabhängigen Angola. Es handelt sich um “Renúncia Impossível” und “Sobre a Libertação Nacional”, Redensammlungen des Autors, sowie “Náusea” und “Ainda o meu sonho”, Sammlungen seiner Schriften zur Nationalkultur. [Aha, auch deren Kulturbegriff konzentriert sich auf die Essenz, die im Sekundären liegt?]. Vier Bücher, sagt die Mitteilung der angolanischen Presseagentur. Außerdem, heißt es weiter, erscheine eine Neuauflage seines Gedichts „Sagrada Esperança“ (Heilige Hoffnung). Das wär das fünfte, das aber nicht zählt?
Am 15. und 16.9. wird ein internationales Kolloquium über den Autor stattfinden.
„Hochseil“
Die Lange Peter Rühmkorf Nacht
von Charlotte Drews-Bernstein
Peter Rühmkorf (1929-2008) hat sein Gedicht „Hochseil“ am 1. Oktober 1975 in einem NDR-Studio zum ersten Mal vorgelesen. Es schließt mit den Zeilen:
„Ich schwebe graziös in Lebensgefahr grad zwischen Freund Hein und Freund Heine.“ Das vom Absturz gefährdete Herumturnen auf einem „Hochseil“ kann man durchaus als Lebensbild nehmen.
Nach dem Tod des Dichters im Juni 2008 hat die Autorin Charlotte Drews-Bernstein seine frühen Sandkistengespielen, ehemaligen Mitschüler, seine Kusine und Ehefrau und viele andere Weggefährten – vom Heizungsbauer „Müffi“ Lercher bis zum Nobelpreisträger Günter Grass – um ihre Erinnerungen an den Dichter, Essayisten, Porträtisten und „Zeitmitschreiber“ gebeten. Die insgesamt zwanzig Interviews, ergänzt durch eine Vielzahl von Originaltonmitschnitten aus Rühmkorfs Vorträgen, Lesungen und nicht zuletzt den legendären Jazz & Lyrik-Auftritten mit Michael Naura und Wolfgang Schlüter, summieren sich in den drei Kapiteln „Kleine Reimfibel“, „Das lyrische ICH und Jazz & Lyrik“, „Abwege und Umwege“ zu einer vielstimmigen und überraschend kurzweiligen Einführung in Rühmkorfs Leben und Werk.
Sendetermine:
5./ 6. September 2009
Deutschlandradio Kultur sendet immer am Samstag von 00:05 bis 3:00 Uhr
der Deutschlandfunk von Samstag auf Sonntag von 23:05 bis 2:00 Uhr
Gleichzeitig erscheint im Hoffmann und Campe Verlag als Produktion der Arno Schmidt Stiftung das Hörbuch „Zwischen Freund Hein und Freund Heine“ Es handelt sich um eine Einführung in Leben und Werk des Dichters Peter Rühmkorf. Das Hörbuch (3 CDs) ist noch 45 Minuten länger als die Radiosendung.
Mehr: Wiener Zeitung 3.9.
vom 3.9. bis 6.9.09
Kalte Buche/Rhön
ca. 10km von Ostheim/ Rhön zwischen Weisbach und Ginolfs. Anfahrt zum Berghaus Jungviehweide unterhalb der Kalten Buche.
Die Lesung wird veranstaltet vom Verlag Peter Engstler
Lesungen am 4.9.09 ab 19 Uhr & am 5.9.09 ab 13 Uhr
Film & Musik am 5.9.09
Änderungen möglich
Literatur:
Tone Avenstroup
Udo Breger
Jörg Burkhard
Stefan Döring
Sigrid Fahrer
Dirk Fröhlich
Egon Günther
Florian Günther
Michael Halfbrodt
Andreas Hansen
Caroline Hartge
Helmut Höge
Johannes Jansen
Michael Kellner
Theo Köppen
Cornelia Köster
Peter Ludewig
William Cody Maher
Bert Papenfuß
Eckhard Rhode
Sabina Rösch
Peer Schröder
Ulf Stolterfoht
Fatzo Seuberling
Johannes Ullmaier
Film:
Gunter Deller
Pola Reuth
Musik:
TOTES KAPITAL sequenz 7
Wie liest sich ein Gedicht von Paul Celan auf Serbisch? Oder auch: Wir würden einen Text der letzten Fachhochschul-Poetikdozentin Ulrike Draesner auf Arabisch nicht wiedererkennen. Es gäbe außerdem die Möglichkeit, die bulgarische Übersetzung aufzuschlagen, Draesner in chinesischer Zeichenschrift entschlüsseln zu wollen. Und: Die diesjährige Literaturpreisträgerin Nummer eins in Deutschland, Ursula Krechel, ist ins Japanische übersetzt.
Schon allein dafür wäre eine Festwoche in Berlin angesagt. Die angekündigte Veranstaltungsreihe bezieht sich freilich auf noch viel mehr: Seit zehn Jahren ist „lyrikline.org“ im Internet etabliert und hat sich inzwischen zur in 120 Ländern millionenfach angeklickten Website für Gedichte entwickelt. Das Projekt der rührigen Berliner Literaturwerkstatt wird in seinem Jubiläumsjahr von über 40 internationalen Partnern unterstützt: Lyrik ist – gut sortiert – überall und jederzeit auf der ganzen Welt am Bildschirm abrufbar. …
Der Lohn für Nutzer: Peter Rühmkorf – niederländisch auf einen Klick; umgekehrt Hugo Claus auf Deutsch und – erst all diejenigen, die man bisher überhaupt nicht kannte! Wer beispielsweise sind Vito Apüshana, Lebogang Mashile, Gaga Nakhutsrishvili – was und in welcher Sprache schreiben sie ihre Gedichte? Aufschluss im Internet. / Viola Bolduan, Wiesbadener Tagblatt 1.9.
Von Gerrit Wustmann, Neue Rheinische Zeitung
Axel Kutsch gilt als bedeutender Herausgeber von Lyrik in Deutschland. In dieser Woche erscheint mit „Versnetze_zwei“ der Nachfolgeband seines Übersichtswerks über die deutsche Gegenwartslyrik, in dem Poeten aller Generationen eine enorme Vielfalt präsentieren. Im Gespräch mit der NRhZ gewährt Kutsch Einblick in seine Arbeit, spricht über die deutsche Verlagslandschaft und erklärt, warum die höchste sprachliche Kunstform mehr Leser verdient hätte:
Kann man in diesen zwei Jahren ausmachen, ob es neue Tendenzen, Entwicklungen in der deutschsprachigen Lyrik gibt?
Im Laufe dieser zwei Jahre nicht so sehr. Es ist nach wie vor so, dass die junge Generation nach vorne drängt, was schon seit einigen Jahren in stärkerem Maße als in früheren Jahrzehnten der Fall ist. Man erkennt den Willen, Schreibweisen zu forcieren. Eine grundsätzlich neue Richtung wird man wohl nicht mehr kreieren können, aber die Jungen, die die Traditionen kennen, versuchen, eigene Noten und eigene Diktionen zu entwickeln, die die Lyrik in kleinen Schritten vorantreiben. …
Wie schon 2007 ist auch in „Versnetze_zwei“ eine gewisse Zentrierung erkennbar. Die junge Lyrikszene spielt sich vorwiegend in Berlin, Leipzig, Köln ab, viele drängen in die Hauptstadt. Manche widersetzen sich dem Trend. Die 27jährige Kölner Autorin Marie T. Martin sagte kürzlich, sie wolle nicht nach Berlin. „Das macht doch jeder.“
Eine Zentrierung auf nur eine einzige Stadt wäre nicht so gut. Leipzig, Berlin, Köln und Umgebung, auch München sind Schwerpunktstädte. Man darf dabei aber nicht übersehen, dass sich in ganz Deutschland, auch in der Provinz, viele Talente finden. Augsburg oder Hannover sind keine Städte, die man mit Literatur in Verbindung bringt. Brecht ist aus Augsburg abgehauen. Das sind Städte, aus denen manche junge Autoren schnell fliehen. Aber auch dort sitzen sowohl jüngere als auch ältere Poeten, die sehr gute Lyrik schreiben und durchaus Kontakt halten zu Autoren in den Schwerpunktstädten. Die Gefahr einer zu starken Zentrierung sehe ich nicht. Die Szene ist sehr vielfältig.
A close reading of Louise Bogan’s early poem, „A Tale.“
By Caitlin Kimball
Poetry Media Service
„That woman will be able to do anything,“ declared Robert Frost after reading Louise Bogan’s „A Tale,“ the opening poem in her first book, Body of This Death. At the time of the book’s publication in 1923, Bogan was just 26 but had already experienced marriage, motherhood, estrangement, and widowhood, as well as launched a career as an incisive critic and technically masterful lyric poet. Frost’s assessment was high praise, but as a casual prediction it seems impossible to fulfill. When Bogan’s definitive collected works, The Blue Estuaries, appeared in 1968, just two years before her death, the volume contained 105 poems—hardly a negligible output, but evidence that her periods of creative frustration far outnumbered those of productivity. She could „do“ anything—and did a great deal—but she did most of it with that first volume and even, arguably, with that first poem.
Bogan’s loyalty to conventional meters, rhyme schemes, and imagery may give a superficial impression of starchy high-mindedness set to music. In her first volume, you won’t find a lot of imagistic razzle-dazzle or ornamentation. The poems are relentlessly austere, scattered with shards, echoes, withdrawing tides, and mowed-down fields. She mistrusted the lily-gilding and lush sighs of the Romantic and Victorian verse that had nourished her as an adolescent, and she was equally suspicious of what she saw as the high-strung and erotic expressions of fellow „lady poets“ she otherwise admired. She kept a tight lid on the emotional occasions of her poetry. Her poetic personae are often found in aftermaths, playing out the brittle affections left after the sensuous assaults of passion. A poem, Bogan wrote in a 1923 issue of The New Republic, „must . . . be the mask, not the incredible face“ and „can never be more than a veil dropped before a void.“ In her view, this isn’t just a statement of poetic taste but a psychological necessity: the poem can’t embody rage or love—that’s already been done by the poet. „The poem is always a last resort,“ she insists. By the time of its composition, the intellect must be involved. She didn’t want her art to aggrandize sensation, but to subdue and transform it. Her language of restraint belies a passionate ambition for „surpassing the self through the self,“ as she once described it.
Her „tale“ is actually a short lyric framed as a fable-in-progress, rather than a recounting. As such, it feels both immediate and remote. We know the male protagonist not through his thoughts but through his actions: he is a symbolic figure rather than a habitable persona. His journey is rendered in short, small words that propel the mostly iambic rhythm. But Bogan’s careful linguistic counterpoints and echoes balance and enrich this terse quality. Rhymes of sound are also rhymes of meaning: „break“ and „make“ are opposites; „together“ (unity, consistency) plays against „weather“ (change); „lock“ and „clock“ are containers; „waits“ and „gates“ both suggest measure and control. Such delicate, careful word choices particularize the protagonist’s situation: he is not all youth, yet Bogan reveals little of his story’s origins or effects. His quest is described almost casually:
He goes to see what suns can make
From soil more indurate and strange.
He is not fleeing, but he is also not heading off on a carefree adventure. „He goes to see“ suggests both decisive action and passive curiosity. But this is not spring break. It is a breaking-off:
He cuts what holds his days together
And shuts him in, as lock on lock:
The arrowed vane announcing weather,
The tripping racket of a clock;
Seeking, I think, a light that waits
Still as a lamp upon a shelf,—
A land with hills like rocky gates
Where no sea leaps upon itself.
The first three stanzas propose a disturbing paradox: Mutability is monotonous. Change—of an hour or an era—has a cumulative effect of stasis (or, as the saying goes, the more things change, the more they stay the same). In this „land of change“ tides, weather, and the days themselves are oppressive, and made even more so by measurements. Bogan’s balking youth wants out of this place where he is doomed to witness and mark patterns in chaos. He cannot hold change back, so he puts his hope in total escape. The otherwise omniscient narrator’s arresting „I think“ feels like a distancing technique, a way to hold the youth’s distress at arm’s length and remind us that this is, actually, a „tale.“ But the self-consciousness of the brief gesture betrays Bogan’s investment in this crisis. Is this carefully compressed story one of her „last resorts“?
The narrator reaches the youth’s stark conclusion for him: this paradox really has no resolution. Striving toward enlightenment lands you in a kind of hell:
But he will find that nothing dares
To be enduring, save where, south
Of hidden deserts, torn fire glares
On beauty with a rusted mouth,—
Where something dreadful and another
Look quietly upon each other.
The final passage is a travesty of the hardscape outside of time that the youth first envisioned: the sun-baked ground now splits open and threatens to swallow the soul that dares to venture so far. Bogan’s inferno is actively sinister, with a face (glaring fire, rusted mouth) to mock our own. What „beauty“ is being scorned? It may be the very idea of beauty, or is it the youth’s energy and desire to throw off consciousness, the root of desire itself? The concluding couplet, with its lilting polysyllabic words and feminine rhymes (another/other), is both pat and riddling. The words gesture toward the resolution often found in the final lines of a sonnet, but what (or who) are these dreadful „somethings“? The two spooky figures could evoke a standoff—eternity as a confrontation—or they could suggest conspirators, looming over the young man in silent judgment of his attempt to shirk his fate. The youth (and the reader) will be denied any consoling insight or even a concrete vision. Bogan has placed her carefully staged drama so close to the void, perhaps as close as she could get.
„I broke my life, to seek relief / From the flawed light of love and grief,“ declares Bogan’s persona in „The Alchemist,“ another poem from her first volume. It is a more direct, intimate expression of the desire to surpass the self that she first approached in „A Tale.“ Those „flawed light[s],“ the emotions and surface tensions that govern our worldly, subjective experience, are fragments of an ultimate, unknowable tension. If she could indeed break her life, surpass the self and be absorbed into the force that outlasts it, would the force be benign or malignant? Or both? Or . . . nothing?
If Bogan really did see a poem as a last resort, her task would place her, again and again, at this limit. The compulsion to make language both convey experience and transcend it, not knowing what waited on the other side, could provoke a poet or stop her in her tracks. Perhaps this first poem enacts Bogan’s struggle to create all the poems that followed it.
Caitlin Kimball is a poet living in St. Paul, Minnesota. This article first appeared on http://www.poetryfoundation.org. Learn more about Louise Bogan, and her poetry, at http://www.poetryfoundation.org.
© 2009 by Caitlin Kimball. All rights reserved.
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