Nun die Nachrichten

228 Wörter, 1 Minute Lesezeit

Tim Turnbull

Und zum Schluß wieder diese Schlagzeilen ...

Die Opfer eines Gräuels waren sehr aufgewühlt und weinten heute.
Als ein Politiker nicht bei der Wahrheit blieb, empörten sich die Leute.
Die Angst griff um sich, da der Leitzins sich verändert hat;
ein Mann beschuldigte die Großkonzerne, ein anderer den Staat.
Jüngste Studien warnen davor, dass Krankheit zum Tod führen kann.
Froh über den Sieg, doch außer Atem war der Läufer, der das
Rennen gewann.
Strahlender Sonnenschein, hin und wieder Nebelschwaden – so viel
zum Wetter.
Und zuletzt: Süßes Katzenjunges adoptiert von Black and Tan Setter.

Aus dem Englischen von Dagmara Kraus, aus der ersten Ausgabe der famosen Zeitschrift Mütze, herausgegeben von Urs Engeler (2012-2023).

And, finally, those headlines again ...

The victims of a crime, today, got quite upset and cried.
Some people were indignant when a politician lied.
Anxiety was rife about the change in interest rate;
one man blamed big businesses, another blamed the state.
Alarming new research reveals disease can lead to death.
A runner won a race and then was glad but out of breath.
The weather will be cheering sun with some dismaying fog
and, last, a lovely kitten's been adopted by a dog.

Tim Turnbull war auch der Autor des allerersten Roughbooks bei Engeler (Es lebt. roughbook 001, 2009, übersetzt von Norbert Hummelt, Birgit Kempker, Norbert Lange, Ulf Stolterfohl, Hans Thill und Jan Wagner)

Er war…

361 Wörter, 2 Minuten Lesezeit

Hannes Bajohr

Er (Korpusfabel I)
er war 26 jahre alt
er war, als pionier, abkommandiert gewesen zum dienst an den
lokomotiven
er war anhänger darwins
er war arzt, hatte seine dienste als arzt erboten
er war auch kein sozialdemokrat
er war auch kein utopist
er war auf dem land aufgewachsen
er war auf der börse und beim pferderennen tätig
er war auf der höhe seiner berühmtheit als er nicht weiterkonnte
er war austromarxist
er war bauernsohn, kam in die stadt
er war der entdecker oder veredler eines stoffes, der
VALABLE hiess
er war die verkörperung der idee der heimat
er war doch den gegebenheiten des lebens nicht gewachsen
er war doch kriegsteilnehmer gewesen
er war ein chauvinist, engstirnig
er war ein prachtvoller germane er war eine stunde lang im
kreis gegangen
er war einer der verbannten, wie sie umhertrieben in paris
er war einer unzugehörigkeit ausgeliefert, die tiefer war als jegliche
nationale entwurzelung
er war einmal metaphysiker
er war für die „februar"-revolution
er war geschwächt von der lungenentzündung
er war gewaltsam, hart, rücksichtslos, wollte alles selbst bestimmen
er war ihr bei jedem schritt näher, als sie es ihrem gehör nach
vermutete
er war in seiner jugend ein hervorragender turner
er war ja dort nicht zur schau
er war ja kein radiotelegrafist
er war jetzt im käsegebiet
er war kein bolschewik mehr
er war maler, wusste aber noch nicht, wie er es werden sollte
er war matt gewesen beim antritt der weiterreise
er war mit einer französin verheiratet gewesen
er war nett zu mir, gab mir sein essgeschirr mit resten drin
er war nicht aufzufinden
er war nicht mehr zu erkennen
er war nicht weiter nach süden gefahren, sondern nordwärts
er war nie mitglied der partei
er war noch bei bewusstsein
er war organist in der kirche clotilde
er war sich aber nicht sicher
er war so sehr alleinherrscher
er war weit in den garten geschleudert worden
er war zäh
er war zu mir, als sei er mein sohn


Peter Weiss, Die Notizbücher. 2 Bände, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1981–82
als Korpus verwendet, Verbalkonkordanzen zur Phrase „er war“ gesucht
und gelegentlich gekürzt; alphabetisch sortiert.

Aus: Mütze #8. Hrsg. Urs Engeler, S. 403f

Dass ich nichts will

Angelika Janz

Der Gefangene

Ich will nichts,
mich will nichts,
ich lebe es vor.

Ich will niemanden,
keinen, ich schwör
dass ich still war bevor
sie mich fanden.

Dass ich nichts will,
verheißt, dass ich eigene
vor fremder Stärke
beschwor.

(1981)

Angelika Janz, Autorin und Künstlerin, geboren in Düsseldorf, lebt in Aschersleben in Vorpommern.

Die ganze Welt ist in Panik und ich kann den Zug nicht anhalten!

Die September/Oktober-Ausgabe der Zeitschrift Sinn und Form birgt im Innern 5 Beiträge mit Russland-Bezug – von Franz Fühmann („Kennen Sie Rußland?“*), Fjodor Dostojewski (auf Deutsch erstveröffentlichte) Notizen für ungeschriebene Romane) und Gedichten von Iwan Bunin und Alexander Gelman.

*) Fühmann sagt Russland, er meint – und kennt – bis dahin aber ausschließlich die ukrainische Sowjetrepublik, in der er als deutscher Soldat im Einsatz war.

Über die Ausgabe an anderer Stelle mehr. Hier ein Gedicht des 1933 im damaligen Königreich Rumänien, in dem Teil, der ein paar Jahre später die moldauische Sowjetrepublik wurde) geborenen, in Moskau lebenden Alexander Gelman. Der jüdische Autor beschreibt in diesem 2013 in Moskau erschienenen Gedicht einen apokalyptischen Alptraum, in dem das gesamte russische Volk in einem nicht zu stoppenden Zug ins Ungewisse reist – während der Sprecher, als einziger Jude an Bord, verzweifelt versucht, die Katastrophe aufzuhalten und die besorgte Menschheit zu beruhigen.

Alexander Gelman

ALPTRAUM

Ich hab’ geträumt von einem Zug.
Nacht war’s. Und in diesem Zug fuhr
das ganze russische Volk weg, irgendwohin,
ich auch, der einzige Jude.
Das riesige Territorium menschenleer, keine Seele weit und breit,
die Schienen glitzern, überall freie Fahrt,
der lange, überlange Zug rast dahin,
so viele Waggons, nicht zu zählen,
keiner weiß, wohin wir fahren.
Irgendwohin.
Wenn aber das russische Volk sich irgendwohin auf den Weg macht,
wird die Bevölkerung anderer Länder unruhig:
»Womöglich kommen sie zu uns, wollen sich bei uns niederlassen?«
Ich denke, ich muß den Zug anhalten, bevor es zu spät ist,
muß die Menschheit beruhigen.
Aber ich kann ihn nicht anhalten,
ich ziehe die Notbremse – einmal, noch einmal.
Er bleibt nicht stehen.
Stellen Sie sich meine Situation vor:
Das russische Volk fährt in unbekannte Richtung,
die ganze Welt ist in Panik
und ich kann den Zug nicht anhalten!

Über Rußland aber gehen in dieser Zeit
heftige Regenfälle nieder,
aus dem Land wird ein Sumpf, dann ein Meer,
aus dem Zug ein Schiff.
Und da fahren wir nun auf dem Meer „Rußland“
und wissen nicht, was tun, wo anlegen,
und an alledem bin ich schuld –
der einzige Jude auf diesem Schiff,
Alexander Isaakowitsch Gelman.

Aus dem Russischen von Susanne Rödel, aus: Sinn und Form 5/2025, S. 659f. Ursprünglich aus dem Gedichtband „Kostyli i krylja“ (Krücken und Flügel), Moskau 2013. Ein paar Monate später fuhr der Zug an.

Oliver Behnssen (1925-1992)

316 Wörter, 2 Minuten Lesezeit

Die Anthologie der Lyrikzeitung ist keine Straße der Besten und auch nicht das persönliche Poesiealbum des Herausgebers. „Ich lese verschiedene Arten von Gedichten“ (M.G. frei nach E.J.). Von Oliver Behnssen, der heute vor 100 Jahren geboren wurde, kenne ich ein einziges Gedicht. Man kann es mal lesen. (In Bayern wird sich einiges mehr finden.)

Name: Oliver Behnssen. *24.09.1925 in Breslau, †14.10.1992 in München.

Beruf: Lyriker.

Geboren wurde Oliver Behnssen am 24. September 1925 in Breslau. Er besuchte die Finanzschule in Herrsching am Ammersee. Im Zweiten Weltkrieg geriet er in russische Gefangenschaft. Zeit seines Lebens war er in verschiedensten Berufen tätig: vom Zeitungsverkäufer über Tellerwäscher bis zum Auslandsvertreter für Rosenthal-Porzellan. Oliver Behnssen schrieb lyrische Texte und Aphorismen. Seit den 70er Jahren war er aktiv im Münchner Werkkreis. Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller. Oliver Behnssen starb am 14. Oktober 1992 in München.

(Literaturportal Bayern https://www.literaturportal-bayern.de/nachlaesse?task=lpbestate.default&id=211 )
Eine seltsam diskrete Reihe

Ich saufe steil vor mich hin.
Ich weiß, es hat keinen Sinn, dich zu trösten.
Meine Geliebten: übersehbar und sicherlich
von mir unterschätzt: eine seltsam diskrete Reihe.

Mit den linden Lüften, die ja nicht nur
in diesem Jahr, sondern immer wieder auf's Neue
erwachen und säuseln und weben,
umschwärmt mich geschwätzig die Wiederholbarkeit
der spontanen Erniedrigungen, die mir noch bevorstehen.
Wahrscheinlich wird meine bisherige Einsamkeit
– im nun folgenden Schluß bediene ich mich
ausschließlich der Technik der intuitiven Evidenz –
dagegen ein Flohstich gewesen sein.
Aber wer kratzt sich schon an seiner Existenz.
Jeder vernünftig denkende Mensch
befriedigt doch dieses gelegentliche Bedürfnis
mit der viel privateren Sensation,
sich an seinem Bewußtsein zu kitzeln.
Und so döse ich denn auch ausgiebig steil vor mich hin:
meine Geliebten, eine diskrete Reihe.

Ich weiß, es hat keinen Sinn, dich zu trösten.

Aus: Panorama moderner Lyrik deutschsprechender Länder. Von der Jahrhundertwende bis zur jüngsten Gegenwart. Herausgegeben von Wolfgang Hädecke und Ulf Miehe. Sigbert Mohn Verlag, o.J. 1965), S. 428

(Viele große Verlage brachten damals Lyrik).

wie zitronen schimmeln

Ein neues Buch der Kölner parasitenpresse flattert ins Haus, lyrikreihe 110: Lisa James, Wenn wa weg sind, sind wa weg. Gedichte & Bilder (Köln 2025). Hier die erste Seite nach dem Motto.

mein shirt mit dem schriftzug RATIONAL trage ich nur noch nachts, für logische träume.

trank frühe der milch schwarze die der

952 Wörter, 5 Minuten Lesezeit

Diese deutsche Fassung eines Gedichts des iranischen Dichters Hafez Mousavi mutet auf den ersten Blick seltsam an, bis man den Trick durchschaut. Für den Fall, dass jemand ein bisschen drin herumlesen und selber suchen mag (diese Fassung mag auch ihre Reize haben, mir hat sie Spaß gemacht), sage ich jetzt nichts mehr dazu (Fortsetzung sowie Anmerkungen des Verfassers und des Nachdichters weiter unten unter der persischen Fassung).

heißt vogel traurige dieser wie

zurück parsin die kehrt, beginnt sonne die als, morgens
an atem den hält, kinds des taufe der von
baucis und philemon von hütte der reste verbrannten die passiert
knochen ihre verkohlt)
gäste ihrer knochen die verkohlt
(auf rauch der noch steigt

faust schaut, bewegung in herz das, feucht augen die
grenze ohne gebiet sein auf, aus turms des spitze der von
liegt blick im ihm sieg sein wie, sieht

himmel europäischen am, ihm über
freude die an ode die läuft
worte die deutlich

himmelsgedicht heines aus blick im mädchens des augen die
:ab stift den setzt, satz letzten den goethe schreibt
»hinan uns zieht / ewig-weibliche das / getan ist’s hier«

*

himmel dem hinter ode die verschwindet dann
schwarz in bühne die dame alte eine betritt
hervor toten der geister die holt

sind grau die, noten der regen im saal der dunkel
ton den kennen, geister die zittern
ergreift schultern ihre der, todesfuge der

singt chor der
schiller ach
schiller lieber

bekam haare weiße nie mutter dessen, dichters eines geist der ist das
trank frühe der milch schwarze die der, er)
(wassersarg einem in fuhr

toten der geister die sind das
knochen aus flöten
tod der sie schnitzt es

prostituierte ist andre die
schauern eisigen in die
gebiert totes ein

weber schlesischen die sind das
leiche die für tuch das weben sie
kultur unsrer

ferne der in ufern den an nachts des narren sind andern die
antwort einer harren
gab nie und gibt nicht es die

stäben den hinter, panther einzelnen die
elefanten wann und dann
kreis im weiße

meer am stehen, mädchen sind jene und
aufhört sonne die wie, sehen
verlernt seufzen das haben

weiß ihnen von keine
vogel traurige dieser dass
heißt glauben, entflogen herzen

Nachdichtung: Tristan Marquardt (Interlinearübersetzung: Susanne Baghestani) Aus: Ein neuer Divan. Ein lyrischer Dialog zwischen Ost und West. Hrsg. Barbara Schwepcke und Bill Swainson. Berlin: Suhrkamp, 2019, S. 125/127

Natürlich haben Sie den „Trick“ schnell durchschaut. Der Nachdichter orientiert sich an der arabisch/persischen Konvention und ordnet die Wörter von rechts nach links an. „heißt vogel traurige dieser wie“ wird dann zu „wie dieser traurige vogel heißt“, und immer so weiter. – Das Buch enthält im übrigen sehr interessante Essays und weiteres Material zum Thema Übersetzen.

Hier die Anmerkungen aus dem englischen Originalbuch und zusätzlich vom Übersetzer Tristan Marquardt.

Zu dem Gedicht von Hafez Mousavi

morgens als die sonne beginnt, kehrt die parsin zurück von der taufe des kinds
Anspielung auf folgende Verszeilen aus Goethes »Parsi-Nameh/Buch des Parsen« im West-östlichen Divan: »Regt ein Neugeborner fromme Hände / Daß man ihn sogleich zur Sonne wende …«
(A.d.Ü.: Vermächtnis altpersischen Glaubens. Als Parsen werden die Anhänger des Zoroastrismus bezeichnet, ihre Stammländer sind Iran und Indien.)

philemon und baucis
Anspielung auf das alte Paar, dessen Hütte Mephisto in Goethes Faust II in Brand setzt
(A.d. Ü.: Faust II, Akt 5).

ode an die freude
Anspielung auf Friedrich Schillers Ode »An die Freude«.
(A.d. Ü.: Zugleich Europahymne in der Instrumentalfassung. Sie basiert auf der von Ludwig van Beethoven vertonten Fassung von Schillers Gedicht = letzter Satz der 9. Symphonie.)

die augen des mädchens im blick aus heines himmelsgedicht
Anspielung auf Heinrich Heines Gedicht »Ich glaub nicht an den Himmel«.
(A.d.Ü.: Gedichtzeile »Ich glaub nur an dein Auge / das ist mein Himmelslicht«.)

»hier ist’s getan / das ewig-weibliche / zieht uns hinan«
Die letzten drei Verszeilen von Goethes Faust.

todesfuge
Anspielung auf Paul Celans berühmtes Gedicht »Todesfuge«.

geist eines dichters, dessen mutter nie weiße haare bekam
Paul Celans Mutter wurde als junge Frau von den Nazis ermordet.

schwarze milch der frühe
Anspielung auf Paul Celans berühmtes Gedicht »Todesfuge«.

flöten aus knochen
Anspielung auf das Gedicht »Chor der Geretteten« von Nelly Sachs.

prostituierte, die in eisigen schauern ein totes gebiert
Anspielung auf das Gedicht »An die Verstummten« von Georg Trakl.
(A.d. Ü.: Gedichtzeile »Hure, die in eisigen Schauern ein totes Kindlein gebärt.«)

die schlesischen weber
Anspielung auf Heinrich Heines Gedicht »Die schlesischen Weber«
(A.d.Ü. über den Aufstand der schlesischen Weber im Jahr 1844).

narren des nachts an den ufern
Anspielung auf Heinrich Heines Gedicht »Fragen«.
(A.d.Ü.: Hier das vollständige Gedicht aus Heinrich Heines Buch der Lieder, eine unverkennbare Anspielung von Hafez Mousavi auf die Flüchtlinge aus Nahost und Afrika, die versuchen, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen.)

Fragen

Am Meer, am wüsten, nächtlichen Meer
Steht ein Jüngling-Mann,
Die Brust voll Wehmut, das Haupt voll Zweifel,
Und mit düstern Lippen fragt er die Wogen:
»O löst mir das Rätsel,
Das qualvoll uralte Rätsel,
Worüber schon manche Häupter gegrübelt,
Häupter in Hieroglyphenmützen,
Häupter in Turban und schwarzem Barett,
Perückenhäupter und tausend andere
Arme schwitzende Menschenhäupter
Sagt mir, was bedeutet der Mensch?
Woher ist er gekommen? Wo geht er hin?
Wer wohnt dort oben auf goldenen Sternen?«
Es murmeln die Wogen ihr ewges Gemurmel,
Es wehet der Wind, es fliehen die Wolken,
Es blinken die Sterne, gleichgültig und kalt,
Und ein Narr wartet auf Antwort.)

die einzelnen panther
Anspielung auf das Gedicht »Der Panther« von Rainer Maria Rilke.

elefanten weiße im kreis
Anspielung auf das Gedicht »Das Karussell« von Rainer Maria Rilke.

mädchen, stehen am meer
Anspielung auf das Gedicht »Das Fräulein stand am Meere« von Heinrich Heine.

dieser traurige vogel
Anspielung auf das Gedicht »Glauben wir nur an den Beginn der kalten Jahreszeit« von Forugh Farrochsad
(A.d.Ü.: Die iranische Dichterin lebte eine Weile in Deutschland, das Gedicht findet sich in dem Band Jene Tage.)

Konzert der Geister

408 Wörter, 2 Minuten Lesezeit

Gonzalo Rojas

(*20. Dezember 1916 in Lebu, Chile; † 25. April 2011 in Santiago de Chile)

KONZERT

Sie alle schrieben das BUCH miteinander, Rimbaud
malte das Summen der Vokale; keiner
wußte, was der Christus
diesmal in den Sand schrieb! Lautréamont
heulte lange, Kafka
loderte wie ein Scheiterhaufen in seinen Papieren: Was
vom Feuer für das Feuer ist
; Vallejo
starb nicht, das Steilufer
war von ihm erfüllt wie das Tao
voller Leuchtkäfer; andere
blieben unsichtbar; Shakespeare
inszenierte das Schauspiel mit zehntausend
Schmetterlingen; wer jetzt durch den Garten ging, mit sich
selbst redend, das war Pound, ein Ideogramm besprechend
mit den Engeln, Chaplin
filmte Nietzsche; aus Spanien
kam mit dunkler Johannisnacht
durch den Äther: Goya,*
Picasso
im Clownskostüm, Kavafis
aus Alexandria; weitere schliefen
wie Heraklit in der Sonne schnarchend
von den Wurzeln weg: Sade, Bataille,
Breton selbst; Swedenborg, Artaud
und Hölderlin grüßten
traurig das Publikum vor
dem Konzert:
Was
machte dort der blutende Celan
zu dieser Stunde
an den Fensterscheiben?

Aus dem Spanischen von Tobias Burghardt, aus: Die Welt über dem Wasserspiegel. Berliner Anthologie. Hrsg. Ulrich Schreiber. Berlin: Alexander Verlag, 2001, S. 93.

*) An dieser Stelle finde ich die Übersetzung nicht perfekt, weil sie eine direkte Anspielung auf die „Noche oscura del alma“ des spanischen Mystikers San Juan de la Cruz (Heiliger Johannes vom Kreuz) verdeckt. Statt „mit dunkler Johannisnacht“ steht dort eher „Aus Spanien / kam mit der dunklen Nacht des Johannes vom Kreuz: Goya“ oder vielmehr zwar beides, aber das direkte Zitat „en una noche oscura“ und die Anspielung auf den Namen des Mystikers sollten nicht unter den Tisch fallen.

CONCIERTO

Entre todos escribieron el Libro, Rimbaud
pintó el zumbido de las vocales, ¡ninguno
supo lo que el Cristo
dibujó esa vez en la arena! Lautréamont
aulló largo, Kafka
ardió como una pira en sus papeles: – Lo
que es del fuego al fuego
; Vallejo
no murió, el barranco
estaba lleno de él como el Tao
lleno de luciérnagas; otros
fueron invisibles; Shakespeare
montó el espectáculo con diez mil
mariposas; el que pasó ahora por el jardín hablando
solo, ése era Pound discutiendo un ideograma
con los ángeles, Chaplin
filmando a Nietzsche; de España
vino con noche oscura de San Juan
por el éter: Goya,
Picasso
vestido de payaso, Kavafis
de Alejandría; otros durmieron
como Heráclito echados al sol roncando
desde las raíces: Sade, Bataille,
Breton mismo; Swedenborg, Artaud,
Hölderlin saludaron con
tristeza al público antes
del concierto:
¿qué
hizo ahí Celan sangrando
a esa hora
contra los vidrios?

Ebd. S. 92

Echte Dankbarkeit

Heute wäre Adolf Endler 95 geworden.

Verse echter Dankbarkeit

Eine Magistratsangestellte Mitte der Siebziger zum Autor:
"Ich höre, Sie sollen jetzt auch eine Wohnung bekommen...
Ihre Gedichte werden dann hoffentlich anders aussehen!"


Bald fünfzig; und nicht länger nur Gekrächz und Poescher Rab' ich;
Denn eine Wohnung endlich, eine eig'ne Wohnung hab' ich!
Ein and'rer Kerl scheint man geworden: Vorwärtsstürmend gab ich
Mein Ehrenwort, daß künftig keinen einz'gen weiter'n Stab ich
– Auch Staates Sicherheit nie wieder untergrab' ich... –
Über die Heimatstadt zu brechen wagen will, Frau Zapich!
Ja, durch die Straßen als ein nagelneues Wesen trab' ich;
Mich an der Interessantheit blühender Hauptstadt lachend lab' ich;
Mit reif'rem Werk lob' unser'n Alex (nicht den Baobab) ich;
Plumps! war im Eimer meine Lust auf Plowdiw oder Plöhn...
Ich han min Lehen!, Leute, eine Wohnung, Wohnung hab' ich!
(Tönt's nicht schon kräftiger, mein Lied, nicht fast schon wunderschön?)

(1975/1984)

Aus: Adolf Endler: Der Pudding der Apokalypse. Gedichte. Frankfurt/Main: Suhrkamp, 1999, S. 152

Feld/Webel

387 Wörter, 2 Minuten Lesezeit

Heute mal ein Gedicht mit Interpretation – durch die Autorin selbst.

Kerstin Hensel


DER SOLDAT

Das ist das Feld.
Da gehörst du hin, sagt der Feld-
Webel. Hier ist dein Platz, wo
Dem Feind die Kugel durch's Hirn
In's All, verstanden? Verstanden.

Die Schläfenblume geht auf
Der Stahlknarre Mündung.

Zuerst war der Holzstich. Der Künstler Karl-Georg Hirsch schuf ihn als »Totentanz«. Hirsch und ich trafen uns vor knapp zwanzig Jahren in Leipzig und erkannten, unter manch anderen Gemeinsamkeiten, die Gemeinsamkeit unserer Weltsicht: sie war vor allem antisoldatisch, vom Ekel vor allen dumm-zerstörerischen Mächten geprägt.

Das Gedicht beginnt zunächst harmlos: Das ist das Feld. Das Wort Feld schlägt Assoziationsbögen vom agrarischen über den sportlichen, poetischen, Forschungs- bis zum militärischen Begriff: auf dem Ackerland wächst das zum Leben notwendige Getreide/das Spielfeld ist bereitet/das Gefilde fordert die Phantasie/ das Arbeitsgebiet ist bestimmt/ und der Platz des Soldaten wird der Kriegsschauplatz sein. Der Feldwebel (der Teilungsstrich am Versende läßt den »Kehrt-Marsch!«-Ton des Militärs erkennen) gibt Befehle. Sein Ton ist wie an einen gerichtet, der nicht weiß, was er auf dem Schlachtfeld soll. Im Enjambement von Vers 3 wird die Sprache des Feldwebels als die eines Militäridioten entlarvt: der Kerl weiß selber nicht, wo sein Platz ist. Sein (Un)Verstand ist aufs globale Morden ausgerichtet. In Vers 5 folgt die Frage an den Soldaten, ob er den Schwachsinn seiner Orts- und Handlungsbestimmung verstanden habe.

Der Soldat antwortet, wie er es gelernt hat, und der Leser erwartet seinen gehorsamen Gang in die Schlacht. Die beiden Schlußverse aber lassen vermuten, daß etwas mit dem Soldaten geschehen ist, das eine andere als die erwartete Richtung nimmt: das oszillierende Bild der Schläfenblume läßt an die verletzliche, über der Wange gelegene Stelle denken, hinter der das »Blut pocht«. Ein Schuß durch die Schläfe bedeutet den sicheren Tod, aber die Schläfe steht hier im Zusammenhang mit Blume. Blumen, die Soldaten beim Einzug in den Krieg auf ihren Gewehren getragen haben. Blume und Stahlknarre als Gegensatzpaar assoziieren auch den Sieg des Lebens über den Krieg. Das Gedicht freilich ist, wie Hirschs Holzstich, fern jeder Idylle.

Grafik und Gedicht illustrieren einander nicht. Sie bedingen sich in der Aussage und arbeiten aneinander, so wie der Betrachter/Leser daran zu arbeiten hat.

Aus: Die Hölderlin Ameisen. Vom Finden und Erfinden der Poesie. Herausgegeben von Manfred Enzensperger. Köln: DuMont, 2005, S. 89/91 (dort auch der Holzstich).

Fabriken, Licht und Untergang

209 Wörter, 1 Minute Lesezeit

Uriel Birnbaum 

(geboren 13. November 1894 in Wien; gestorben 9. Dezember 1956 in Amersfoort, Niederlande)

Verse

Im Flusse widerglänzten die Fabriken,
Im Rädertaumel zitterten die Brücken,
Ich eilte fröstelnd durch die Sommernacht.
Es schrie die Nacht laut auf aus grellen Fenstern,
Und Lichtreklamen tanzen gleich Gespenstern
– Zu wüstem Wirbel war der Schlaf erwacht.
Ich eilte fröstelnd durch das halbe Dunkel,
Es peitschte mich das lärmende Gefunkel,
Umschlang mich höhnisch: Weiß, grün, blau, rot, rot –
– Die ernste Sommernacht war wie zerflossen
– Durch grelle Gassen schrille Autos schossen –
– Die Steine lebten und der Mensch war tot!

Aus: Armin A. Wallas (Hrsg.): Texte des Expressionismus. Der Beitrag jüdischer Autoren zur österreichischen Avantgarde. Linz, Wien: edition neue texte, 1988, S. 38

Uriel Birnbaum (1894–1956) war ein österreichischer Dichter, Schriftsteller, Maler und Grafiker jüdischer Herkunft. Er war der Sohn des zionistischen Publizisten Nathan Birnbaum und wuchs in Wien auf. Nach seinem Fronteinsatz im Ersten Weltkrieg entwickelte er eine eigenständige, symbolistisch geprägte Bild- und Sprachwelt und veröffentlichte Gedichtbände, Essays sowie Illustrationen zu biblischen und literarischen Stoffen. In den 1920er und 1930er Jahren schuf er zahlreiche Holzschnitte und Buchillustrationen; 1938 floh er vor dem Nationalsozialismus in die Niederlande, wo er im Exil weiterarbeitete. Birnbaum starb 1956 in Amersfoort und gilt als vielseitiger Vertreter der expressionistischen und religiös inspirierten Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Vor 1200 Jahren geboren – Ariwara no Narihira

434 Wörter, 2 Minuten Lesezeit

Vor 1200 Jahren, im Jahre 825, wurde Ariwara no Narihira geboren. Er war Enkel der Kaiser Kanmu und Heizei und „Oberster Kammerherr des Unteren Vierten Rangs, oberer Abschnitt“ und so berühmt, dass man ihn in die „Sechs Dichtergenies“ aufnahm. In der ersten kaiserlichen Anthologie japanischer Gedichte, dem Kokin-wakashū (japanisch 古今和歌集 , auch: 古今集 Kokin-shū, deutsch ‚Sammlung alter und moderner Gedichte‘), die zwischen 890 und 920 zusammengestellt wurde, sind 30 seiner Gedichte enthalten. Die Anthologie umfasst über 1100 Tankas, Kurzgedichte, die in westlichen Übersetzungen gewöhnlich in fünf Zeilen gesetzt werden. Vor 2 Jahren erschien eine vollständige Übersetzung des Buches von Björn Adelmeier. Die Gedichte sind nach den Themen Jahreszeiten, Glückwünsche, Abschied, Reise, Begriffe, Liebe, Trauer angeordnet, jeweils mit Angabe des Themas oder des Anlasses, aus dem es entstand, und so komponiert, das sie sich thematisch oder situativ aufeinander beziehen. Ich habe 3 aufeinander folgende Gedichte zum Thema Liebe ausgesucht.

475
Thema unbekannt, von Tsurayaki

Zwischen Mann und Frau 
existiert so etwas doch:
An eine wie Wind
mit Augen nicht Sichtbare
sehnsuchtserfüllt zu denken.*

476 Am Tag des Reiter-Bogenschießens der Kaiserlichen Garde zur Rechten kam hinter dem Vorhang eines Wagens, der dem des Autors gegenüberstand, das Gesicht einer Dame leicht zum Vorschein, woraufhin Folgendes komponiert und ihr geschickt wurde.
Der Fürst Ariwara Narihira:

Der Unverborg'nen, 
aber auch nicht Sichtbaren
gilt meine Sehnsucht –
Ob ich also heut sinnlos
trüb vor mich hinblicken werd'?

477 Die Antwort auf das vorige Gedicht.
Anonymus:

Bekannt oder nicht - 
Was wollen Sie so sinnlos
Unterschiede machen?
Nur die Leidenschaft kann doch
als ein Wegweiser dienen.

Aus: Kokin Wakashū. Die erste kaiserliche Anthologie japanischer Gedichte. Übersetzt von Björn Adelmeier. Norderstedt: Book on Demand, 2023, S. 184f.

Folgen die 3 Originaltexte und eine englische Fassung.

475

yo no naka wa
kaku koso arikere
fuku kaze no
me ni minu hito mo
koishikarikeri

476

mizu mo arazu
mi mo senu hito no
koishiku wa
aya naku kyō ya
nagamekurasamu

477

shiru shiranu
nani ka aya naku
wakite iwamu
omoi nomi koso
shirube narikere
475

So it is like this
between a man and a girl!
I yearn for someone
heard of as we hear the wind,
and no easier to see.

476

How very foolish!
Shall I spend all of today
lost in pensive thought,
my heart bewitched by someone
neither seen nor yet unseen?

477

How very foolish
to make distinctions between
knowing and not knowing!
It is the devoted heart
that alone can serve as guide.

Aus: Kokin Wakashu. THE FIRST IMPERIAL ANTHOLOGY OF JAPANESE POETRY. Translated and Annotated by HELEN CRAIG McCULLOUGH. With Tosa Nikki and Shinsen Waka. Stanford University Press, 1996, S. 112

Paul Neubauer (1891-1945)

320 Wörter, 2 Minuten Lesezeit

Von Paul Neubauer, einem deutschsprachigen jüdischen Schriftsteller aus der Slowakei (1891-1945) kenne ich nur ein Gedicht in der Anthologie „Texte des Expressionismus. Der Beitrag jüdischer Autoren zur österreichischen Avantgarde“, Herausgeber Armin A. Wallas Linz, Wien: edition neue texte, 1988. Es gibt einen kurzen Artikel im Killy-Literaturlexikon, ansonsten überall Fehlanzeige, auch in den Lexika zur deutschsprachigen jüdischen Literatur und bei Wikipedia. Hier dieses eine Gedicht mit einer kurzen Einführung, gestützt auf den Killyartikel.

Paul Neubauer (*28. September 1891 in Neustadt an der Waag / Nové Mesto nad Váhom, † 1945 in Fonyód) war ein deutschsprachiger Lyriker, Erzähler und Journalist slowakischer Herkunft. Nach seiner Promotion zum Dr. jur. arbeitete er als Redakteur und Kritiker beim Prager Tagblatt, wo er neben Max Brod und Walter Seidl zu den führenden Stimmen zählte, sowie für den Prágai Magyar Hirlap und den Pester Lloyd.

Sein expressionistisch geprägter Gedichtband Wohin (1922), Romain Rolland gewidmet, stellt den Versuch dar, „Bilder des Absoluten“ zu gestalten. Neubauer verstand Dichtung als Glaubensakt angesichts des modernen Transzendenzverlusts. In seiner Lyrik treten religiöse Visionen, die Figur des Ausgestoßenen und die Suche nach Liebe und Gott zentral hervor – etwa in den „Gottesballaden“, in denen sich Mystik und Alltag überlagern.

Neubauer wurde nach der Besetzung der Tschechoslowakei wegen seiner jüdischen Herkunft verfolgt und 1945 in Ungarn ermordet.

Pause

Der winterweiße Raum dehnt unermessen
Und schweigend sich in ewiges Vergessen
Weltenmüde, todbereit...
Gleich Kindertränen gleiten sanfte Flocken,
Verhallend schwirrt ein Klang von Abendglocken -
Die Gegenwart ist zugeschneit.

In allen Ecken stehn Erinnerungen
Und neigen sich, von letztem Licht umsungen,
Und sehn mich an mit großen Blicken...
An den Wänden, hinter Glas im Rahmen,
Hängen tote Freunde, die ihr Amen
Treu zu mir herüberschicken.

Alles Müde ging schon längst nach Hause,
Erstarrtes Leben träumt wie eine Pause,
Der hocherhobne Taktstock steht. . .
Da flammt der Lampenschein, daß lichtgeblendet
Vergangenheit von mir hinweg sich wendet
Und ist ins Dunkel fortgeweht.

Aus: A.a.O. S. 197 (Quelle ist der Gedichtband Wohin? von 1922)

Alle drei

Heute wieder ein Kurzes, Spitzes.

Johann Wolfgang Goethe

Venezianische Epigramme aus dem Nachlass, 13

Juden und Heiden hinaus! so duldet der christliche Schwärmer.
Christ und Heide verflucht! murmelt ein jüdischer Bart.
Mit den Christen an Spieß und mit den Juden ins Feuer!
Singet ein türkisches Kind Christen und Juden zum Spott.
Welcher ist der klügste? Entscheide! Aber sind diese
Narren in deinem Palast, Gottheit, so geh ich vorbei.

Aus: Goethe, Gedichte 1756-1799. Hrsg. Karl Eibl. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1998 (zuvor Deutscher Klassiker Verlag, 1987), S. 467.

Als Zugabe (wegen der Dreizahl in der Überschrift dieses Beitrags) ein noch kürzeres von Friedrich von Logau – die innerchristliche Szene.

Glauben

Luthrisch, Päpstisch und Calvinisch,
diese Glauben alle drei
Sind vorhanden; doch ist Zweifel,
wo das Christentum dann sei.

(1654)

Ich verschlinge die Welt

202 Wörter, 1 Minute Lesezeit

Pablo Jofré

(* 18. April 1974 in Santiago de Chile)

ICH, DER DICHTER

ICH, DER DICHTER, verschlinge die Welt
mit meinen Händen und sauge ihre Flüssigkeiten auf, ich liebe
die Männer und die Frauen, ihre unschuldigen
oder sarkastischen Augen, ich liebe
ihre Ängste und auch ihr Begehren; ihre Illusionen.
Ich umarme alle Bäume, immer wenn ich kann
ich suhle mich auf dem Rasen und auf der Erde
den unendlichen Seen.

Ich umarme die Tiere, küsse sie, danke ihnen
und bitte sie um Verzeihung; auch die Pflanzen
und ihre Blumen, die mich ansehen.
Ich renne durch diese Straßen, um
das zu erreichen, was ich begehre, rufe laut nach jenem,
der sich in Gefahr befindet
oder den ich leidenschaftlich küssen will.
Ich liebe die Liebe, den Sex zwischen vertrauten Körpern
und auch zwischen Unbekannten.
Ich bin geduldig und ungeduldig;
genieße es zu tanzen, zu trinken, zu schlafen
und zu lieben, in meinen Bettlaken oder seinem.

Unermüdlich suche ich Antworten auf Alles. Und manchmal
wenn meine Seele vergiftet wird,
steigt brennender Hass in mir auf.

Aus: Pablo Jofré: Straße um Straße. Gesammelte Gedichte. Aus dem Spanischen von Barbara Buxbaum und Johanna Menzinger sowie von Léonce W. Lupette (S. 62-63) und Odile Kennel (S. 99-124). Köln, Leipzig: parasitenpresse, 2023, S.61