„Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, / In allen Lüften hallt es wie Geschrei, / Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei / Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.“
Zeitgenossen feierten die düsteren Reime emphatisch als „Marseillaise des Expressionismus“. Kurt Pinthus leitete damit 1920 seine berühmte Anthologie „Menschheitsdämmerung“ ein. Johannes R. Becher, selbst Lyriker und früher DDR-Kulturfunktionär, erinnerte sich 1957 rückblickend an die Wirkung des Poems: „Diese zwei Strophen, o diese acht Zeilen schienen uns in andere Menschen verwandelt zu haben, uns emporgehoben zu haben aus einer Welt stumpfer Bürgerlichkeit. Wir fühlten uns wie neue Menschen, wie Menschen am ersten geschichtlichen Schöpfungstag, eine Welt sollte mit uns beginnen, und eine Unruhe, schworen wir uns, zu stiften, dass den Bürgern Hören und Sehen vergehen sollte.“ …
1926 befand er sich in so desaströsem Zustand, dass seine Mutter ihn entmündigen ließ. Ein Jahr später lieferte man ihn nach einem eskalierten Streit mit Nachbarn in die geschlossene Abteilung der Tübinger Universitätsklinik ein.
Dort kam er unter die Obhut des berüchtigten rassistischen Chefarztes Robert Gaupp, der über die vermeintliche „Frühverblödung“ des Dichters Hölderlin vor 1843 äußerte, der Tod hätte ihn „von einem wertlos gewordenen Leben befreit“. Dieser Zynismus gewann Gestalt in den Massenmorden an „Minderwertigen“, die Hitler legitimierte. Auch van Hoddis fiel diesem Wahn zum Opfer. Im April 1942 deportierten ihn die Nationalsozialisten in das polnische Vernichtungslager Sobibor, wo er vermutlich im Mai oder Juni vergast wurde. / Ulf Heise, Märkische Allgemeine
Die französische Lyrik nach 1945 verdankt Georges Perros ihre Alltagstauglichkeit. Nun liegt sein großer Gedichtroman endlich auf Deutsch vor. …
Der „octosyllabe“ ist ein kurzes Versmaß, das nicht den lockeren Atem des in der Renaissance beliebten Zehnsilbers oder die dramatische Fülle des klassischen Alexandriners bietet. Perros ist ein existentieller Purist, er beschränkt sich, ringt um Luft, um Worte, so, wie er seinen Lebenskreis auf die Elementarlandschaft des bretonischen Douarnenez reduziert – in dieser Begrenzung findet er Freiheit, und Weber hat das begriffen. / Niklas Bender, FAZ
Georges Perros: „Luftschnappen war sein Beruf“. Gedichtroman. Aus dem Französischen und mit einem Nachwort von Anne Weber. Matthes & Seitz, Berlin 2012. 162 S., geb., 22,90 €.
„Ein Gedicht ist für mich, wenn alles stimmt, wenn man das liest und sagt ja, wenn es also die Wahrheit der Sprache enthält.“ „Die Wahrheit“ ist für die Schriftstellerin Friederike Mayröcker keine Frage von richtig oder falsch. Die „Wahrheit der Sprache“, die sie meint, steht über diesen Kategorien, und: Man findet sie, so Mayröcker, am eindringlichsten und am gültigsten bei Friedrich Hölderlin.
Die Gedichte des deutschen Lyrikers befinden sich inmitten einer unüberschaubaren Zettellandschaft in Friederike Mayröckers Wohnung in Wien Margareten. Stets griffbereit liegt dort ein vielbenutztes Bändchen mit den gesammelten lyrischen Werken Hölderlins – oder jedenfalls fast griffbereit.
„Hälfte des Lebens“ heißt Hölderlins Anfang des 19. Jahrhunderts verfasstes berühmtes Gedicht. Friederike Mayröcker hat es unter ihre „25 Lieblingsgedichte“ gereiht und im gleichnamigen Lyrik-Band veröffentlicht, der vom Styria Verlag als Auftakt für eine umfangreiche Reihe in Kooperation mit Ö1 vorgestellt wurde. / Ö1
Nigeria hat über 150 Millionen Einwohner, einen Literaturnobelpreisträger, geschätzte fünf Buchhandlungen und ungefähr ebenso viele potenzielle Literaturnobelpreisträger. Zu denen gehört Chimamanda Ngozi Adichie, von der nun zwölf Erzählungen unter dem Titel Heimsuchungen erschienen sind. / Walter van Rossum, Die Zeit
Die Welt ist überschaubar: Entweder man liest Gedichte, oder man lässt es sein. Deshalb brauche ich mich, als Verleger, nicht mehr zu kümmern um die, die nicht. Ich weiss, dass «die, die» sich unweigerlich einfinden, wenn es gute Gedichte zu lesen gibt.
Gedichte? Ja, wir sind wenige. Nein, wir leiden nicht darunter. Wir haben so viel: «Sic!», «kolik», «Krachkultur» und «Der Poet», die Editionen Rugerup, Qwertzuiopü und Schock Edition Fünf mal zwölf Gedichte, Engstler, Keicher und Klever, Kookbooks, Luxbooks und Roughbooks, «Lyrikwelt», «Planet Lyrik» und «Fixpoetry», die «Karawa.net», «Lyrikkritik» und «Lyrikline», das System «Brüterich» und die «Lyrikzeitung & Poetry News». Wir haben das Lyrik-Kabinett, die Literaturwerkstatt, das Kreuzwort und die Liedertafel der Sing-Akademie zu Berlin.
Gedichte? Ja, wir haben Sappho, die Dickinson, H. D., Mayröcker, Erb, Köhler, Rinck und Wolf, das Wessobrunner Gebet, die Merseburger Zaubersprüche und den Lorscher Bienensegen, den von Kürenberg, die von Magdeburg und den von der Vogelweide, Hoffmann von Hoffmannswaldau, von Haller und von Droste-Hülshoff, Günther, Klopstock, Claudius, Goethe, Hölderlin und Eichendorff, Mörike, Rilke, Rimbaud, Baudelaire und George, Kästner, Benn und Brecht, Celan, Artmann, Pastior und Rosenlöcher, Stolterfoht, Donhauser und Waterhouse.
Gedichte? Ja, wir haben Gegenwart. Wir haben Kerstin Preiwuss, Johanna Schwedes, Daniela Seel, wir haben Christian Filips, Bertram Reinecke, Michael Fiedler und Konstantin Ames.
Gedichte? Ja, wir haben Zukunft. / Urs Engeler, Wochenzeitung
Die Wolfgang-Hilbig-Gesellschaft kündigt an:
Am 2. Juni, dem fünften Todestag Wolfgang Hilbigs, 11.30 Uhr in Meuselwitz: Wanderung an Orte aus Leben und Werk des Dichters. Der Literaturhistoriker Volker Hanisch, selbst gebürtiger Meuselwitzer, führt Sie an Orte, die sowohl das Leben Wolfgang Hilbigs als auch seine Literatur prägten. – Treffpunkt: Freifläche des ehemaligen Geburtshauses Rudolf-Breitscheid-Straße 19 b – Kosten: 2 Euro / ermäßigt 1 Euro / Mitglieder frei
Am 31. August (Ort und Zeit noch offen) in Leipzig:
Thomas Böhme, Jayne-Ann Igel, Thomas Kunst und Clemens Meyer lesen Texte von und über Wolfgang Hilbig – die Schriftstellerkollegen präsentieren ihre Sicht auf Mensch und Poetik.
Gut 40 Lyrik-Interessierte hatten sich im Deutschordensschloss eingefunden, etliche später eingetroffene stockten das Publikum auf fast 50 Personen auf – und die erlebten einen höchst spannenden Literaturabend, auch wenn die Lyrikerin Sabine Scho kurzfristig ihre Teilnahme absagen musste. …
„Aufbrüche“ ist der Titel des 2004 erschienenen ersten Gedichtbandes der 1980 geborenen Lyrikerin Katharina Schultens aus Rheinland-Pfalz. In Hildesheim studierte sie kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, ab 2001 verlegte sie die Studienorte zunächst in die Vereinigten Staaten. Aus diversen Fachsprachen gestaltet sie eine ureigene Weltsicht, die sie, gespickt mit irritierenden und höchst anregenden „Wahrnehmungswechseln und -störungen, Dreh- und Kippmomenten“ – besser als in der Rüdenauer-Rezension (Zeit Online, Juli 2011) lässt sich das schwer fassen – zu Papier bringt. Das Publikum hängt ihr und Beyer während der Lesungselemente – beide präsentierten überwiegend Unveröffentlichtes – ebenso wie während des Gesprächs mit Insa Wilke an den Lippen.
Während er, so Marcel Beyers Selbsteinschätzung, im Roman versuche, etwas herauszufinden, seien seine Gedichte, die übrigens immer länger würden, „vielleicht eher Vorschläge“. Auch Katharina Schultens mag „auserzählte Gedichte“ nicht, auch nicht die, die zielgerichtet auf die Pointe zulaufen. / Inge Braune, Südwestpresse
Natürlich ist der deutsche Lyrik-Betrieb völlig gaga. Es gibt mehr Lyrikerpreise im Land als Dichter. Dafür haben etliche Lyriker mehr Preise abgeräumt als Gedichte geschrieben. Man kennt sich. Man trifft sich. Man posiert. Und eigentlich darf man da gar nicht mit Steinen schmeißen. Macht Ulf Stolterfoht aber trotzdem. Mit Stil natürlich. …
Stolterfoht hat sichtlich seinen Spaß daran, die Werdung eines deutschen Norm-Dichters ganz ähnlich schildern zu lassen wie die Zucht eines ordentlichen Rennpferdes. Ein so fern liegender Gedanke ist es nicht. Denn der größere Teil des deutschen Lyrikbetriebes, der für den normalsterblichen Leser gar nicht sichtbar wird, spielt sich ungefähr so ab: Es ist ein Jagen nach Preisen und Würdigungen, ein Schaulaufen vor Jurys, die wieder mit gewordenen Dichtern oder schöngeistigen Theoretikern besetzt sind. / Ralf Julke, Leipziger Internet-Zeitung
Das deutsche Dichterabzeichen
Ulf Stolterfoht, Reinecke & Voß Verlag 2012, 8,00 Euro
Prominente Schauspieler interpretieren Fontane-Gedichte – das ist das Fontane-Lyrik-Projekt, ein fester Bestandteil der Fontane-Festspiele Neuruppin. Am Freitag, 25. Mai, erwarten um 20 Uhr Gösta Knothe, Klaus Dieter Klebsch, Anna Thalbach, Katy Karrenbauer und Manuel Cortez Freunde der Fontane-Lyrik und solche, die es werden wollen, in der Pfarrkirche Neuruppin. / Märkische Allgemeine
ungewöhnlich viel lyrik- bzw. gedichtbezogenes kündigt literaturkritik.de in der aktuellen woche an: gleich sieben titel/beiträge (nicht nur dank grass) gegenüber null bis eins im regelfall.
in literaturkritik.de sind die unten angegebenen Artikel neu erschienen. Bitte beachten Sie, dass diese zum Teil erst im Rahmen einer der nächsten Ausgaben und dort in bestimmten thematischen Zusammenhängen veröffentlicht werden. Die zur Zeit neueste Ausgabe erreichen Sie unter der Adresse:
http://www.literaturkritik.de/public/welcome.php.Buch 07.05.2012
Friederike Mayröcker: ich sitze nur GRAUSAM da
Suhrkamp Verlag, Berlin 2012
Rezension in literaturkritik.de von Herbert Fuchs
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=1664403.05.2012
Walter Hinderer: Politische Lyrik: Eine heikle Angelegenheit
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=16648[…]
Buch 02.05.2012
Felix Philipp Ingold (Hg.): „Als Gruss zu lesen“. Russische Lyrik von 2000 bis 1800. Dörlemann Verlag, Zürich 2012
Rezension in literaturkritik.de von literaturkritik.de Redaktion
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=16596Buch 02.05.2012
Nils Bernstein: „kennen sie mich herren / meine damen und herren“. Phraseologismen in Moderner Lyrik am Beispiel von Ernst Jandl und Nicanor Parra. Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 2011
Rezension in literaturkritik.de von literaturkritik.de Redaktion
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=16606Buch 02.05.2012
George Steiner: Gedanken dichten. Essay. Suhrkamp Verlag, Berlin 2011
Rezension in literaturkritik.de von Walter Delabar
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=16612[…]
02.05.2012
Kai Köhler: Die Moral, das Ich, die Politik und das Geistlose: Grundsätzliches zum Verhältnis von Literatur und Politik anlässlich von Günter Grass’ Gedicht „Was gesagt werden muss“
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=1664701.05.2012
Dieter Lamping: Ein Gedicht als Skandal: „Was gesagt werden muss“ von Günter Grass – und anderen
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=16646
h.c. artmann: neun haikai
(…)
freitag, eine frau
mit der verhatschten syntax
doofer gedichte
(…)
domingo, dimanche,
domenica, sunnantac;
morgen ist montag.
Aus: H.C. Artmann: Zimt & Zauber (Das poetische Werk Bd. IX). Berlin: Rainer Verlag; München und Salzburg: Klaus G. Renner, 1994, S. 6
ZEIT: Sie sagten, dass man in der Literatur nicht direkt sprechen kann. Günter Grass hat kürzlich direkt gesprochen: Er hat einen Leitartikel als Gedicht umbrochen und wollte das Indirekte durch die lyrische Form herstellen. Das Gedicht heißt Was gesagt werden muss.
Bondy: Ich habe das Gedicht gelesen und habe nicht einmal verstanden, dass das ein Gedicht ist, es ist einfach lächerlich. Es ist sowohl lächerlich von ihm als auch lächerlich, was daraus gemacht worden ist. Ich finde es so nichtssagend.
Handke: Aber warum Gedicht? Warum kann man das nicht als Aufschrei oder Artikel und Manifest machen? Warum musste er das als Gedicht machen?
ZEIT: Er wollte die höchste Form der Literatur wählen.
Handke: Und? Ist es ein Gedicht? Ich kenne es gar nicht.
Bondy: Ich will gar nicht darüber reden, denn es geht mir auf den Wecker. Es ist kein Gedicht, aber Grass hätte auch dann Reaktionen provoziert, wenn er das alles in einem Interview gesagt hätte. Die Proportion, die der Diskurs angenommen hat, ist dem Inhalt von Grass’ Text nicht angemessen. Das ging bis ins Parlament, es nahm Proportionen an, die fand ich anmaßend.
Handke: Ich weiß nur von Le Monde, weil ich keine deutschen Zeitungen gelesen habe, dass es eine Polemik gab. Grass hat gesagt, dass Israel das iranische Volk mit der Auslöschung bedroht?
ZEIT: Im Grunde, ja.
Bondy: Und das finde ich nicht in Ordnung. Das hat mich genervt, weil es nicht stimmt. Die Leute in Israel wollen nicht den Iran auslöschen…
Handke: Was war Grass noch für ein Dichter, als er in Princeton dieses Vorfrühlingsgedicht vorlas, das war damals auf der Tagung der Gruppe 47, dieses Gedicht endet ungefähr so: Puppe, zieh dich aus. Also, er spricht eine Frau an, alles knospt und regt sich, und dann: Jetzt zieh dich aus.
Bondy: Aber damit fiel er durch, oder?
Handke: Nein, alle waren wir begeistert von diesem Gedicht, wo es darum geht, es ist Frühling, und jetzt geht’s los. Das hat er auch toll vorgelesen.
/ Peter Kümmel sprach mit Luc Bondy und Peter Handke, Die Zeit
„Schreiben heißt“, so Klaus Merz, „den Dingen Namen geben und sich dadurch weniger fremd in der Welt fühlen.“ Dieser Dichter will uns nicht die Welt erklären, er will nur warnen vor denen, die auf alles gleich eine Antwort haben.
Ein genauer Blick auf den Alltag verknüpft sich in der Poesie des Klaus Merz mit den alten, ewigen Fragen. Eines seiner vielleicht schönsten Gedichte heißt so, „Alte Fragen“: „Kann man das Leben / kann man die Liebe // das Herz schlagen / das Blut fliessen // den Teig gären / Schnee fallen / lernen?“
Wenige Zeilen, die nicht erklärt werden müssen. Denn man kann auch Gedichte nicht lernen. Sie treiben auf uns zu, sie rühren uns, sie gehen uns an – oder eben nicht.
1967 erschien unter dem Titel „Mit gesammelter Blindheit“ die erste Gedichtsammlung von Klaus Merz. „Aus dem Staub“ heißt sein jüngster, 2010 erschienener Gedichtband, in dem der Autor einmal mehr aus der Ruhe und Einfachheit seine ganz eigene lakonische Tonspur entwickelt. …
In dem Gedicht „Die Brünner Mädchen“ erweist er dem tschechischen Lyriker Ivan Blatny seine Reverenz, ein anderer Text ruft uns den japanischen Haikudichter Basho ins Bewusstsein – in seinem Gedicht „Feldzug“ zitiert Klaus Merz den Mann, der eigentlich Matsuo Munefusa hiess, in einer eigenen Nachdichtung: „Gräser des Sommers / von allen stolzen Kriegern / die Reste des Traums.“
Klaus Merz, der wenige Tage nach seiner Dresdner Lesung den renommierten Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg entgegennehmen wird, ist ein Seltener. Aus der Ruhe und Einfachheit entwickelt er sein wortgenaues, sprachlich hochkonzentriertes Werk – und gibt uns damit den Glauben an jedes einzelne Wort zurück.
/ Volker Sielaff, Dresdner Neueste Nachrichten 8.5.
Lesung und Gespräch mit Klaus Merz am 9. Mai, 20 Uhr im Stadtmuseum Dresden. Literaturforum Dresden in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden. Gefördert von der Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank und der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz.
Chirikuré ist der bekannteste Lyrik-Performer Afrikas und tritt meist mit Musikern und traditionellen afrikanischen Instrumenten auf. Bedeutend ist seine Lyrik durch die einzigartige Verbindung traditioneller afrikanischer Gedicht- und Liedformen mit außerafrikanischen, avantgardistischen Ansätzen. Aus politischen Gründen musste Chirikuré mehrmals ins Exil gehen. Trotzdem wurde er für mehrere seiner Gedichtbände in Zimbabwe zum Schriftsteller des Jahres gewählt.
… Das Besondere an der Lyrik Chirikurés ist die in der traditionellen afrikanischen Musik wurzelnde Gedichtform, die er konsequent mit aktuellen und nicht-mythologischen Themenkreisen verknüpft. Seine Lyrik schreibt er sowohl in Englisch als auch in seiner Muttersprache Shona. Seine Gedichte sind in seinem Heimatland so bekannt, dass sie als Graffiti auf Hauswände der Hauptstadt gesprüht werden. / Citynews Köln
Der Schriftsteller Rolf Hochhuth hat die Position zu seinem Austritt aus der Akademie der Künste Berlin in Zusammenhang mit dem israelkritischen Gedicht von Günter Grass bekräftigt.
Die Akademie der Künste habe das „antisemitische Pamphlet“ von Grass, das „so wenig ein Gedicht ist wie ein Pferd ein Ziegenbock“, nur deshalb verteidigt, weil Grass einmal Präsident dieser Institution gewesen sei, sagte Hochhuth. Er habe schnell gewusst, in welche Richtung die Diskussion auf der Frühjahrstagung „ausarten“ würde: „Nämlich zu einer fast, ich sage fast, einstimmigen Verurteilung Israels zugunsten seiner Todfeinde, der Palästinenser und der Iraner. Und das höre ich mir als Deutscher, der sich auch zwei Mal die Woche zu Tode schämt ( … ), nicht an.“
Hochhuth bezeichnete den Diskussionsstil auf der Tagung als „Geschrei“. Die Äußerungen von Ingo Schulze, dem Direktor der Sektion Literatur, der von „denunziatorischen Vorwürfen“ Hochhuths gesprochen hatte, wies er zurück: „Er wollte mir den Mund verbieten. Ich lasse mir mit 81 Jahren von so einem jungen Mann nicht den Mund verbieten. ( … ) Es ist mir vollkommen schnuppe, was Herr Schulze über mich denkt.“
Das vollständige Gespräch mit Rolf Hochhuth kann man bis zum 7. Oktober 2012 als MP3-Audio im Audio-On-Demand-Player beim DLR nachhören.
Es müssen tumultartige Szenen gewesen sein, die sich am vergangenen Samstag in der sonst so friedlichen Akademie der Künste in Berlin abgespielt haben. / FAZ
Der Präsident der Akademie der Künste, Klaus Staeck, hat sein Bedauern darüber ausgedrückt, dass der Schriftsteller Rolf Hochhuth die Akademie verlassen will. / Freie Presse
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