47. Studieren

Ein schöner Satz über das Studieren in einem Artikel über Pound (es geht um Eva Hesse)

Seine Übersetzerin hatte gerade ihr Literaturstudium abgebrochen, um sich mit der neuesten englischsprachigen Literatur zu beschäftigen.

46. Gestorben

Der französisch-schweizer Lyriker und Romanautor Michel Waldberg starb am 4.11. im Alter von 74 Jahren. Er begann als Fotograf, in den 70er Jahren wandte er sich der Literatur zu. Sufismus und Hinduismus und das Werk Baudelaires, Bretons und Mallarmés beeinflußten ihn. /  Marie Pichereau

45. PYAASA

Ms. Davis präsentiert in diesem Monat den indischen Klassiker PYAASA (1957) von Guru Dutt, der 39-jährig an einer Überdosis Schlaftabletten starb. In seinem Werk versuchte er, das kommerzielle Bollywood-Kino als sozialkritisches Sprachrohr zu nutzen und gleichzeitig ästhetisch herauszufordern. Im Mittelpunkt des Films steht ein erfolgloser Dichter, der nicht einmal innerhalb der eigenen Familie Anerkennung findet. Aufgrund einer Verwechslung wird er für tot erklärt. „Posthum“ wird sein Werk plötzlich als Erfolg gefeiert, während man ihn unerkannt in eine Nervenheilanstalt einweist. (11.11.) / Arsenal Berlin

44. Lothar Klünner gestorben

Wie erst jetzt bekannt wird, ist der Schriftsteller und Übersetzer Lothar Klünner am 19.10. gestorben. Nur Wikipedia weiß es schon. Eine Pressemeldung habe ich bisher nicht gefunden. Vor kurzem konnten wir ihn noch als streitbaren und gewandten Sonnettisten in der Anthologie Hieb- und stichfest. Streitsonette (Reinecke & Voß, 2012) lesen. Offenbar die letzte Veröffentlichung, die er noch in Händen hielt.

Berliner Surrealismus ist ein Terminus aus der Kunstszene. Manche wenden ihn auf eine Reihe jüngerer Autoren an, die nach dem Krieg in Berlin surrealistisch inspiriert waren. Nach Johannes Hübner (1921-1977) und Richard Anders (1928-2012) ist nun mit ihm ein weiterer Autor dieser Generation abgetreten.

Wikipedia schreibt:

Lothar Klünner (* 3. April 1922 in Berlin; † 19. Oktober 2012 ebenda, alias Leo Kettler (als Schüttelreimer und als Verfasser anderer Schöpfungen der leichten Muse und seiner journalistischen Arbeiten) war ein deutscher Schriftsteller und Übersetzer literarischer Texte aus dem Französischen.

Lothar Klünner studierte Theologie, später Kunstgeschichte in Tübingen und Berlin. Schon in frühster Jugend schrieb er Gedichte. Seit 1946 übersetzte er v.a.René Char, Paul Éluard, Guillaume Apollinaire, Iwan Goll. Viele Übersetzungen entstehen in Zusammenarbeit mit dem Dichter Johannes Hübner.

Von 1948 bis 1949 war er Mitarbeiter an der Kulturzeitschrift „Athena“. Seine ersten Gedichten und Prosastücke wurden in der von K.O. Goetz herausgegebenen Kunst- und Literaturzeitschrift „Meta“ veröffentlicht. Seit 1949 war er als freier Schriftsteller und Übersetzer in Berlin tätig, wo er bis heute lebt. Lothar Klünner arbeitete 1949 bis 1950 an den ersten Berliner Nachkriegskabaretts der „Badewanne“ in der „Femina Bar“ mit („Badewanne“, „Rationsstrich“ und „Quallenpeitsche“). Bei einem Aufenthalt in Frankreich begegnete er 1951 René Char, mit dem er über Jahrzehnte freundschaftlich verbunden blieb. Seit 1955 verdiente er seinen Lebensunterhalt vor allem als Autor für den Rundfunk, vor allem für RIAS Berlin und SFB, für die er etwa 1000 kleine und große Rundfunksendungen produzierte. Nach einem ersten eigenen Gedichtband („Gläserne Ufer“, 1957) folgte die Mitherausgeberschaft des Jahrbuchs „Speichen“ (1968-1971), das in der Öffentlichkeit allerdings kaum wahrgenommen wurde. Nach dem Tod seines Freundes Johannes Hübner gab Klünner den Johannes Hübner-Gedenkband „Im Spiegel“ und mehrere postume Ausgaben der Gedichte Hübners heraus. Die von Johannes Hübner begründete „Jeanne-Mammen-Gesellschaft“[1] verdankt ihren Erfolg auch der Mitarbeit von Lothar Klünner.

Spätere Gedichtveröffentlichungen: „Wagnis und Passion“, Pfullingen: 1960; „Windbrüche“, Berlin: 1976; „Gegenspur“, Berlin: 1977; „Befragte Lichtungen“, Waldbrunn: 1985; „Die Rattenleier“. Schüttelreime, Berlin, Aphaia: 1989.

Lothar Klünner gehörte zu den wenigen deutschsprachigen Autoren, die sich bereits kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs an der Literatur der internationalen Moderne, insbesondere der französischsprachigen Literatur orientierten und die Erfahrungen des Surrealismus verarbeitet haben. Als Nachdichter und Übersetzer hatte er großen Anteil an der Verbreitung der Texte des Surrealismus im deutschsprachigen Raum. Zum „literarischen Establishment“ bewahrte Klünner Distanz.

 

43. Lehrer

(Ists auch nicht Lyrik)

Was die Vermittlung von Neuer Musik angeht, konnten wir Gymnasiasten der 60-er Jahre überhaupt nichts erwarten. Entweder fiel der Unterricht fast die ganzen Jahre weg oder, wenn wir dann zwischendurch einmal Musikunterricht bekommen hatten, haben wir Lehrer vorgesetzt bekommen, die im Dritten Reich ausgebildet wurden und, was die avancierte Musik des 20. Jahr-hunderts angeht, von Tuten und Blasen keine Ahnung hatten. Meine schulischen Erlebnisse waren hauptsächlich geprägt von Singen, z. B. ‚Wenn die bunten Fahnen wehen‘ oder weiterer einschlägiger ‚Volkslieder‘, oder von ‚biographischen‘ Geschichten wie die des „armen verwilderten und verdreckten Beethoven, der einfach keine Frau finden konnte“ (so der Originalton unseres Musiklehrers, einem ehemaligen Kompositionsschüler von Hans Pfitzner und verkrachtem Genie, dessen Werkliste sich damals bereits schon in den Achttausendern bewegte [… und Simon Sechter lässt grüßen!]). Später in den 70ern habe ich dann einen Schulmusiker kennen gelernt, der, wenn er den Dux einer Fuge meinte, immerfort vom „Duce“ gesprochen hat. Ich stellte ihn zur Rede, woraufhin er treuherzig fragte: „Ist das so schlimm?“- und ganze Schülergenerationen haben’s so von ihm gelernt! / Der Komponist Walther Erbacher

42. KlassikAkzente

Im Alter von 37 Jahren, in der Mitte des Lebens, wird Friedrich Hölderlin 1807 als unheilbar geisteskrank aus einem Tübinger Klinikum entlassen und in die Obhut eines ortsansässigen Tischlermeisters gegeben. / mehr

41. „Ich kapitalisiere mit“

Die Saarbrücker Zeitung sprach mit Nora Gomringer:

Gute Romane reflektieren gesellschaftliche Umstände auf sehr direkte Weise. Vielleicht sind sie daher beliebter als Lyrik. Was kann ein Gedicht bewirken, was andere literarische Formen nicht können?

Gomringer: Sich kurz fassen. Ehrlich, ich lese nicht gerne Romane. Wie die Malerei von der Fotografie „überholt“ wurde, muss sich die prosaische Literatur ständig vom Film überholen lassen. Noch warte ich auf „neue“ Romane, wie längst „neue“ Bilder gefunden wurden. Ich wundere mich, dass gute, formal interessante, innovative Romane so selten sind.

Gibt es Sie denn?*

Gomringer: Haruki Murakami und Roberto Bolaño können das. Stark ist, dass sie eigentlich an uralte Romantraditionen oder besser Langgedichtversionen anschließen. Ein Gedicht ist eine Erfindung, die aus Erfindungen besteht. Der Roman ist eine Selbstfindung. Das interessiert mich nicht so sehr.

(…)

Ich bin – wie Sie – 1980 geboren. Nach meinem Eindruck gehören wir einer sehr verunsicherten Generation an, die mit der Kapitalisierung aller Facetten des Lebens zu kämpfen hat. Wie gehen Sie als Dichterin damit um?

Gomringer: Ich kapitalisiere mit. Irgendwie. Ich finde es fast schelmisch reizvoll zu sehen, wie weit ich aus der Lyrik und von ihr leben kann. Aber es stimmt natürlich. Verunsichert sind wir und auch irgendwie zu vorsichtig dadurch. Es hat mir geholfen, in den USA gelebt zu haben, wo einem das ein bisschen beigebracht wird: etwas darstellen und spielen.

*) Interessante Frage. Blieb leider ohne Antwort.

40. Embedded Blogging

Bloggen über Literatur – das macht hierzulande fast nur die Britin Katy Derbyshire, und das auch noch in englischer Sprache. Dabei haben Blogs das Potenzial, den literarischen Diskurs entscheidend zu bereichern. Nun soll die Szene beim Open-Mike-Wettlesen belebt werden.

Lesen wir im Tagesspiegel. Das ist ja gut, daß sich jetzt jemand Kompetentes dem Bloggen annimmt. Bzw. des Bloggens. Auf denn; vorwärts immer!

„In Großbritannien gibt es eine sehr diskussionsfreudige Szene, die gerade das, was für explizite Hochliteratur gehalten wird, sehr pflegt.“ In Deutschland dagegen seien es vor allem die Fans minderklassiger Genreliteratur, die einander im Netz Inhaltsangaben und Kaufempfehlungen schrieben, vor allem aus den Bereichen Fantasy oder „Frauenliteratur“. „Chick Lit“, wie Derbyshire das nennt. „Die Nische, in der ich mich hier bewege, ist sehr klein.“

Das mag sein; aber vielleicht lesen sie auch nur die falschen Blogs? Wahrscheinlich meinen sie „richtige“ und „Hochliteratur“ und nicht Lyrik und so. Kennen sie die Dschungel. Anderswelt? Oder das litblogs.net? Und was man mehr fragen und anmerken könnte.

Seite 2 des Webbeitrags hab ich nicht geklickt. Der Text zum Link nämlich lautet:

Embedded Blogging beim Open Mike

Sorry, die benutzen die Sprache als wüßten sie nicht was sie tun. Was dann wohl der Fall ist. „Embedded journalism“ ist ein hochproblematischer Begriff, weil eine Erfindung der Kriegspropaganda in den jüngsten US-Kriegen. Es bedeutet, daß Journalisten das berichten, was ihnen die PR-Abteilung der Stäbe zeigen oder geben. Wikipedia weiß mehr:

Embedded Journalist (von englisch „to embed“ – einbetten, integrieren, deutsch „Eingebetteter Journalist“) bezeichnet einen kontrollierten und zivilen Kriegsberichterstatter, der im Krieg einer kämpfenden Militäreinheit zugewiesen wurde. Geprägt wurde der Begriff zu Beginn des Irakkrieges im Jahre 2003, seitens der Streitkräfte der Vereinigten Staaten.

Die United States Army begegnete mit der Praxis des „eingebetteten Journalismus“ dem Druck amerikanischer Massenmedien, denen der Zugang zum Kriegsgeschehen während des Zweiten Golfkrieges 1991 und des Krieges in Afghanistan 2001 nicht ausgereicht hatte.

Das US-Militär verlangte von den embedded journalists, kurz auch als embeds bezeichnet, dass sie vorher eine Zeit lang ein Spezialtraining absolvierten, das dem Boot Camp (kurzes, aber intensives militärisches Training in den USA) ähnelt, bevor sie in die Kampfzonen durften. Außerdem mussten sich die Reporter und deren Arbeitgeber verpflichten einem speziellen Regelkatalog, den sogenannten Ground Rules, die genaue Auflagen enthielten, zuzustimmen.

Das englische Wikipedia ist noch etwas deutlicher:

When asked why the military decided to embed journalists with the troops, Lt. Col. Rick Long of the U.S. Marine Corps replied, „Frankly, our job is to win the war. Part of that is information warfare. So we are going to attempt to dominate the information environment.“

Wer zu welchem Zweck das Bloggen kontrolliert, wurde mir nicht ganz klar. Die Todesrate der embedded journalists war höher als die der Kriegsteilnehmer. Zumindest das ist bei den embedded bloggers vermutlich anders. Nun denn! – empfehle mich mit den Worten des Dichters Paul Wiens: Glück auf, Glück ab, und – Götz von Berlichingen!

39. Rosa Meinung

Dieser Text provoziert zunächst durch seine Drastik. Die rohe Benennung des weiblichen Ge­schlechts­organs gleich in der ersten Zeile scheint eine porno­grafi­sche Pointe vor­zu­bereiten. Die An­rufung des Geschlechts wird aber appli­ziert auf eine Insti­tution des Rechts. Bei dieser kalku­lierten Irri­tation bleibt es nicht. Ro­man­tik und Vul­garität, lyrische Feier­lich­keit und harte Zote stoßen in der ersten Stro­phe mehr­fach zusammen. Auf die paradox erschei­nen­de Kombi­nation der „Fotze“ mit dem „Land­gericht“ folgt zunächst ein fast begü­tigend-melancho­lischer Vers, in dem sich das Ich wie in den Gedichten Else Lasker-Schülers oder Emmy Ball-Hen­nings als „ein blasser Traum“ imaginiert. Darauf lässt Ann Cotten aber sofort wieder eine kämpfe­rische und radikal exhi­bitionis­tische Zeile folgen, die einen un­ortho­doxen Femi­nis­mus lanciert: „Frau ist alles, was ich kotze.“ / Michael Braun, Poetenladen, über das Gedicht „Rosa Meinung“ von Ann Cotten

38. Nationaldichter

Daß ich die Anerkennung meiner Zeitgenossen nicht fand und mich statt dessen mit Zukunftsträumen tröstete, daß vom geschäftlichen Standpunkt betrachtet die „Grashalme“ schlimmer als ein Fehlschlag waren, daß die öffentliche Kritik noch immer mehr Ärger und Verachtung als sonst etwas zeigt („wohin ich komme, eine geschlossene feindliche Linie gegen Sie“, so schreibt mir ein Freund 1884), ja, daß infolge der Herausgabe mir etliche sehr bedenkliche offizielle Püffe ausgeteilt wurden** — das alles war ja am Ende nicht mehr als ich erwarten durfte. Von Anfang an hatte ich die Wahl, und habe weder um sanftes Lob noch Einnahmen gebuhlt, noch um die Genehmigung festeingebürgerter Schulen oder althergebrachter Regeln.

Walt Whitman, Ein Rückblick auf betretene Wege*, aus: Grashalme. In Auswahl übertragen und mit einer Einleitung von Wilhelm Schölermann. Leipzig: E. Diederichs, 1904, S. 168.

 

*) Aus dem Nachwort und Selbstbekenntnis, das Whitman im Jahre 1889 seiner autographierten Ausgabe der „Grashalme“ beigab, ursprünglich in dem Abschnitt „November Boughs“ (1888) enthalten. Anmkg. d. Übers.

**) Whitman verlor infolge der Veröffentlichung des Buches seine Anstellung bei der Regierung in Washington, und sein Verleger geriet in Schwierigkeiten mit der amerikanischen Staatsanwaltschaft. Anmkg. d. Übers.

37. Denkmöglichkeiten

Im Dialog mit dem Unsinn entsteht oft erst der Sinn. Oder vielmehr das, was wir gemeinhin dafürhalten. Denn Sinn ist eben mehr als die Summe folgerichtiger Denkschritte. Diese logische Unschärfe ist die Bedingung der Möglichkeit von Poesie. Für die Dichtung gibt es weder Sinn noch Unsinn. In der Poesie sind alle Denkmöglichkeiten gleich gültig. Und sämtliche Verknüpfungen und Verkehrungen nicht nur erlaubt, sondern geboten. Darin sind Monika Rincks „Honigprotokolle“ Poesie in Reinform.

Auch für Rincks neuen Lyrikband gilt: Der Zyklus ist mehr als die Summe seiner Honigprotokolle; und die Gedichte mehr als die Summe ihrer Verdrehtheiten. Kohärenz heißt es da, sei ein Fetisch, sogar Fluch. Sechsundsechzig Texte werden im Index aufgeführt. Paarweise – oder vielmehr beinchenweise. Denn wie die Biene an ihren zwei Hinterbeinen klebrigen Pollen für Honig in den Bienenstock trägt, sammelt das fleißige Lyrikbienchen hier Honigprotokolle für seine Gedichte. An einer aufmerksamen Sammlerin bleibt eben von überallher immer ein bisschen süßer Wahrnehmungspollen hängen. Dieser klebt dann scheinbar wie von selbst zu köstlichem lyrischem Honig zusammen. Das ist der poetische Lebenssaft, aus dem Monika Rincks „Honigprotokolle“ sind. / Michaela Schmitz, DLF

Monika Rinck: Honigprotokolle. Sieben Skizzen zu Gedichten, welche sehr gut sind.
Gedichte.
kookbooks Verlag 2012, 80 Seiten
19,90 Euro

36. *.*

Lyrik aus der ersten Liga Arschklasse*

Solingen/München Die jährlich erscheinenden Bände Auserwählte Werke** gelten als der Mercedes last crap * der Lyrik Ausschreibungen. / Solinger Bote

*) Zensiert***

**) nicht mal Titel richtig abschreiben können die. Eigentlich heißt es „Ausgewählte Werke“. Aber so paßts auch wieder!

***) Markieren Sie den Artikel mit der Maus und Sie sehen weiter.

35. open mike bloggt

Vom 9. bis 11.11. lesen die besten * deutschsprachigen Nachwuchsautoren um den Gewinn des begehrten * Literaturnachwuchspreises open mike. Pünktlich zum 20. Geburtstag wird der Wettbewerb in diesem Jahr zum ersten Mal von einem weblog begleitet. Unter www.openmikederblog.wordpress.com gibt es neben allgemeinen und aktuellen Informationen rund um den open mike Hintergrundberichte, Interviews und Porträts der Mitwirkenden. Man hat die Möglichkeit hinter die Kulissen des Wettbewerbs zu schauen, Nachlese zu betreiben, sich durch Theorie und Praxis zu klicken und sich via facebook und twitter zu vernetzen.

Vorab stellen die Festivalblogger Elena Philipp, Fabian Thomas und Victor Kümel unter der Leitung** von Blogredakteur Patrick Hutsch die Finalisten, Lektoren und Juroren vor, berichten von den Vorbereitungen des Wettbewerbs und kommentieren das tägliche Literaturgeschehen.

Während des Wettbewerbs am 10. und 11.11. im Heimathafen Neukölln berichten die Blogger tagesaktuell vom Geschehen vor Ort, stellen Livekommentare zu den Lesungen ins Netz und versorgen die Leser mit exklusiven Backstage-Berichten. Zudem wird Stefan Mesch, Literaturblogger und Finalist des diesjährigen Wettbewerbs, Einblicke in den open mike aus der Sicht eines Teilnehmers geben.

Der open mike ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Literaturwerkstatt Berlin und der Crespo Foundation in Kooperation mit dem Heimathafen Neukölln und dem Allitera Verlag. Mit freundlicher Unterstützung des Fachbereichs Kultur des Bezirksamtes Neukölln.

Fr 9.11.2012 – So 11.11.2012
20. open mike
Internationaler Wettbewerb junger deutschsprachiger Prosa und Lyrik
Ort: Heimathafen Neukölln, Karl-Marx-Str. 141, 12043 Berlin

Der open mike im Netz:
www.literaturwerkstatt.org
www.openmikederblog.wordpress.com
www.facebook.com/openmikeberlin
https://twitter.com/openmikederblog

Für Rückfragen und Informationen: Jutta Büchter, Literaturwerkstatt Berlin, Tel.: 030-48 52 45 25, E-Mail: presse@literaturwerkstatt.org,

*) zensiert

34. TeaTimeLesung

LITERATURZENTRUM HAMBURG IM LITERATURHAUS
Schwanenwik 38, 22087 Hamburg 

Andere Zeiten, ferne Räume, nahe Seelen (Michael Braun)

Norbert Hummelt liest aus seinem Gedichtband Pans Stunde (Luchterhand)

Mirko Bonné liest aus seinem Gedichtband Traklpark (Schöffling & Co.)

Sonntag, 11. November, TeaTimeLesung 17.30 Uhr, Literaturhaus, Schwanenwik 38

Dichtung, so hat es Norbert Hummelt einmal formuliert, ist Lichttherapie, auch wenn sie dunkel ist. (Deutschlandradio Kultur). Durchzogen von der Polarität zwischen Furcht und erotischer Anziehung umkreisen Norbert Hummelts neue Gedichte in immer neuen Variationen den Pan‐Mythos. „Andere Zeiten, ferne Räume, nahe Seelen“ (Michael Braun). Im Titelgedicht wird zwei Liebenden in der unheimlichen Stille eines Sommertags eine glückliche Stunde geschenkt. Die Stunde des Pan ist die Mittagsstunde, in der die Sonne am höchsten steht und die Zeit stillzustehen scheint. Norbert Hummelt versucht, von der Vergänglichkeit zu schreiben – und gegen sie. „ … Er sammelt seine Bilder im Alltag: Sie sind ganz konkret, verweisen erst einmal nicht auf etwas anderes und gewinnen über diese Konkretheit ihren poetischen Zauber.“ (SWR2). „… die Gedichte in Pans Stunde, die Vergänglichkeit immer wieder neu spiegeln, die sich ganz dem Augenblick widmen und ihm so Dauer verleihen, sind von äußerster Zartheit.“ (DR Kultur).

Norbert Hummelt, geb. 1962 in Neuss, wurde für seine Gedichte vielfach ausgezeichnet. Er erhielt u.a. den Rolf‐Dieter‐Brinkmann‐Preis , den Mondseer Lyrikpreis, das Hermann‐Lenz‐Stipendium und den Niederrheinischen Literaturpreis. Er übertrug T.S. Eliot und W.B. Yeats neu ins Deutsche. Bei Luchterhand erschienen seine Gedichtbände Zeichen im Schnee, Stille Quellenund Totentanz. 2009 erschien der Essay Wie Gedichte entstehen.

Traklpark heißen Mirko Bonnés neue Gedichte nach einer stillen Innsbrucker Grünfläche – einem Ort, an dem Georg Trakl oft war. Seit 25 Jahren sucht Mirko Bonné diesen Ort auf, um sich zu fragen: Was hast du mit deiner Zeit angefangen? Was liebst du? Geben deine Gedichte das wieder? Wozu noch Gedichte? Und wie sollen sie aussehen, wenn die Welt kein Aussehen mehr hat? „Mit einem in der Lyrik selten gewordenen Ernst lotet Bonné für ihn lebenswichtige Fragen aus. Gedichte von Reisen durch Europa, Asien und Amerika spiegeln Kindheitsbilder und Landschaftserkundungen … Gedichte als grüne Lungen inmitten der Sprachen des Alltags und der auf uns einstürzenden Diskurse – der Traklpark ist ein Park der Bedeutungen…“ (Schöffling & Co.). „Es gibt sie noch: Poeten, die sich mit existenziellem Ernst den Lebensfragen widmen … Wer anspielungsreiche Verse mag und den Diskurs mit Dichtern wie John Keats, Emily Dickinson oder Johannes Brobrowski, der wird sich bei der Lektüre dieser melancholischen, zeitgeistkritischen Verse aufgehoben fühlen.“ (Literarische Welt).

Mirko Bonné, geb. 1965 in Tegernsee, lebt in Hamburg. Neben Übersetzungen u.a. von Sherwood Anderson, John Keats, E.E. Cummings, William Butler Yeats und Robert Creeley veröffentlichte er die Romane Der junge Fordt, Ein langsamer Sturz, Der eiskalte Himmel, Wie wir verschwinden und fünf Gedichtbände. Er wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, u.a. mit dem Wolfgang Weyrauch‐Preis, dem Ernst‐Willner‐Preis, dem New York‐Stipendium des Deutschen Literaturfonds, dem Ernst‐ Meister‐Förderpreis, dem Marie Luise Kaschnitz‐Preis. 2010 war er Writer‐in‐Residence in Rio de Janeiro.

Eintritt: Euro 7,‐/erm. 4,‐, Kartenreservierungen unter: Telefon 227 92 03 / 207 69 037 oder FAX 229 15 01
oder Mailto: lit@lit‐hamburg.de

 

33. Paare

Julietta Fix schreibt:

Fixpoetry präsentiert am Sonnabend den 10.11. in der Lettretage in Berlin „Schreibende Paare“. Judith Sombray und Herbert Hindringer lesen aus Nähekurs, Christine Hoba und Christian Kreis aus Dummer August und Kolumbine. Es moderiert André Schinkel, der eine Besprechung zu Gespräch mit dem Saurier von Sarah und Rainer Kirsch (Sie erinnern sich?)* geschrieben hat, die Urzelle der Reihe Schreibende Paare.

Link zum Saurier: http://www.fixpoetry.com/feuilleton/interviews_essays/1322.html

 

 

*) Sie meinen, ob ich mich an die Saurier erinnere? Gewiß doch. Nur das Kurzzeitgedächtnis hakt manchmal! 😉