Der berühmte Dichter Du Fu wird seit langem als Chinas Shakespeare bezeichnet, aber wenn die Literaturgeschichte Respekt vor dem Alter hat, wird sie einräumen müssen, daß der chinesische Worteschmied dem Barden von Avon 800 Jahre voraushat. / China Daily
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
Here’s a lovely poem for the caregivers among us, by Terri Kirby Erickson, who lives in North Carolina.
Sponge Bath
Draped in towels,
my grandmother sits in a hard-backed
chair, a white bowl
of soapy water on the floor.
She lifts her frail arm, then rests it,
gratefully, in her daughter’s palm.
Gliding a wet
washcloth, my mother’s hand
becomes a cloud, and every bruise, a rain-
drenched flower.
American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2011 by Terri Kirby Erickson from her most recent book of poems, In the Palms of Angels, Press 53, 2011. Poem reprinted by permission of Terri Kirby Erickson and the publisher. Introduction copyright © 2013 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.
Zum 11. mal wurde am 22.2. (dem 13. Tag des ersten Mondmonats) im Tempel der Literatur in Hanoi der Tag der vietnamesischen Poesie begangen.
Das Motto lautete: „Die Jugend mit dem Vaterland“.
Das Highlight der Ausstellung zum Tag der Poesie ist die Sammlung zur Würdigung des 70. Jahrestages von „Kultur für nationale Rettung“ mit Arbeiten der vietnamesischen Schriftsteller, darunter die Gewinner des Ho Chi Minh-Preises für Literatur und Kunst, namentlich Tô Huu, Nguyên Hông, Nguyên Dinh Thi, Van Cao, Nguyên Huy Tuong, Nam Cao, Ngô Tât Tô, Dang Thai Mai, Hoc Phi, Tô Hoai…
Durch Teilnahme an dieser Veranstaltung haben die angehenden Dichter die Möglichkeit, ihre Liebe zu ihrer Heimat, Nation, zur Poesie natürlich, und vor allem das Talent von Präsident Ho Chi Minh in diesem Bereich auszudrücken. Sie wetteifern in den Sparten Schreiben und Deklamation sowie Rezitation von Gedichten von Präsident Ho Chi Minh. / Vietnamplus
Angelika Janz
Ungestützte Behauptungen
(Über die Angstfreundschaft)
Sind Romanciers in der Recherche,
die Essayisten auf Retorte,
sind Prosaisten trüber Witze (ohne Worte),
die Dichteschreiber:
sonders blaß,
wenn Krieg ist?
Je mehr die Panikhitze
die Gerüchtetreiber stimmt,
sind rühriger die Lüricker.
Politikker, die sind nun mal
wörtlich vermummt.
Und Kritiker aus Liebe
zum Maß im Mittelmaß
verstummt.
ein winziges Insekt eilt geschäftig über die Tischplatte – noch weiß es nichts von deinem Finger, der über ihm schwebt und es im nächsten Augenblick zerdrücken wird
Hansjürgen Bulkowski
Franz Xaver Kroetz im Welt-Interview:
In Ihrem Gedichtband „Heimat Welt“ von 1996 fordern Sie „Stacheldraht“ für Ihre Sätze und „Sicherheitsverwahrung“ für Ihre Gedanken. Wie gefährlich kann Lyrik sein?
Ich neige ja grundsätzlich zur Destruktion – auch mir selbst gegenüber. Bei dem Gedicht, das Sie zitieren, habe ich im Rückblick das Gefühl, als wollte da einer seine rebellische Gesinnung thematisieren. Aus heutiger Sicht erscheint mir das gefährlich: Dass der Autor sich im Gedicht quasi an eine rebellische Existenz heranschleicht, die er in Wirklichkeit aber niemals eingelöst hat: „Kir Royal“ hat er gespielt.
Und sonst – was hat gefehlt?
Er ist niemals zur RAF gegangen und gestorben! Um es mal zuzuspitzen. Und er war immer ein Mercedesfahrer. (Schlägt mit der Faust auf den Tisch.) In diesem Gedicht steckt mein großer Wunsch nach einer Existenz, die Spuren hinterlässt – es muss ja nicht mit Waffen sein, sondern es kann auch der Einsatz für ein Dritte-Welt-Projekt sein. Rückblickend lese ich das mit Interesse: Das ist ein Teil meiner Biografie, dieser ewige Wunsch, politisch und gesellschaftlich zu wirken. Aber nur weil man in die DKP eintritt und dort ein paar Operettenauftritte hat, ändert man die Welt nicht.
Er war Schriftsteller, Herausgeber, Regisseur von Dokumentarfilmen und Reportagen, Ethnhologe. Alain Gheerbrant starb am 21.2. im Alter von 92 Jahren. 2010 erschien der Gedichtband „L’Homme troué“ (vielleicht: Der löcherige Mann). / ActuaLitté
Schon am 20.1. starb in Japan mit 101 Jahren die Dichterin Toyo Shibata. Ihr letzter Gedichtband wurde 1,6 Millionen mal verkauft. / ActuaLitté (hier mehr)
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
Kansas is flat and we all know that. So, where does a boy go when he feels like sledding down a hill? Casey Pycior, raised in Kansas, tells us.
Sledding in Wichita
As cars pass, laboring through the slush,
a boy, bundled against the stiff wind
in his snow suit, gloves, and scarf,
leans on his upright toboggan,
waiting his turn atop
the snow-packed overpass—
the highest point in town.
First one car exits, and then another,
each creeping down the icy ramp.
The brown grass pokes through
the two grooves carved in the short hill.
As the second car fishtails to a stop at the bottom,
brake lights glowing on the dirty snow,
the boy’s turn comes.
His trip to the bottom is swift—
only a second or two—
and he bails out just before the curb.
It’s not much, but it’s sledding in Wichita.
American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2011 by Casey Pycior and reprinted by permission of the poet. Introduction copyright © 2013 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.
BY TED KOOSER, U.S. POET LAUREATE
When we began this column in 2005, I determined not to include any of my own poems because I wanted to introduce our readers to the work of as many of the other American poets as I could. But from time to time someone has requested that I publish one of my own. So here’s a seasonal poem, for those who’ve asked.
Christmas Mail
Cards in each mailbox,
angel, manger, star and lamb,
as the rural carrier,
driving the snowy roads,
hears from her bundles
the plaintive bleating of sheep,
the shuffle of sandals,
the clopping of camels.
At stop after stop,
she opens the little tin door
and places deep in the shadows
the shepherds and wise men,
the donkeys lank and weary,
the cow who chews and muses.
And from her Styrofoam cup,
white as a star and perched
on the dashboard, leading her
ever into the distance,
there is a hint of hazelnut,
and then a touch of myrrh.
American Life in Poetry is made possible by The Poetry Foundation (www.poetryfoundation.org), publisher of Poetry magazine. It is also supported by the Department of English at the University of Nebraska-Lincoln. Poem copyright ©2012 by Ted Kooser, whose most recent book of poems is Together, Brooding Heron Press, 2012. Poem reprinted by permission of Ted Kooser. Introduction copyright © 2013 by The Poetry Foundation. The introduction’s author, Ted Kooser, served as United States Poet Laureate Consultant in Poetry to the Library of Congress from 2004-2006. We do not accept unsolicited manuscripts.
In Deutschland geschriebene Dichtung gehört zu der besten in der Welt
sagt das künftige Deutsche Zentrum. Allerdings wohl nicht der Nachwuchs:
Das Lektorat des Literarischen März 2013 hat in den vergangenen Wochen aus 469 Bewerbungen neun junge Autoren aus Deutschland und der Schweiz ausgewählt. Sie kämpfen am 22. und 23. März in der Centralstation um den mit 8000 Euro dotierten Leonce-und-Lena-Preis. Besonders stark ist Berlin mit vier Lyrikern vertreten.
Die Auswahl für den bedeutendsten Nachwuchspreis deutschsprachiger Lyrik sei den Verantwortlichen in diesem Jahr schwergefallen, berichtete Lektoratsmitglied Christian Döring bei einer Pressekonferenz. „Es gab keine herausragenden Einsendungen oder prägnante Stimmen, die sich besonders herauskristallisiert haben“, sagte der Literaturkritiker. Er hat die Finalisten zusammen mit seinen Kollegen Fritz Deppert und Hanne F. Juritz ausgewählt.
Den Texten habe es nicht an Qualität gemangelt, sondern eher an literarischer Innovation. Dennoch hätten die Werke von Myriam Keil (Hamburg), Sina Klein (Düsseldorf), Levin Westermann (Biel/Schweiz), Sascha Kokot und Marlen Pelny (beide Leipzig) sowie Georg Leß, Tobias Roth, Katharina Schultens und Uljana Wolf (alle Berlin), die Lektoren am Schluss überzeugt.
Von der Website des Wettbewerbs:
Das Lektorat entscheidet unter Ausschluss des Rechtsweges darüber, welche Autorinnen und Autoren zum Wettbewerb eingeladen werden. Die ausgewählten Autorinnen und Autoren erhalten bis Ende 2012 eine Einladung.
Lektorat
Fritz Deppert, Christian Döring, Hanne F. Juritz
Jury
Sibylle Cramer, Ulrike Draesner, Kurt Drawert, Jan Koneffke, Joachim Sartorius
Die Vorjury (Lektorat) bestand bei (Neube-)Gründung des Leonce-und-Lena-Preises 1979 aus Fritz Deppert (* 1932), Karl Krolow (1915-1999) und Wolfgang Weyrauch (1904-1980). Hanne F. Juritz (* 1932, Leonce-und-Lena-Preis 1972) und Christian Döring als Benjamin (* 1954) kamen hinzu.
Jury 2011:
Sibylle Cramer, Kurt Drawert, Jan Koneffke, Raoul Schrott (wegen Krankheit ausgeschieden), Monika Rinck
Jury 2009:
Sibylle Cramer, Kurt Drawert, Jan Koneffke, Raoul Schrott
Jury 2007:
Sibylle Cramer, Kurt Drawert, Jan Koneffke, Brigitte Oleschinski, Raoul Schrott
Jury 2005:
Sibylle Cramer, Kurt Drawert, Jan Koneffke, Brigitte Oleschinski, Raoul Schrott
Letzte Preisträger:
Als deutsche Antwort auf die britische Komikertruppe Monty Python sieht Regisseur Heiner Kondschak den Dichter und Zeichner Robert Gernhardt. Jetzt wird sein Schaffen am Theater Lindenhof gewürdigt.
Heiner Kondschak, Komponist und Musiker und den Lindenhof-Besuchern wohl bekannt von Inszenierungen wie „Die Geierwally“ oder „Don Quijote“, hat Gedichte vertont. Aber nicht irgendwelche, sondern die seines literarischen Jugendschwarms Robert Gernhardt.
Robert Gernhardt ist vielen Leuten nur bekannt als derjenige, dessen Reime Otto Waalkes zu Ruhm verholfen haben, musste Heiner Kondschak bei seiner Arbeit für den neuen Theaterabend des Lindenhofs erleben. Kondschak selber ist seit den 70er-Jahren ein glühender Fan des Dichters. In dieser Zeit hat Gernhardt nach dem Ende der Satire-Magazins „Pardon“ die „Titanic“ mitbegründet und die „Neue Frankfurter Schule“ mitinitiiert.
Sein Witz und sein sprachliches Können haben, gepaart mit seiner intelligenten Art, die politische Korrektheit und die Grenzen der Anständigkeit auch hie und da zu sprengen, unter anderem zur Verleihung des Wilhelm-Busch-Preises geführt. (…)
Aber warum Gernhardt, der so gar nichts mit dem Schwäbischen zu tun hat? „Wir wollten“, so klärt Intendant Bernhard Hurm auf, „für eine kurze Zeit die mythischen alten Stoffe des Erzähltheaters unterbrechen.“ / Tanja Marquardt, Südwest Presse
Salvador Espriu starb übrigens am 22. Februar 1985 (also heute vor 28 Jahren). Zum Andenken hier das Abschlussgedicht (Nr. XXX) aus dem Band Final del laberint (Ende des Labyrinths) von 1955:
L’aire resplendent
arrela en el plany.
Ales de la sang
drecen a claror.
De la llum a la fosca,
de la nit a la neu,
sofrença, camí,
paraules, destí,
per la terra, per l’aigua,
pel foc i pel vent.
Salvo el meu maligne
nombre en la unitat.Enllà de contraris
veig identitat.
Sol, sense missatge,
deslliurat del pes
del temps, d’esperances,
dels morts,
dels records,
dic en el silenci
el nom del no-res.
[Die glänzende Luft
wurzelt in der Klage.
Flügel des Blutes
führen zu Helle.
Vom Licht zum Dunkel,
von der Nacht zum Schnee,
Leiden, Weg,
Worte, Schicksal,
zu Land, zu Wasser,
im Feuer und im Wind.
Ich rette meine bösartige
Zahl in der Einheit.
Jenseits der Gegensätze
seh ich Wesensgleichheit.
Allein, ohne Botschaft,
befreit vom Gewicht
der Zeit, der Hoffnungen,
der Toten,
der Erinnerungen,
sage ich in der Stille
den Namen des Nichts.]
2013 ist Espriu-Jahr: Am 10. Juli jährt sich der Todestag des katalanischen Dichters zum 100. Mal. Aus diesem Anlass hat die Generalitat de Catalunya (Katalanische Regierung) das »Any Espriu« ausgerufen. Ein umfangreiches Programm mit Lesungen, Theateraufführungen, Ausstellungen und Vorträgen soll an den Menschen Salvador Espriu erinnern und an sein Werk heranführen. Kurator ist der katalanische Schriftsteller Xavier Bru de Sala.
Hier der Link zur (bislang nur katalanischen) Website des Any Espriu.
Sonntag, 29.7.24
Ich habe übrigens auch wieder geträumt. Der Butzer gab mir ein ganz altes Buch aus streifigem Büttenpapier, die meisten Blätter waren leer, auf einigen waren Betrachtungen von Km.s Vater.
Dann zeigte mir Toni Benario, die sehr gut zu mir war, einen Film: „Rainer Maria Rilke als Hühnerzüchter“, ich dachte im Traum, den mußt du Km. zeigen, dann geht er auch einmal ins Kino.
Hans Fallada: Strafgefangener, Zelle 32. Tagebuch. Berlin: Aufbau 1998, S. 143.
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