Sich einrichten in der Zeit

118 Wörter, 1 Minute Lesezeit.

Jetzt, wo er langsam geht, noch einmal über den Winter.

Horst Samson

Sich einrichten in der Zeit

Es ist spät. Wir schaufeln den Schnee
Aus den Augen. Der Winter ist der Fachmann

Fürs Altern. Die Tage sind kürzer
Als ein Bleistift. Es wird schon

Früh dunkel. In den Köpfen
Hausieren die Vergänglichkeit und die Angst

Vor dem Schlaf. Wach liegst du
Neben mir auf einem Leintuch so weiß

Wie ein Stück Papier. Im Dunkeln
Schlägt die Haut Funken. Es knistert,

Dann wird es still. In der Sprache
Brennt noch Licht. Und ich höre dich atmen

In meinem Gedicht über das Unsichtbare
Und das Sichtbare darin.

Aus der soeben erschienenen Nummer 2/2026 der Zeitschrift Sinn und Form (S. 236)

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