1 anagramm u. 1 gedicht

151 Wörter, 1 Minute Lesezeit

Elfriede Czurda 

(* 25. April 1946 in Wels)

Ich saß auf einem Berge*

Ich saß auf einem Berge;
beiße, saufe, garne mich,
bieg auch Eisen, eß Farm,
mach Auge, freß Eisbein,
meß Frage, Sache, Bein. Ui!
Ich faß, rase, beuge mein
Bin. Rieche Gas, Efeu, Maß.
Feuerbach, si!, genas mies.

*) (Anastasius Grün)

Aus: Elfriede Czurda: Fälschungen. Anagramme und Gedichte. Berlin: Rainer Verlag, 1987, S. 18

der freund

es ist schwer, nicht vom vollmond
zu reden. es ist schwer, nicht zu
sagen, in mondgeflochtenen pantinen
steigt er himmelwärts, der freund:
soeben am sternbild der kassiopeia
vorbei. wer nicht fliegen kann, der
will es lernen. ein wenig nur, die
flügel sind so schütter und der mut
ist so gering. der freund steigt
schneller aufwärts. er dreht sich
um. er blickt zurück. er ist ver-
schwunden. wie einsam der planet
ist, wenn astronauten an ihm vorüber-
ziehn. es ist ihm schwer, dem freund,
zu schweigen.

Aus: Ebd. S. 77

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