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Kenneth Rexroth
(* 22. Dezember 1905 in South Bend, Indiana; † 6. Juni 1982 in Santa Barbara, Kalifornien)
Between Two Wars
Remember that breakfast one November —
Cold black grapes smelling faintly
Of the cork they were packed in.
Hard rolls with hot, white flesh,
And thick, honey sweetened chocolate?
And the parties at night; the gin and the tangos?
The torn hair nets, the lost cuff links?
Where have they all gone to,
The beautiful girls, the abandoned hours?
They said we were lost, mad and immoral,
And interfered with the plans of the management.
And today, millions and millions, shut alive
in the coffins of circumstance,
Beat on the buried lids,
Huddled in the cellars of ruins, and quarrel
Over their own fragmented flesh.
ERINNERST DU DICH...
Erinnerst du dich an jenes Frühstück im November –
Kühle, schwarze Trauben, die schwach
Nach dem Kork ihrer Verpackung rochen,
Getoastetes Brot mit weißem Fleisch
Und dicke, honiggesüßte Schokolade?
Und die Parties nachts; der Gin und die Tangos?
Die zerrissenen Schleier, die Türklinken,
die nicht wiederzufinden waren?
Wo gingen sie alle hin,
Die schönen Mädchen, die einsamen Stunden?
Man sagte, wir seien verloren, unmoralisch, verrückt,
Und kam mit Wirtschaftsplänen dazwischen,
Und heute schlagen Millionen,
Die in den Sarg der Verhältnisse eingesperrt sind,
Gegen die unter Erde vergrabenen Stirnen,
Drängen sich in verfallenen Kellern und hadern
Über ihr eignes, in Fetzen zerrissenes Fleisch.
Deutsch von Kurt Heinrich Hansen, aus: Gedichte aus der Neuen Welt. Amerikanische Lyrik seit 1910. Eingeleitet und übertragen von Kurt Heinrich Hansen. München: Piper, 1956, S. 52
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