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Veröffentlicht am 9. November 2022 von lyrikzeitung
Olga Stehlíková
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Aus: Olga Stehlíková, Porträts, aus dem Tschechischen übersetzt von Lena Dorn. Leipzig: Hochroth, 2019 (OstroVers 04), S. 10f
Kategorie: Tschechien, TschechischSchlagworte: Lena Dorn, Olga Stehlíková
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Sophie Hunger: Das Neue (veröffentlicht 2012)
Deutschland die neue Türkei
Die Schweiz schon bald im Siebengebirge
Und jetzt ist das neue vorbei
Drum wenn Du bald nach Hause kommst
Dann bin ich nicht mehr hier
Ich kann nicht bleiben wie ich bin trotz Dir
Drum wenn Du bald nach Hause kommst
Dann bin ich nicht mehr hier
Ich kann nicht bleiben wie ich bin trotz Dir
Zuckerberg ist der neue Columbus
Der Bankmann die neue Aristokratie
Gesundheit der neue Exorzismus
Et la fatigue c’est la nouvelle folie
Nichtraucher sind die neuen Raucher
Alte fühlen sich neu immer jünger
Intellektuell ist neu völlig unbrauchbar
Frei zum bestehlen ist neu Sophie Hunger
Drum wenn Du bald nach Hause kommst
Dann bin ich nicht mehr hier
Ich kann nicht bleiben wie ich bin trotz Dir
Hier, hier, hier
Drum wenn du bald nach hause kommst
Dann such nicht mehr nach mir
Ich kann nicht bleiben wie ich bin trotz dir
Wenn du bald nach hause kommst
Dann such nicht mehr nach mir
Ich kann nicht bleiben wie ich bin mit dir
Wenn du bald nach hause kommst
Dann such nicht mehr nach mir
Ich kann nicht bleiben wie ich bin trotz dir
Hier, hier
Kommst du nach hause
Komm bitte nach hause
Zu mir
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Die Referenzierung der Kollegin Olga Stehlíková ist luzide popkulturell und postfeministisch: Der Titel „Is the New“ verweist allusiv auf eine diesbezüglich einschlägige Serie („Orange Is the New Black“). Der Bezug des Hunger-Songs von vor einem Jahrzehnt bleibt vergleichsweise obskur, weil der Text vorwiegend subjektiv-thetisch und hyperbolisch verfährt. Hungers „Das Neue“ endet zielsicher chansonlyrisch bei Befindlichkeiten; Stehlíkovás „Is the New“ arbeitet demgegenüber präzise permutativ, hat Tempo und Witz und Interesse an Diskursen … Das mag auf manchen etwas abgeklärt und unbeteiligt wirken, der Poesie gern sangbar-balladesk hat. Früher war alles liedlicher. So what?
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