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Veröffentlicht am 6. September 2022 von lyrikzeitung
Hanshan
(vermutlich 7. Jh)
Poetische Kritzeleien Scharen armseliger Gelehrter: trotz nagenden Hungers und eisiger Kälte bemüßigt, sich völlig zu verausgaben beim Kritzeln von Gedichten. Wer aber will von solchen Kerlen schon etwas lesen? Hört also endlich auf mit dem Gegreine! Ihr könntet euch sogar auf Keksen verewigen und nicht einmal ein Hund würde daran knabbern.
Aus:
Erwartung & Melancholie. Sechzig Gedichte aus dem alten China übersetzt von Thomas O. Höllmann. Schupfart: Engeler, 2022, S. 9

Kategorie: China, ChinesischSchlagworte: Hanshan, Thomas O. Höllmann
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STOLPERN ARME GELEHRTE
Stolpern arme Gelehrte,
die hungern und frieren,
noch müßig ins Dichten,
und mit vollem Herzen!
Wer soll das denn lesen?
Hört auf mit dem Seufzen!
Und schreibt ihrs auf Kekse,
kein Hund will dran knabbern!
Thomas Höllmann übersetzt sehr gut,
ich war in München zusammen mit ihm auf der Bühne. Bei den Vokabeln kann ich ihm gut folgen, auch im modernen, zeitgenössischen Ton. Ich möchte halt immer etwas machen, das einen Rhythmus ahnen lässt, der ursprünglich dasteht. Fünf Silben, fünf Zeichen pro Zeile. Ich mach daraus sechs, in der ersten Zeile sieben.
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