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Veröffentlicht am 10. Juli 2019 von lyrikzeitung
Slata Roschal
Fingergedicht
Drei Finger heben
Mit zweien bekreuzen
Den dritten stehen lassen
Der vierte wird beringt beschriftet
Der fünfte weint und will ins Bett
Und vorher noch ins feuchte Warme
Gehört der Finger in den Mund
Im Leben so viel Wasser eingesaugt
Und trotzdem seltenes Erstaunen
Wenn deine Finger schwarze Nägel
In meine Fingerkuppen bohren
Mit freundlicher Genehmigung aus: Slata Roschal, Wir verzichten auf das gelobte Land. Gedichte. Leipzig: Reinecke & Voß, 2019, S. 45
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Slata Roschal
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