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Veröffentlicht am 14. Juni 2018 von lyrikzeitung
Sándor Weöres
AUTOBIOGRAFIE
Für Imre Bori
Was sollte schon sein: dies war mein Leben.
Augen zu. Mund auf. Das dauernde Wunder.
Aas. Schaum. Berge, die sich nicht erheben.
Tal. Wiese. Sumpf. Blühender Holunder.
Leben im Tod. Tod im irdischen Streben.
Schwarzer Tag. Flackernde Nacht. Im Bunker.
Dämmerschlaf. Nebel, die am Felsen kleben.
Heidenangst. Steißruhe. Gespür. Raufrunter.
Schlaf am Tage. Nächtens der Keim der Idee.
Haar. Mal. Apfel. Graben. Brennender Hasel.
Brüste. Argwohn. Stilabenteuer. A gleich B.
Starre Ewigkeit. Flüchtiges Rasen.
Nicht Kind. Mann. Nicht Weib. Aphrodite.
Taumelnde Jahre. Das meiste: Gefasel.
Übertragen von Richard Pietraß
Aus: Sándor Weöres. Poesiealbum 135. Berlin: Neues Leben, 1978, S. 30
Kategorie: Ungarisch, UngarnSchlagworte: Richard Pietraß, Sándor Weöres
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