Das Archiv der Lyriknachrichten | Seit 2001 | News that stays news
Veröffentlicht am 23. Dezember 2017 von lyrikzeitung
Alfred Lichtenstein
(23. August 1889 Wilmersdorf – 25. September 1914 bei Vermandovillers, Département Somme, Frankreich)
Aus: Die Gedichte des Kuno Kohn
Etwa an einen blassen Neuklassiker Du, früher August, fühlst dich jetzt Hellene. Dahin sind Hurenhuld und Schiebetänze, Die Poesie berliner Äppelkähne Entschwand dir in dem Blau der Griechenlenze. Die Zeiten ändern sich. Der Mann wird reifer, Hübsch licht und weich wird seine saure Seele. Du zwitscherst jetzt mit Macht und vielem Eifer Dein sanftes Lied aus der geölten Kehle. Was du gelernt von Journalisten hast, Umgibst du schön mit klassischen Fassaden. Und mit geschwollnen Segeln an dem Ast, Gelangst du bald zu fetteren Gestaden. Wer trillert nun die imitierte Flöte: Verlogner Shakespeare und erborgter Goethe.
Erstdruck in: Die Aktion. Wochenschrift für Politik, Literatur, Kunst.
Jg. 4, 1914, Nr. 29, 18. Juli, Sp. 628.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Alfred Lichtenstein, L&Poe-Anthologie
Kann zu diesem Blog derzeit keine Informationen laden.
Neueste Kommentare