Nachricht aus Guatemala

Wie lauten deine Programmziele für Editorial Cafeína und wie suchst du deine Autoren aus?

Die Idee ist, daß jeder guatemaltekische Autor bei uns veröffentlichen kann. Ich denke, daß die Dezentralisierung, die der verlegerische Prozeß im Landesinneren erleidet, ebenso von Bedeutung ist wie die Tatsache, daß die daraus sich entwickelnden und ergebenden Verlagsaktivitäten fern der Hauptstadt nicht nur ein kulturelles Erbe bekräftigen, sondern auch mit herkömmlichen literarischen Paradigmen brechen. Das Wichtigste ist, daß es sich um Werke handelt, die andere Lesarten anbieten und befördern und eine klare Botschaft vermitteln, daß einem bestimmten literarischen Zirkel anzugehören keine notwendige Voraussetzung darstellt, um veröffentlicht zu werden. Die Auswahl betreiben wir in einem Herausgeberrat, eine Art Filter, der dafür sorgt, daß das, was publiziert werden soll, literarische Qualität aufweist, wenngleich das relativ ist.

Gibt es in der jungen guatemaltekischen Literatur so etwas wie einen gemeinsam zu nennenden Trend? Worüber schreiben die jungen guatemaltekischen Dichter (deines Verlags) in diesen Tagen?

Es gibt eine ziemlich lange Liste junger guatemaltekischer Dichter und Schriftsteller, dazu gehören Sonia Marroquín, Alberto Arzú, Rebeca Lane, Daniela Castillo, Pep Barcárcel, Marilinda Guerrero, Vanessa Ramos, Evelyn Macario, Jhonatan Bell, Marco Valerio Reyes, Numa Dávila, José Juan Guzmán, José Alvarado, Joselin Pinto, Pablo Hernández, Julio Prado, Marlon Francisco, Gabriela Gómez, César Yumán, Carlos Orellana, Rafael Romero und viele andere, die gerade meiner Erinnerung entflohen sind, aber zweifellos existiert eine große Varietät guatemaltekischer Literatur, die mit Kraft und sehr guten literarischen Vorschlägen aufwartet und die sich deutlich von romantischen oder Nachkriegskriterien absetzt. Ich würde sagen, es handelt sich um eine Literatur, welche die literarische Sprache neu zu erfinden beabsichtigt, und die unter anderem eine eineindeutige Beziehung zwischen Schriftsteller und Leser herzustellen versucht. / Stan Lafleur im Gespräch mit dem guatemaltekischen Dichter und Verleger Rudy Alfonzo Gomez Rivas (Mehr hier)

One Comment on “Nachricht aus Guatemala

  1. Pingback: Über Literaturvermittlung im guatemaltekischen Hinterland – Interview mit Rudy Alfonzo Gomez Rivas – stan lafleur

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