7. Wilhelm Bartsch 60

Wilhelm Bartsch, heute der bedeutendste mitteldeutsche Dichter neben Volker Braun, ist als Poet, Erzähler und Publizist nie ein Mann des Mainstreams gewesen. Keiner, der sich von einer politischen Realität den Blick auf die sozialen Wirklichkeiten verstellen ließ: nicht vor, nicht nach 1989. …

Über die Menschen, die Bartsch in seinen Gedichten zeigt, schrieb Rüdiger Ziemann, dass man diese nie unglücklich nennen könne: „Sie sind mindestens so glücklich wie Sisyphos bei Camus. Oft genug beobachten wir sie dabei, wie sie sich ihre Leiden und Sehnsüchte sehr kreativ zurechtleben.“ So sind bei Bartsch keine Befindlichkeitsgedichte, nur selten Anflüge einer Selbstauskunft zu finden. Statt dessen: eine kichernde, proletarisch oder akademisch kobolzende Heiterkeit; eine Tages- als Lebensbejahung, die niemals hochstapelt. Alles das hat Bartsch, der dieser Tage in die Sächsische Akademie der Künste berufen wurde, einige Preise eingetragen: den Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau, den Walter-Bauer-Preis der Städte Leuna und Merseburg, den Wilhelm-Müller-Preis des Landes Sachsen-Anhalt. / Christian Eger, Mitteldeutsche Zeitung

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