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Veröffentlicht am 27. Februar 2010 von lyrikzeitung
„Frau Auffermann irrt“, ruft Sascha Anderson in einem Essay zur Hegemann-Debatte:
Die Aussagen der Literaturkritik à la Verena Auffermann sind von einem grundsätzlichen Nicht-Wissen um die Probleme des sogenannten schöpferischen Prozesses geprägt: 1. Die Erfahrung des Schreibenden schließt das Wissen um das Nicht-Erfahrene ein. 2. Wer das Nicht-Erfahrene nur als Lücke begreift und die »Wissenslücken« mit mehr oder weniger kopierter Information zu schließen versucht, muss scheitern. 3. Wer beim Schreiben scheitert und es nicht merkt, liefert einen gescheiterten Text ab. 4. Heutzutage werden Verlagsverträge ja nicht für einen fertig abgelieferten, vielleicht noch zu lektorierenden Text aufgesetzt, sondern für Konzepte, Treatments, Stichproben, Ansätze, erste und zweite Kapitel; und dann muss alles sehr schnell gehen. Es bleibt keine Zeit, einen Text (wie sich selbst) ruhen zu lassen, das Verhältnis von Ich und Produkt zu reflektieren. 5. Es ist kein Sakrileg, das Material anderer zu verwenden. Dies gehört grundsätzlich zur Kunst. Auf einem anderen Blatt steht, die Illusion als Illusion kenntlich zu machen. / Sascha Anderson, ND 27.2.
Kategorie: Deutsch, DeutschlandSchlagworte: Helene Hegemann, Sascha Anderson, Verena Auffermann
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