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Veröffentlicht am 17. Februar 2001 von lyrikzeitung
Rafael Wojaczek gehörte als zorniger junger Dichter zu jenen Literaten, denen, wie einst Lenz oder Kleist, in diesem Leben nicht zu helfen war, 26-jährig nahm er sich das Leben, sein Nachruhm gründet auf der dunklen Tragik des früh vollendeten Genies; kein Zufall, dass er als eine Art polnischer Rimbaud gilt.
Lech J. Majewski hat sich mit seinem 1999 entstandenen Spielfilm „Wojaczek“, den das Freiburger Kommunale Kino in der deutsch untertitelten polnischen Originalfassung als Film des Monats präsentiert, diesem abgründigen Berserker und Formenzertrümmerer gewidmet. Krzysztof Siwczyk spielt den Wojaczek als einen von seinem literarischen Werk Besessenen, als einen von Depressionen und Todesphantasien gezeichneten Autor, von seiner Mitwelt gefürchtet, geliebt und gehasst. Hier hat einer seine lyrische Sendung mit rigoroser Absolutheit ernstgenommen, dass darob alle Normalität im Umgang mit Menschen zuschanden wird. / Badische Zeitung 17.2.01
Kategorie: DeutschSchlagworte: Rafael Wojaczek
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