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Die österreichische Dichterin Friederike Mayröcker bekommt am 7. Februar von der Universität Bielefeld die Ehrendoktorwürde verliehen. Bielefelds Germanistik ist ein Zentrum radikaler und experimenteller Literatur. Am 3. Februar strahlt der Westdeutsche Rundfunk ihr neues Hörspiel „Couvert der Vögel“ aus, eine Funkinszenierung von Klaus Schöning, in der neben der Autorin auch Gerhard Rühm als Sprecher im Einsatz war. Ebenfalls im Februar erscheint im Suhrkamp-Verlag ihr „Requiem für Ernst Jandl “ mit nach dem Tod des Gefährten im Juni 2000 geschrieben Prosatexten, Kommentaren zu Jandl-Gedichten und jüngster Lyrik. Der Bayerische Rundfunk und der ORF senden dieses Requiem („ich will nicht mehr weiden“), das die „Presse“ zu Allerseelen in ihrem Spectrum abgedruckt hat, in einer Funkfassung zu Jandls Todestag im Juni. /Die Presse | Wien 19.1.01
auch die Grenzen zwischen den Staaten.“ Zu DDR-Zeiten hat der aus Dresden stammende Lyriker, Dramatiker und Romancier VolkerBraun (61) immer wieder Kritik am real existierenden Sozialismus geübt. Im vergangenen Jahr erhielt er den Georg-Büchner-Preis. Wolf Scheller sprach mit ihm über die Situation des ostdeutschen Schriftstellers in der vereinten Republik. / Frankfurter Neue Presse 18.01.2001
ISTANBUL (SN, AFP). Der türkische Dichter Nazim Hikmet (1902-1963) erhält im Jahr 2002, hundert Jahre nach seiner Geburt, posthum wieder die türkische Staatsbürgerschaft, die ihm 1959 aberkannt wurde. Das gab die Nazim HikmetGesellschaft für Kunst und Kultur in Istanbul bekannt. Der Dramatiker und Lyriker, der wegen seiner kommunistischen Gesinnung mehrmals verurteilt wurde und 1951 aus der Türkei floh, gilt als der bedeutendste türkische Dichter und Erneuerer der türkischen Literatur des 20. Jahrhunderts. / Stuttgarter Nachrichten 18.1.01
„Die Uhr“ – Ein Gedichtband von Kurt Aebli /NZZ 18.1.01
Kurt Aebli ist der Steinmetz unter den zeitgenšssischen Lyrikern, der zudem lieber sammelt, als sich die Steine gefügig zu machen. Als solcher steht er etwas im Abseits der modischen Schauplätze, auf denen sich die Lyriker derzeit mit Vorliebe aufhalten. DursGrünbein flaniert in mythischen Gefilden; Raoul Schrott oder Lavinia Greenlaw stehen im Metapherngestöber der Naturwissenschaften; Thomas Kling bildet die Nachhut der Wiener Gruppe. Dieser Gedankenfracht hält Aebli seine „Steine“ entgegen: kurze, einfache Gedichte, scheinbar formlos, der Materie verbunden, ihrem Material verpflichtet.
Das surrealistische Gedicht. (3. korr. u. erw. Auflage 2000)
Die neue Ausgabe hat (bei gleicher Ausstattung und gleichem Format) etwa 400 Seiten mehr als die erste und zweite von 1985/86. Zwei der ursprünglich drei Herausgeber haben die ursprüngliche Anthologie bis S. 1387 unverändert übernommen (von MaximeAlexandre bis Unica Zürn) und ihr unter Fortlassung des Nachwortes von Petr K. einen „Annex 2000“ angefügt, nun von Rudolf Altschul bis Aleksandar Vuco . Mit dabei jetzt u.a. Richard Anders, K.O. Götz, Johannes Hübner und Lothar Klünner sowie Autoren aus den USA, Italien, Serbien, Chile, Kanada und zahlreichen weiteren Ländern.
Aus der Vorbemerkung zum „Annex“ von Heribert Becker
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